Donnerstag, 28. Februar 2013

Goodbye, Februar

Schließt die Hände zum Gebet,
denn der Februar vergeht.
Heute schlägt ihm seine Stunde.
Kalt und grau geht er zugrunde.

Heute sagt er uns Goodbye.
Dass ich mich darüber freu',
sag' ich ohne Schamesröte,
während ich zum Abchied bete.

Denn ich warte auf den Lenz,
auf die Schönheit des Moments,
wenn die Knospen uns erwachen
und die Menschen endlich lachen.

Also bitte, lieber März,
so erfreue unser Herz!
Lass die Frühlingssonne scheinen.
Meine Haut ersehnt das Bräunen!


(c) Bettina Lichtner

Mittwoch, 27. Februar 2013

Lieber Papst ...

Weder bin ich erzkatholisch
noch bin ich Evangelist,
ich bin nämlich (mehr symbolisch)
laienhaft, doch gern Buddhist.

Drum kann ich zum Papst nichts sagen
und zu seiner Abschiedstour,
möcht' auch nichts zu sagen wagen
zu der ganzen Prozedur.

Wünsch dem alten Herrn, er möge
sich des Ruhestands erfreu'n,
und dass sich der Stress bald lege,
denn das wird gesünder sein.

Möge er noch viele Tage
mit zufriedenem Gemüt,
ohne irgendeine Plage
wandern auf dem Erdgebiet.

Wünsch ihm stille schöne Jahre.
Er gab vielen Menschen Halt.
Virtuell tönt die Fanfare,
die zum Dank ihm hier erschallt.


(c) Bettina Lichtner

Dienstag, 26. Februar 2013

Stoßgebet

Der Monat der Liebe wird bald uns schon scheiden.
Und nimmermehr kehrt er zurück.
Wir durften dank seiner uns faschingshaft kleiden.
Nun hab' ich den Frühling im Blick.

Für mich war der Monat mit Trauer verbunden:
mein Hund starb am Tag Nummer vier.
Er hat seinen ewigen Frieden gefunden -
ich wünschte, er wär' wieder hier.

Nun wartet der März und was will er wohl bringen?
Ein Sonnenstrahl wäre nicht schlecht.
Wenn endlich die Vögel ihr Frühlingslied singen ...
Wie gern ich 's herbeizaubern möcht'.

Die Tage so dunkel, die Nächte so eisig.
Der Himmel so trüb und ergraut.
Drum Meise und Spatz oder Drossel und Zeisig -
auf, auf und das Nestlein gebaut.

Bald muss es doch klappen, bald soll sich die Erde
erwärmen - die Zeit ist doch reif!
Ich bete und bitt', dass es frühlingshaft werde!
Nicht nur im TV, sondern live!


(c) Bettina Lichtner

Montag, 25. Februar 2013

Etikettenschwindel

"Mit denen kann man 's machen,
die merken davon nichts.",
hör' ich die Bosse lachen,
im Schweiß des Giergesichts.

"Wir fälschen Etiketten
von Huhn und Rind und Pferd.
Und ach, wir möchten wetten,
dass niemand was erfährt!

Dann klingeln unsre Kassen,
wir schlagen kräftig drauf.
Denn den Verbrauchermassen
fällt 's Schwindelspiel nicht auf!"

Doch anders ist 's gekommen.
Es kam ans Tageslicht,
dass Ihr uns hochgenommen.
(Dass Euch das Herz nicht bricht!?!)

So habt Ihr uns betrogen!
Wie das zum Himmel stinkt.
Habt wissentlich gelogen,
dass das Vertrauen sinkt.

Ihr seid von Gier besessen,
und klebt an Geld und Macht.
Doch sollt Ihr nicht vergessen,
Gier hat nie Glück gebracht ...


(c) Bettina Lichtner

Sonntag, 24. Februar 2013

Gefälschtes Herz

Freunde sind so schwer zu finden,
solche, die dir ehrlich schauen.
Mancher will sich an dich binden
und erschleicht sich dein Vertrauen.

Schmiert dir Honig um die Lippen,
wickelt deine Seele ein.
Doch die Stimmungshöhen kippen,
wenn du merkst, es war nur Schein.

Und es hat dich hintergangen
jener, der sich Freund genannt.
Und du spürst so ein Verlangen,
zu zerschneiden dieses Band.

Falsche Freunde sind enttäuschend,
falsche Freunde tun so weh.
Jene sind so herzzerfleischend
und es bleibt nur das .... Adé.



(c) Bettina Lichtner

Samstag, 23. Februar 2013

Wärmemangel

Tag um Tag verfang' ich mich im Hickhack ...
Die Gedanken laufen wieder Zickzack.
Randvoll ist der Geist mit lauter Schnickschnack.
Stetig knapper wird der Uhren Ticktack.

Schnell und schneller eilen die Minuten.
Und das Ende naht, ich muss mich sputen.
Leiden, die die Seele überfluten,
lassen ab und an das Herz mir bluten.

Würd' sich doch die Lebensfreude zeigen.
Würde sie sich doch zur Stunde neigen.
Doch sie harrt im depressiven Schweigen
und macht sich die dunkle Zeit zu eigen.

Dunkelheit, wohin der Blick sich wendet.
Wann mir diese Dunkelheit wohl endet?
Wenn nicht bald das Helle sich verschwendet,
werden Licht und Wärme zwangsgepfändet ...


(c) Bettina Lichtner


Freitag, 22. Februar 2013

Kurz und schön

Heut' ist dir tatsächlich der Durchblick gelungen,
du hast einen Hauch lang das Graue bezwungen.
Sogleich ist dein Strahlen ins Auge gesprungen,
und hat meine Seele gar gänzlich durchdrungen.

Oh Sonne, so hast du mein Flehen gelesen,
und bist ein ersehnter Besucher gewesen,
der kam, um die Menschen vom Frost zu erlösen,
auf dass sie nicht länger im Winterschlaf dösen.

Du schobst selbst die dichtesten Wolken beiseite,
und zeigtest den Herzen die hellblaue Weite.
So sahen die wintergesättigten Leute
das Grüßen des Frühlings sekundenlang heute.

Nur kurz war dein Schauspiel, doch ist es gelungen!
Du hast in der Tat meine Stunde umschlungen.
Noch gestern, da hab' ich in Wehmut gesungen,
doch heut' hat mir alles nach Hoffnung geklungen ...



(c) Bettina Lichtner



Donnerstag, 21. Februar 2013

Straßenrüpel

Ihr verdammten Rüpel, wenn Ihr Euch nicht bald benehmt,
schick' ich tausend Flüche, bis Ihr Euch zum Abgrund schämt!
Ständig diese Rechtsverstöße! Seid Ihr noch ganz gar?
Wär ich Polizist, ich zöge Euch vor den Talar!

Jeden Tag der Ärger auf den Straßen dieser Welt,
weil sich hier nicht jeder nach den Vorschriften verhält.
Heute platzt der Kragen, der seit Jahren stetig schwoll.
Heute ist das Maß mal wieder ganz gestrichen voll!

Dreistigkeit lässt grüßen! Ihr seid Kings in Euren Cars.
Nötigen und drängeln machen Euch zu Asphalt-Stars.
Seid wohl auch noch stolz auf Euer Temposündenspiel.
Wie viel schneller seid Ihr durch die Fehltritte am Ziel???

Jedwede Geschwindigkeit missachtet Ihr ja stur.
Glaubt Ihr wirklich, Gott gibt Euch noch Bonus auf die Uhr?
Hat man Euch denn nicht gesagt, dass Rasen tödlich ist?
Schneller als Ihr fahren könnt, hat Euch der Tod geküsst ...


(c) Bettina Lichtner



Mittwoch, 20. Februar 2013

Brief an die Sonne

Wo bist du, du wärmende Säule?
Der Winter ist einfach zu lang.
Sein Sturm bläst mit lautem Geheule.
Und schon eine ewige Weile
vermiss' ich den Vogelgesang.

Ach, Sonne, so zeig' doch dein Strahlen.
Und wärm' mir die frierende Haut.
Vertreib' deinen kalten Rivalen.
Ich möchte so gern auf Sandalen
spazieren gehn, aber mir graut.

Denn eisig empfängt mich der Morgen.
Schon wieder liegt Schnee in der Luft.
Ich möcht' deine Hitze mir borgen,
mir leichtere Kleidung besorgen.
Der Winter ist wahrlich ein Schuft!

Er sperrt mich in seine Gemäuer,
und lässt mich wohl nimmer hinaus.
Sein fröstelndes Wiedergekäuer,
die ständige kühlende Leier,
treibt Wut und gar Hass aus mir raus.

Ich fluche dem Winter entgegen,
und sehn' dich, oh Sonne, herbei.
Und Schnee und auch Sturm und der Regen,
sie können sich mondwärts bewegen,
ich winke sogar zum Goodbye.

Ich schaue so weiß wie ein Laken,
und fühle mich leicht depressiv.
Der Frost hält die Heimat am Haken
mit Armen von tausenden Kraken.
Ach, Sonne, drum lies diesen Brief ...



(c) Bettina Lichtner


Dienstag, 19. Februar 2013

Jo-Jo

Danke, danke, liebe Grippe,
dass du mich verlassen hast.
Sah fast aus wie ein Gerippe!
Du hast mir Diät verpasst.

Ach, wie war ich stolz darüber,
dass die Pfunde purzelten,
seit sich Halsweh und auch Fieber
fest in mir verwurzelten.

Weil ich keinen Hunger hatte,
schmolz ich wie ein Schneemann ein.
Keine Wurst- und Käseplatte
konnte mir willkommen sein.

Auf der Waage war ich König!
Sie trug mich mit Leichtigkeit.
Denn ich wog ja reichlich wenig
(sehr zur Freud' vom Abendkleid).

Doch, oh je, ich konnt 's nicht halten!
(Der Verlust war zwar Gewinn).
Grippe fort, Gewicht beim alten,
weil ich wieder hungrig bin ...


(c) Bettina Lichtner



Ü

Steht ein Ü so übermächtig
auf dem schillernden Plakat.
Komme mir so klein und schmächtig
vor vor dem Papierformat.

Denn das Ü sticht nicht alleine
mir direkt ins Augenlicht.
Und mir zittern die Gebeine,
weil das Ü die Wahrheit spricht.

Hintendran klebt eine Nummer -
30, 40, 50 auch.
Mich ergreift ein leichter Kummer,
und mich streift ein ferner Hauch.

Dieses Ü (in Worten "über")
mit der Alterszahl hintan,
färbt mir gleich die Stunde trüber,
weil ich schmerzlich mich entsann:

bald bin ich Ü50, Leute!
Silver-Ager, wie man sagt.
Und in absehbarer Weite
bin ich klapprig und betagt.

Wie viel Ü werd' ich erleben?
Oh, mir wird so anders g'rad.
Welch' Gedanken sich ergeben
ob des Üs auf dem Plakat ...


(c) Bettina Lichtner


Montag, 18. Februar 2013

HDGDL

Ach, mir ist die Zeit zu schnell.
Selbst das Wort wird abgekürzt.
Und das HDGDL
hat mir das Gefühl verwürzt.

Sprachfaul gibt die Zunge sich.
Abgehackter Wörterstamm.
Sprichst du mir, dann denke ich,
ich erhalt' ein Telegramm.

Nur kein Satz zuviel gesagt.
Zack, zack, zack und kurz gefasst.
Hab ich ausführlich gefragt,
kommt die Antwort stark verblasst.

Nur noch Buchstabensalat -
nach Belieben wild gemischt.
Im Computerapparat
wird er täglich aufgetischt.

Welch ein Sammelsurium
wurde aus dem Wörterschatz ....
Dafür bin ich wohl zu dumm!
Ich sprech' noch im ganzen Satz.


(c) Bettina Lichtner



Ich bin so

Lass den Nächsten, wie er ist.
Auch, wenn du ihn komisch findest.
Sag mir erst, wer du denn bist,
doch umgehe jede List,
wenn du dich höchstselbst ergründest.

Für und Wider findet sich
wohl in dir und mir und allen.
Doch man kann ja sicherlich
(siehst du 's anders, widersprich)
andersartig gut gefallen.

Macken sind ja eine Zier.
Ich hab' Kanten und auch Ecken.
Und nicht eine - glaube mir -
(selbst, wenn ich den Freund verlier')
werd' ich vor der Welt verstecken.

Ich bin contra, ich bin pro,
unbequem und liebes Lämmlein.
Heute so und morgen so,
träges Schaf und wilder Floh.
Will mal lieb und wieder bös' sein.

Und du nennst mich durchgeknallt?
Gut, okay. Ich lass es stehen.
Dass dein Wort im Wind verhallt,
und sich nicht ans Herz mir krallt,
lass ich ebenfalls geschehen.


(c) Bettina Lichtner

Sonntag, 17. Februar 2013

Stress pur

Stress lass nach! Mein Blutdruck steigt,
und das Herz gerät ins Trudeln.
Bin dir gänzlich abgeneigt.
Sollst mir nicht den Geist besudeln!

Geh hinfort aus Mark und Bein.
Lieber will ich meditieren.
Bringst mir Magenschmerzen ein.
Stress, du kannst mich nicht regieren.

Wieso bist du plötzlich hier?
Meine Seele lag gelassen
mir im inneren Revier.
Und nun willst du sie umfassen?

Meine Ruhe ist gestört.
Von Sekunde auf Sekunde
hat die Welt sich umgekehrt.
Und du hetzt mich so wie Hunde.

Selbst die Zunge hängt und hängt,
und ich schwitz aus allen Poren.
Auch der Hals ist so beengt.
In mir rattern die Motoren.

Hab' das Tempo gar erhöht,
sollt' es besser reduzieren.
Wenn der Stress nur endlich geht
(oder würd' er sich halbieren ...).

Ach, ich wäre wieder ich,
und das Herz schlüg' wieder sachte.
"Gott, ach Gott, errette mich."
Welche Kraft in mir erwachte ....


(c) Bettina Lichtner

Samstag, 16. Februar 2013

Steinregen

Aus dem Himmel hagelt 's Steine.
Ob sie Gott von oben schmeißt?
Dass ich seh', es ist nicht eine
der Sekunden wirklich meine,
wie die Endlichkeit beweist?

Will er zeigen, dass sekündlich
alles anders werden kann?
Dachte ich gar allzu kindlich,
alle Zeit wär' unverbindlich,
und ich sei der Steuermann?

Oder sind die Steine Lasten,
die mir nochmal aufgedrückt,
die die Kräfte mir betasten,
und auf meinen Schultern rasten?
Warum sind sie mir geschickt?

Vielleicht möchte Gott mich testen,
ob ich leidenstauglich bin?
Und ich gebe mich zum Besten -
zwischen all den Erdengästen
werd' ich glatt zur Kämpferin.

Küss' das Leichte, trag' das Schwere,
und bekomm' ein dickes Fell.
Jede Last ist eine Lehre,
und wenn ich mich nimmer wehre,
wird das Dunkle wieder hell ...


(c) Bettina Lichtner

Freitag, 15. Februar 2013

Geschmacksexplosion

Großes Leben, ich ehre dich.
Falle in Demut und huldige deiner.
Tod, ach Tod, so belehre mich,
dass ich bedenke, die Zeit wird mir kleiner.

Liebste Augen, so sehet doch
all diese Schönheit von göttlichen Gnaden.
Trinket von dem Herrlichen noch,
eh ihr verspeist seid von hungrigen Maden.

Treue Ohren, so sperrt euch weit,
lauschet den Stimmen der Auengesänge.
Welch natürliche Lieblichkeit.
Kostenlos sind uns die irdischen Klänge.

Holde Nase, so atme tief,
lass dich von jedweden Düften umgarnen.
Wenn dich erst das Endliche rief,
riechst du nie wieder an Rosen und Farnen.

Schmecke, Mund, und lass dir zergeh'n
dieses so zarte und köstliche Leben.
Wisse, dass die Zeiger sich dreh'n,
und wir in Bälde wie Engelchen schweben ...

(c) Bettina Lichtner

Donnerstag, 14. Februar 2013

Tag der Liebe

Die Liebe umschlingt mich von außen bis innen!
Mit fiebernder Hitze, so will sie beginnen,
mein Herz zu erobern im Schmetterlingstanz.
Schlussendlich umfasst sie den Leibe mir ganz.

Sie wirbelt die Sinne komplett durcheinander,
und während ich heiße Gefühle durchwander',
hat sie sich im Magen ein Nestchen gebaut,
nun kribbelt mir jener gleich unter der Haut.

Als hörte ich tausende Engelein singen,
so will ich betört durch die Straßen mich schwingen,
die Leute schau'n komisch, sie wissen ja nicht,
dass just mir ein Pfeil in die Herzkammer sticht.

Ich dreh' mich und jauchze und bin ach so glücklich.
Die Sorgen verschwinden mir ganz augenblicklich.
Die Liebe, die Liebe hat magische Stärken.
Ich kann auf der Stelle die Zauberkraft merken.

Umarme die Welt! Will mein Glück mit ihr teilen.
Die Liebe vermag jede Wunde zu heilen.
Die schönsten vier Worte, sie bändigen mich.
Sie lauten auf ewig: ICH LIEBE NUR DICH!!!



(c) Bettina Lichtner (für meinen Ehemann zum Valentinstag 2013)

Mittwoch, 13. Februar 2013

Morgen wird geliebt

Morgen zeigt Amor das Ziel seiner Pfeile.
Morgen, da öffnen die Herzen sich weit.
Tausendfach mehrt sich die köstliche Zeile:
"Ach du, ich lieb' dich, und hab 's nie bereut!"

Morgen, da flüstert die Liebe ihr schönes,
süßes Geheimnis dem Nächsten ins Ohr.
Hast du wen lieb, na dann bitte, erwähn' es -
schnell trägt ein Engel uns alle empor.

Morgen gibt 's Blumen und kleine Geschenke,
aber ein Kuss ist mir mehr wert als das.
Brauch' kein Bonbon, dass ich lieb an dich denke,
brauch' nur ein Herz, das ich niemals verlass'.

Morgen erklären die Menschen einander,
dass sie sich lieben wie nichts auf der Welt.
Während ich still die Gedanken durchwander',
frag' ich mich leis', wer den Einsamen hält.



(c) Bettina Lichtner


Frühlingszeichen

Will ein Krokus es doch wagen,
einen Frühlingstanz zu dreh'n.
Konnte ihn in diesen Tagen
durch die Erde wachsen seh'n.

Welche Kräfte in ihm stecken,
welchen Willen er besitzt,
sich zum Himmelszelt zu recken -
ach, wie lieblich er doch sitzt.

Seine jungen grünen Blätter,
und sein Kopf - so violett.
Und er trotzt dem kalten Wetter.
Und er schaut mir so kokett.

Ein paar Wochen wird er strahlen,
und dann welkt er mir dahin.
Will ihm ein paar Worte malen,
denn so steht mir just der Sinn:

"Bist so zart und voller Neugier,
lockst mir gar ein Ah und Oh.
Stehst so jung und voller Scheu hier,
und machst mir die Seele froh.

Deine Schönheit zu bestaunen,
ach, du kleines Pflanzenkind,
bettet mir mein Herz auf Daunen,
und es wärmt mich gleich geschwind.

Bist ein eindeutiges Zeichen,
dass der Winter baldigst flieht.
Schnee und Eis, sie werden weichen,
wenn die Knospe dein erblüht ..."

(c) Bettina Lichtner




Dienstag, 12. Februar 2013

Faschingsdienstag

Prinzessin kam im rosa Fummel
(hoch das Näschen) auf den Rummel,
den man auch als Fasching feiert,
hat dem Prinz was vorgeleiert,
doch der hatte keine Lust
auf Prinzesschens' Alltagsfrust.

Sie kippte drei, vier Gläschen runter,
schon wurd' ihre Zunge munter,
plapperte gar ohne Pause,
(Prinzlein denkt: Geh bloß ach Hause).
Mittendrin im Redefluss
forderte sie einen Kuss.

Jedoch der Prinz war angewidert!
Sie hat sich mit Schnaps verbrüdert,
roch so stark nach Hochprozenten,
dass die Herren (wenn sie 's könnten)
alle Richtung Heimat floh'n.
"Also, Männer! Welch ein Hohn!!"

Höchstselbst so manches Glas gebechert,
gibt das Hirn sich durchgelöchert,
und es sickern Lallgesänge
durch die faschingsdichte Enge.
Männlein und das Weibe auch
frönen gern dem Maskenbrauch.

So geht es noch bis Aschermittwoch.
Feierte ja gerne mit, doch
will nicht als Prinzessin laufen,
und verkleidet Schampus saufen.
Und ich will auch jenen nicht
mit dem falschen Prinz-Gesicht ...



(c) Bettina Lichtner


Montag, 11. Februar 2013

Phantasie-Pinsel

Scharf bläst der Wind mir aus östlicher Ecke,
dass ich mich tief in den Mantel verstecke.
Wünschte so sehr, dass der Winter verschwindet,
eh sich erneut eine Eislandschaft gründet.

Habe es satt, dieses ständige Frieren.
Immerzu pfeift mir der Wind durch die Türen.
Frühling, wo bleibst du, ich möchte dich herzen.
Schon will der Frost mir die Stunde verscherzen.

Grau oder kalt oder beides - welch' Grusel.
Komm, schenk ein Glas mir vom tröstenden Fusel,
dass mir das Blut wallt und ich mich erhitze,
wenn ich verträumt vor dem Ofenrohr sitze.

Träume vom Strand und den schäumenden Wogen,
bin gar im Traum bis nach Sidney geflogen,
landete auch auf so mancherlei Insel.
Hochkonjunktur für den Phantasie-Pinsel.

Warte darauf, der Natur unterlegen,
dass ich auf all meinen künftigen Wegen,
nimmermehr frier', weder außen noch innen.
Dann könnt' ich allem mehr Freud' abgewinnen ....


(c) Bettina Lichtner

Sonntag, 10. Februar 2013

Verkohlt

Was der Schönheitsmarkt so bietet,
füllt zuhause das Regal.
Denn die Jugend wird behütet
(die von anno dazumal).

Ewig jung - das lockt die Alten
und sie kaufen reichlich ein:
Cremes und Salben gegen Falten.
Kann auch kostenträchtig sein.

Graue Haare? Welch ein Schrecken!
Jede Woche zum Friseur!
Und das Graue farbig decken -
wunderbar so ein Coiffeur.

Kleiden wie die jungen Dinger,
bloß nicht wie der Senior schau'n!
Einen Ring an jedem Finger!
Den Verjüngungspillen trau'n.

Apotheken, Drogerien
stehen täglich auf dem Plan.
Doch es sind nur Phantasien,
ausgelöst durch Jugendwahn ...

Denn das Altern schreitet munter
ohne Unterlass voran.
Doch je älter umso bunter
wird die Welt von Frau und Mann.

An der Jahreszahl zu drehen
das beherrscht ja nicht mal Gott.
Lass doch alles so geschehen,
denn sonst erntest du nur Spott.

Und du bist vielleicht verwundert,
dass der Tod dich trotzdem holt.
Denn du hast fast ein Jahrhundert
nur dein Spiegelbild verkohlt ...


(c) Bettina Lichtner







Der wahre Herrscher

Nicht das Geld regiert die Welt,
es verdirbt die Erde nur.
Doch, wer ist 's, der's Zepter hält?
Unser Herrscher heißt Natur!

Sie allein regiert mit Macht.
Ohne Technik, ohne Heer.
Wir vernichten ihre Pracht,
sie hat nicht mal ein Gewehr.

Doch, Ihr Menschen, täuscht Euch nicht.
Sie versteht sich auf den Tod.
Ihr verschandelt ihr Gesicht
(scheinbar oberstes Gebot).

Doch sie wehrt sich leis' und laut,
mal ein Blizzard, mal Taifun.
Alles, was Ihr Euch erbaut,
steckt in auflösbaren Schuh'n.

Mal ein Beben Stärke zehn,
ein Tsunami hinterher.
Temp'raturen zu verdreh'n,
hoch und niedrig - liebt sie sehr!

Sie bringt Hunger, Krankheit, Leid
in die durchgeplante Zeit.
Kein Computer hält sie auf,
sie nimmt einfach ihren Lauf.

Über Grenzen fällt sie ein,
nichts kann ihr im Wege sein.
Die Natur regiert die Welt,
und sie pfeift auf unser Geld.


(c) Bettina Lichtner

Samstag, 9. Februar 2013

Ach, Fiete ...

Mein Hund! Nun ist die Stube leer,
und Stille will sich breiten.
Du fehlst uns allen ach so sehr
(und das kommt nicht von ungefähr).
Dich schlangen Gottes Weiten.

Hast dich in unser Herz geschmust,
dein Bellen hallt noch weiter.
Dass du nun in der Erde ruhst
(auch wenn du es jetzt gerne tust),
stimmt uns nicht gerade heiter.

Dein treuer Blick wird arg vermisst!
Er tat uns so umschmeicheln ...
Ein letztes Mal dein Fell geküsst -
so sag, wo deine Seele ist.
Wer wird dich denn jetzt streicheln?

Wir sehen dich, wohin wir schau'n,
und doch bist du verschwunden.
Die Spuren dort am Gartenzaun ...
Dein Tod hat alle umgehau'n.
Doch hast du Ruh' gefunden.

Nach kurzer schwerer kranker Zeit,
ging alles schnell vonstatten.
Dein Körbchen steht verlassen heut' ...
Wir sind trotz aller Traurigkeit
so froh, dass wir dich hatten!!!!!!!!


(c) Bettina Lichner & Familie in nicht endender Trauer um Fiete

Freitag, 8. Februar 2013

Auf gute Nachbarschaft

Ein Nachbar keift den nächsten an,
ein Zaun-zu-Zaun-Gezeter.
Wer ist denn nun der böse Mann
und wer der Schwarze Peter?

Wer stahl die Kirschen dort vom Ast?
Der Zweig wächst fern der Grenzen.
Weil kein Wort mehr zum andren passt,
soll'n Fäuste es ergänzen.

Der andre packt den einen glatt
am zugeknöpften Kragen.
Der haut ihm prompt die Nase platt.
Was soll man da noch sagen?

Sie rangeln hin und rangeln her,
trotz allerbester Jahre.
"Verehrte Herren, bitte sehr!
No war, please! Gott bewahre!"

Jetzt lockt es auch die Weiber raus,
die sich zum Tatort pirschen.
Wie geht denn dieses Schauspiel aus,
bloß wegen ein paar Kirschen?

Da plötzlich krächzt ein Rabe frech
und stiehlt vom Baum das Rote.
Oh je, oh je, was für ein Pech ...
Er ist der Kirschenbote!

Der Nachbar Nummer zwei schnappt sich
gleich seine größte Zwille.
Der Rabe tot. Der Streit, er wich ...
Und endlich herrschte Stille ...


(c) Bettina Lichtner

Donnerstag, 7. Februar 2013

Ein Prosit!

Der Minister der Justiz aus meinem schönen Bundesland,
saß - so wie man 's in der Zeitungsmeldung liest -
hinterm Steuer leicht beschwipst - da ist mir gleich die Wut entbrannt!
Und die Presse hat die Schlagzeile begrüßt.

Und schon wieder wer von oben, der Gesetze übertritt.
Sagt mal, schämt Ihr Euch denn nicht von innen her?
Dass die Ehre nicht so tief in Eurem Seelenleben litt,
ach das wundert mich als Bürgerin schon sehr.

Welch ein Vorbild für die Jugend! Welch ein armseliges Bild.
Straft die Kleinen und Euch selber sprecht Ihr frei.
Meine Hände haben sich vor Ärger gleich zur Faust geknüllt -
die Fassadenwelt bricht nach und nach entzwei.

Wem von Euch kann man noch trauen? Ich erinnere mich leis',
dass Ihr stets auf Recht und Ordnung uns plädiert.
Doch die Weste, die Ihr tragt, ist alles andere als weiß.
Und die Rolle, die Ihr spielt, ist inszeniert.

Schafft doch die Gesetze ab, wenn sie Euch selbst im Wege sind.
Führt das Volk nicht länger an der Nase rum.
Glaubt nur nicht, wir wären Eurer ganzen Machenschaften blind.
Und verkauft uns alle bitte nicht für dumm ...



(c) Bettina Lichtner

Mittwoch, 6. Februar 2013

Titel adé

Verehrte Frau Ministerin,
was muss man denn da hören?
Der Doktortitel futsch und hin,
das müssen Sie erklären!

Sie sollten doch ein Vorbild sein,
für Wissenschaft und Bildung,
und nun diese Betrügerei'n
gemäß Beweisbelegung.

Ein Aufschrei zieht sich durch das Land,
und ich bin arg erschüttert.
Sie schmückten sich mit fremder Hand,
wie man sich heute twittert.

Und über dreißig Jahre lang
ein wohlwissendes Schweigen.
Wo war denn der Gewissensdrang,
die Wahrheiten zu zeigen?

Doch wehe, wenn die Jugend mal
in Klassentesten schummelt,
dann sind die Wege ach so schmal
wo sich Verständnis tummelt.

Dann folgt die Strafe auf dem Fuß,
der Schüler wird gezüchtigt
mit einem schlechten Notengruß,
und gar nichts wird beschwichtigt.

Nur wenn da oben Schummelei'n
sich häufen und sich mehren,
wie kann man da noch Vorbild sein?
Sie müssens 's mir erklären ...


(c) Bettina Lichtner

Dienstag, 5. Februar 2013

Mach's gut, Fiete!

Am Montag, 04. Februar 2013 wurde unser treuer Fiete von seinem Leiden erlöst. Er hat uns 12 wunderschöne Jahre geschenkt und bleibt uns unvergessen.


Oh, wie mir die Tränen fließen,
denn mein treuer Hund ist tot.
Als die Kräfte ihn verließen,
holte ihn der Tod ins Boot.

Fuhr hinfort mit seiner Seele,
gab ihm Flügel an die Seit',
dass er sich nicht länger quäle.
Alles hat ja seine Zeit ....

Und mir liegt das Herz zerbrochen
in der leidgeplagten Brust.
Doch ich habe ihm versprochen,
ich tanz mit des Lebens Lust.

Nun Adé, du mein Getreuer!
Lebewohl und habe Dank.
Du bist jetzt ein Vogelfreier,
dem der Lebensmut versank ...



(c) Bettina Lichtner & Familie in tiefster Trauer

Montag, 4. Februar 2013

Der Nächste, bitte

Der Osterhas' ist einmarschiert
mit einer Has'-Armee.
Wenn mir auch noch die Nase friert,
der Hase trotzt dem Schnee.

Er lächelt wie ein Unschuldslamm,
als ihn mein Auge trifft.
Er steht so schokoladig stramm,
und schielt nach meiner Hüft'.

"Wir haben doch erst Februar!"
Das ist dem Hasen gleich ...
(der just ein Weihnachtsengel war).
Fast wird der Geist mir weich.

Der Hase mit Hypnoseblick
verführt mich im Regal.
"Ach, so ein kleines Schokostück,
wär' doch phänomenal!"

Ich bleibe standhaft, aber schon
lockt 's bunte Osterei.
Es liegt gar wie auf einem Thron,
und ruft: "So pell mich frei!"

Mir ist das alles viel zu früh,
ich sage: "Tut mir leid!,
so spart' Euch Eure Säusel-Müh',
denn Ostern ist noch weit.

Was soll ich denn im Winter mit
der süßen schweren Last?
Wie mühsam wird mir Schritt und Tritt,
weil mir kein Gramm mehr passt!

Konsum, Konsum, so zügel dich,
und halte dich noch still.
Das Osterfest - erinner' dich -,
das ist erst März/April!"


(c) Bettina Lichtner

Sonntag, 3. Februar 2013

Straßenkrater

Straßenschluchten! Tiefe Risse!
Mitten in der Stadt!
Bürgermeister, komm und wisse,
ich hab's Flickwerk satt!

Wofür zahl' ich Steuergelder?
Dass der Asphalt bricht?
Schau, die ganzen Straßenfelder -
rissiges Gesicht!

Kaum, dass sich die Grade senken,
bröckelt hier die Haut.
Kann man nicht mal vorher denken,
eh man Wege baut?

Frost und Schnee und Eisesglätte
sind ja wohl bekannt.
Wenn man sich beraten hätte,
hielt die Straße Stand!

Und nun wieder dies' Theater,
jedes Jahr aufs Neu'.
Aufgeplatzte Straßenkrater,
dass ich wütend schrei!

Bald wird wieder ausgebessert
an der grauen Front,
und die Fehler schön verwässert
(hätt' ich auch gekonnt ...).

Einmal eine Straßendecke,
die Jahrzehnte hält!
Ohne Risse, frei der Flecke,
welch erträumte Welt ...


(c) Bettina Lichtner

Frau ./. Mann

Oh la la, die Beine von Dolores ...
Aber STOPP: ist alles Kokolores!
Sagt der Mann jetzt Falsches, na dann ist
jener gleich womöglich ein Sexist.

Und mir platzt bisweilen Hemd und Kragen!
Möcht' zum Schutz der Herren etwas sagen.
Mir geht die Debatte auf den Zwirn!
Wohin soll denn das Gezeter führ'n?

Grundschule und Hort - fast nur noch Frauen!
Alles schon verweiblicht, welch ein Grauen!
Schon die kleinen Buben haben 's schwer,
und die Mädchen freut es gar so sehr.

Wo soll'n Jungs die Männlichkeit entfalten?
Wie soll'n sie das Männliche gestalten,
wenn da rundherum nur Frauen sind,
ist denn die Gesellschaft schon so blind?

Schau ich ins TV, so muss ich grollen:
Frauen spielen in den ersten Rollen.
Mann in zweiter Reihe! Himmel nein!
Kann's nicht wie zu alten Zeiten sein?

Frauen überhol'n an allen Ecken.
Und die Männer müssen sich verstecken.
Mann wird Hausmann, Mann versorgt das Gör'.
Ach, welch ein bedenkliches Malheur.

MANN teilt sich in Firmen gar die Posten
mit den Damen .... das muss Ehre kosten!
Außerdem reizt Frau im sexy Kleid
noch den Herrn, doch ach, der Arme scheut.

Denn ein falsches Wort, ein Blick genügen,
ihn gleich als Sexisten dran zu kriegen.
Und die Eva aus dem Paradies
lächelt wie die Schlange bittersüß ....


(c) Bettina Lichtner

Samstag, 2. Februar 2013

Eisnerven

Also, Herr Winter! Nun machen Sie Schluss.
Es ist bei weitem genug!
Langsam erfüllen mich Wut und Verdruss.
Immer der eisige, nasskalte Gruß
aus Ihrem wolkigen Krug!

Hab' keine Lust mehr aufs Zwiebelgewand.
Sehn' mich nach T-Shirt und Co.
Zöge der Frühling doch endlich ins Land!
Ach, wie beglückend ich jenen empfand
mit seinem Knospen-Tableau.

Selbst meine Laune liegt eisig wie Schnee.
Zeit wird 's, dass alles mal taut!
Schau, wie ich bös' an mein Tagewerk geh'!
Wenn ich nicht bald etwas Sonne erspäh',
schrei ich zum Himmel - ganz laut!

Bin gar so dürstend nach wärmender Zeit,
dass mich die Ungeduld greift.
Wär' es doch endlich, ach endlich soweit ....
In meinem Schrank liegt schon alles bereit.
Und meine Vorfreude reift.

Frühling, ach Frühling, so komme recht bald!
Alle erwarten dich schon.
Menschen und Pflanzen und Vögel im Wald,
warten so innigst auf deine Gestalt
samt deinem süßlichen Ton.



(c) Bettina Lichtner

Kostümfest

Und schon hat der zweite Monat
sich ins neue Jahr gesellt.
Was er wohl so mit mir vorhat?
Bin vergnüglich eingestellt.

Vielleicht will er mich verkleiden,
mich als Narr in Kölle seh'n.
"Aber, halt!", ruf ich bescheiden,
"Brauch doch nur vor Ort zu geh'n.

Und schon laufen mir die Narren,
Clowns und Fräulein Möchtegern
vor den motorschwachen Karren.
Jeden Tag! Ich kann 's beschwör'n!

Gut verhüllt und chic verkleidet,
mürrisch mal und manchmal brav,
wird der Wert der Zeit vergeudet.
Tja, na denn: Helau! Alaaf!

Unter all dem Kostümierten
(wer braucht schon die Faschingszeit?)
schlägt das Herz der fremdgeführten,
fremdbestimmten Einsamkeit.

Wer zeigt schon die wahren Züge?
Karneval wohin man schaut.
Ob ich sie zu sehen kriege,
diese ehrlich reine Haut?"



(c) Bettina Lichtner

Sturmreiter

Draußen toben wilde Winde
wie die Mustangs übers Feld.
Jagen um die Winterrinde
(was zu schwach ist, wird gefällt ...).

Rütteln an den Fensterscheiben,
heulen wie der Wolf der Nacht.
Wollen mir das Ohr betäuben.
Wirbeln durch die Haarespracht.

Möchten gern mit Blättern tanzen,
doch das Herbstlaub ist längst fort.
Kahl der Baum und welk die Pflanzen -
grau und frierend liegt der Ort.

Und sie peitschen durch die Gassen,
und sie schlagen mein Gesicht.
Wollen mich nicht gehen lassen,
fordern gar mein Gleichgewicht.

Rechts und links - von allen Seiten
zerren sie an mir herum.
Meine Längen, meine Breiten
trotzen diesem Spiele stumm.

Und der Leib steht Stärke zeigend
in dem stürmischen Gebiet.
Gibt sich nicht den Winden beugend,
selbst wenn ein Orkan aufzieht.

"Weht, Ihr Winde, weht nur weiter!
Mich könnt' Ihr nicht fallen seh'n.
Ich bin ja des Sturmes Reiter,
nur die Zeit kann mich verweh'n ..."



(c) Bettina Lichtner

Freitag, 1. Februar 2013

Piep-Schau

Mein Gehörgang ist gestört,
denn statt Vogel-Fiepen,
das den Hörsinn sonst betört,
nur modernes Piepen:

Wecker in der frühen Stund'
piept mich aus den Träumen.
Eierkocher piept sich wund,
will nicht überschäumen.

Der Geschirrspülautomat
piept beim Spülungs-Ende.
Selbst der Handyapparat
piept sich durchs Gelände.

Waschmaschine nebenan
piept, wenn alles sauber.
Wäschetrockner - wenn er 's kann -,
piept auch ob der Tauber.

Piept die Truhe, piept der Herd,
auch die Mikrowelle,
piept das kindliche Gefährt,
wenn die Fahrt zu schnelle.

Warenscanner im Geschäft
piept sich durch Artikel.
"Kassenfrauen, ach, Ihr trefft,
jeden Code-Partikel!"

Hat der Fuchs die Gans gestohl'n
aus dem Stall bei Meyer,
piept am Ausgang unverhohl'n
das Alarm-Geleier.

Park' ich 's Auto in die Lück'
piept der Abstandssummer.
Das ist Autos' großes Glück,
denn ich kann 's nicht besser.

Und so piept es überall,
piept rund um die Erde.
Hoff', dass mich der piepend' Schall
niemals je gefährde.

Denn ich fürchte gar am Schluss,
Ohr könnt' sich beschweren,
weil moderner Tinnitus
Freude nahm am Hören.

Frag' mich, ob 's der Herrgott liebt,
mich am End' der Reise,
abzuscannen, dass es piept
an der Himmelsschneise ....



(c) Bettina Lichtner