Dienstag, 30. April 2013

Tanz in den Mai

Ihr Verse, so tanzt in den Mai.
Ihr sollt mit den Zeilen die Herzen erwärmen.
Als trügt Ihr die Sonne dabei,
so sollt Ihr vom Leben und Allerlei schwärmen.

Erblüht wie die Knospe am Strauch,
und zeigt Eure Vielfalt in buntem Geschwafel.
Verewigen dürft Ihr Euch auch.
Drum deckt wie die Au allen Seelen die Tafel.

Das Dunkle sei reimend erhellt,
das Helle sei wortreich im schönsten beschrieben.
So zieht in das innere Feld
der Menschen und breitet Euch aus nach Belieben.

Nun stellt Eure Wortwahl ins Licht.
Durchwandert die Täler, erklimmt Eure Höhen.
Doch nimmer verstellt das Gesicht!
Wir wollen auf ehrliche Buchstaben sehen ....



(c) Bettina Lichtner

Roter Traum

Einmal möcht' ich stilvoll schreiten
auf dem roten Teppichstück.
Und Applaus soll mich begleiten,
wenn ich in den Blickpunkt rück'.

Jubelschreie von den Rängen,
Mikrofone vor der Nas'.
Wie sie sich um meiner drängen,
dass ich alle Welt vergaß.

Autogramme ohne Ende
schriebe ich aus purer Lust.
Schüttelte auch tausend Hände.
Stolzgeschwellt wär' meine Brust.

Einmal wie ein Promi leben.
Ein Moment im Rampenlicht,
Mich mit Glanz und Pomp umgeben ...
(eine Traumwelt im Gedicht).


(c) Bettina Lichtner



Sonntag, 28. April 2013

Mark & Schein

Gemeinsam waren wir so stark -
Pfennigstück und Deutsche Mark.
Ich hielt sie in der Kinderhand
und trug sie durch das Jugendland.

Ein eng verknüpftes Zeitgespann,
und treu vereint von Anfang an.
Ein Lebensweg durch dick und dünn.
Doch selbst des Geldes Zeit geht hin ...

So bin ich noch im Nachhinein
voll Sehnsucht nach dem alten Schein,
dem Fünfer, Zehn- und Zwanziger,
jedoch, wir sehn uns nimmermehr.

Du gute alte Währung, du -
so trug man dich zur letzten Ruh',
und musstest du auch von uns gehn -
vielleicht wirst du ja auferstehn  ...


(c) Bettina Lichtner

Samstag, 27. April 2013

Gedankenleser

Ich gehe mit meinen Gedanken,
und meine Gedanken mit mir.
Es gibt keine geistigen Schranken,
und stets eine offene Tür.

Sie dürfen mir schalten und walten,
wie immer es ihnen beliebt.
Sind frei und ich kann sie nicht halten.
Mal jauchzend, mal merklich betrübt.

Die Wilden versuch' ich zu zähmen,
damit sie nicht aufbäumend sind,
damit sie die Seele nicht lähmen,
und ich wieder heim zu mir find'.

Die Braven, die dürfen mir bleiben,
sie nähren das Herz in der Brust.
Und alle hier niederzuschreiben,
ist eine poetische Lust.


(c) Bettina Lichtner

Freitag, 26. April 2013

Lügenbaron

Lügengebilde zerschmelzen wie Eis,
wenn sich die Zunge im Feuer verbrennt.
Und ihren Worten wird übel und heiß,
wenn erst die Wahrheit die Unwahrheit kennt.

Was sich verstrickte, wird eiligst befreit.
Und das Gerede zieht schweigend hinfort.
Dünn ist das lügende, trügende Kleid,
unehrenhaft das erfundene Wort.

Alles kommt schmerzlich ans klärende Licht.
Lauter Gerüchte, ein Fass ohne Grund.
Wie doch der Mensch so verleumderisch spricht ...
Lauter verknotete Sätze im Mund.

Peinlich für den, der der Lüge ertappt.
Senkenden Hauptes verlässt er das Feld.
Wenn eine Lüge ins Leben dir schwappt,
denke daran, dass sie nimmer sich hält ...


(c) Bettina Lichtner





Kampfansage

Es schwanken die Temperaturen.
Und mir wird ganz lull und ganz lall.
Erst Sommer, dann herbstliche Spuren.
Das bringt meinen Kreislauf zu Fall.

Wie soll ich den Körper mir decken?
Das T-Shirt wird zwangsabgelöst.
Die Sonne spielt wieder Verstecken.
Die Wolken sind grau und entblößt.

Sie gießen den Regen hinunter.
Das Lachen der Menschen verhallt.
Den Petrus, den bät' ich gern runter,
und hätte ihm eine gekn....

Doch will ich 's mir nimmer verscherzen.
Sonst zeigt sich die Sonne ja nie.
So muss ich den Regen verschmerzen.
Er zwingt meine Freud' in die Knie.

Nun warte ich braven Gemütes
darauf, dass der Mai bald erwacht.
Und hoffentlich, hoffentlich blüht es
dann endlich in duftender Pracht.


(c) Bettina Lichtner

Donnerstag, 25. April 2013

Verbunden im Geiste

Bilder von gestrigen Tagen
schießen per Blitz in den Sinn.
Wollen wohl leise mir sagen,
dass ich bald Senior bin.

Seltsam, je älter ich werde,
desto verjüngter der Blick.
Wie galoppierende Pferde
fliehn die Gedanken zurück.

Ich seh im Geist mich als Kinde.
Plötzlich ist alles so nah.
Was ich nicht alles so finde,
als ich die Zeit mir besah.

Schnell, wirklich schnell ist vergangen,
was die Erinnerung zeigt.
Bald hält der Tod mich gefangen.
Und die Vergangenheit schweigt.


(c) Bettina Lichtner


Mittwoch, 24. April 2013

Blind vor Glück

An das Rosarote glauben
liebesblinde Turteltauben,
wenn die warmen Sonnenstrahlen
Luftschlösser am Himmel malen.

Alles andre ist vergessen.
Von der Liebe aufgefressen
sind die Stunden, sind die Sorgen.
Heut ist heut'. Wer denkt an morgen?

Keinen Blick für den daneben.
Jenen, der ein karges Leben,
ohne je geliebt zu werden,
führen muss auf Mutter Erden.

Dessen Herz so seufzend bittet,
dessen Auge Tränen schüttet,
weil er keine Liebe findet,
und sein Wunsch ins Leere mündet.

Die verliebten Turteltauben,
die an ihren Uhren schrauben,
dass das Schöne immer bliebe,
wissen nichts von Mangelliebe ...



(c) Bettina Lichtner

Dienstag, 23. April 2013

Flatterhaft

Da flattert es, das zarte Ding,
von Herz zu Herz wie eh.
Der holde Frühlingsschmetterling,
dem keine Liebelei entging,
folgt meistens auf den Schnee.

Der Lenz ist gar für ihn gemacht,
da klopft es in der Brust.
Wenn 's süßliche Gefühl erwacht,
und schlagartig ins Leben kracht,
dann sorgt er für die Lust.

Sein anmutiger Flügelschlag
gleicht einer Vibration.
An irgendeinem Frühlingstag,
wenn da ein Mund wen küssen mag,
lockt er zur Liaison.

Und bringt der Stund' ein Höchstgefühl,
ein Leuchten in den Blick.
Wie das dem Schmetterling gefiel ...
Der Lenz birgt manches Liebesspiel
und ungeahntes Glück.



(c) Bettina Lichtner

Montag, 22. April 2013

Müde bin ich ...

Ach, ich bin so frühjahrsmüde!
Himmelweite Unterschiede
zwischen Lust und zwischen Laune,
stehe schläfrig da und staune,

wie mein Körper sich verändert,
und gar wie im Schlafe schlendert.
Mich fürs Leben aufzuraffen,
scheine ich nicht recht zu schaffen.

Möchte nur noch liegend ruhen.
Selbst von meinen Joggingschuhen
schwingt kein Feuer zu mir rüber.
Schweinehund sagt: "Schlafe lieber!!"

Würd' mein lieber Hund noch leben,
würde ich mich rausbegeben
aus dem müden Frühlingszimmer.
Doch den Hund, den gibt es nimmer.

Möchte nur noch Trübsal blasen!
Draußen ruft derweil der Rasen:
"Mäh mich, mäh mich, ich ersticke.
Öffne deine müden Blicke!"

Doch ich meide jede Mühe.
Träge bin ich und ich ziehe
mich zurück auf meine Liege,
bis ich neue Kräfte kriege ..


(c) Bettina Lichtner




Sonntag, 21. April 2013

Tischgespräche

Der Sonntag ist der schönste Tag, den Gott sich je erdacht.
Er hat den Tag zum menschlichen Zusammensein gemacht.
Am Tisch vereint der ganze Clan - wie selten kommt das vor.
Man spricht ein Wort und leiht dem Nächsten lauschend auch sein Ohr.

Die Tafel ist so reich gedeckt, das lockert das Gemüt.
Wie schön es ist, wenn man erinnernd durch die Zeiten zieht.
Probleme werden friedlich in Gemeinsamkeit gelöst.
"Ach Zeit, dass du mir selbst den schönsten Sonntag noch verwehst ..."

Ein Gläschen auf die Stunde, die ja niemals wiederkehrt.
Ein Gläschen auf die Stunde, die die Kostbarkeit uns lehrt.
Ein Gläschen auf die Stunde, die wohl keiner andren gleicht.
Ein Gläschen auf das Leben, das uns solche Stunden reicht.


(c) Bettina Lichtner

Samstag, 20. April 2013

Open End

Trafen sich zwei Augenpaare
jeden Morgen um halb zehn.
War so eine wunderbare
Sehnsucht im Moment zu sehn.

Prickeln wie bei Frischverliebten
lag in diesem Augenblick.
Auch, wenn beide Haltung übten,
waren sie doch voller Glück.

Drumherum verschwanden Welten,
denn es gab nur ihn und sie.
Gar nichts andres konnte gelten
als vertiefte Sympathie.

Funken sprangen zwischen Herzen,
zündelten und brannten loh.
Nur nicht diese Stund' verscherzen!
Bliebe es doch immer so ...

Brennend wurde das Verlangen
jeden Morgen um halb zehn.
Doch dann ist die Chance vergangen.
Einfach so. So kann das gehn ...


(c) Bettina Lichtner

Freitag, 19. April 2013

Drohgebärde

"Geh' mir ja nicht an die Wäsche!!!',
schimpfe ich dem Mottenkind.
"Andernfalls bekommst du Dresche
und ich werf' dich in den Wind.

Seh' ich dich gar Löcher fressen
in die Kleider, die mir lieb,
werd' ich mich vielleicht vergessen
und versetz' dir einen Hieb.

Raus aus meinen Kleiderschränken,
unerwünschtes Flügeltier.
Soll ich dich ins Grabe senken?
Also, flugs, verschwinde hier!"

Doch die Motte bleibt verschollen.
Ihr Versteck bleibt rätselhaft.
Hab' sie gerne fangen wollen,
und es leider nicht geschafft.

Frisst die Kleider mir zu Lumpen,
wertlos wird mir das Gewand.
Spür mein Herz bedrohlich pumpen!
"Motte! Fürchte meine Hand!"

Mottenkindlein nimmt 's gelassen.
Zeigt sich nicht und summt wir was.
"Mag der Mensch mich scheinbar hassen -
ich hab' meinen Kleiderspaß ..."


(c) Bettina Lichtner

Donnerstag, 18. April 2013

Aufgetankt

Stürmisch weht der Lenz mir um die Ohren.
Und ins Fäustchen lacht sich der April.
"Ach, ich bin zum Chaos ja geboren,
wettertechnisch mach ich was ich will.

Heute pfeift der Wind von allen Seiten,
morgen, na wer weiß, schick' ich den Schnee.
Herrlich sind mir diese wirren Zeiten.
Meinetwegen springt Ihr im Karree.

Müsst Euch täglich überraschen lassen,
welches Wetter ich der Welt servier'.
Morgens mag der Mantel ja noch passen,
doch dann wird es heiß (so um halb vier).

Und Ihr müsst nach meiner Nase tanzen.
Ich beherrsche Euren Kleiderschrank.
Doch bedenkt, im Großen und im Ganzen,
füll' ich Energie in Euren Tank ..."



(c) Bettina Lichtner

Mittwoch, 17. April 2013

Krokuskind

Mit bewundernswerter Kraft
hat das Zwiebelchen geschafft,
als ein Frühlingsblümchen aus der Erd' zu kriechen.
Steht so voller Lebenssaft,
und dem Auge gönnerhaft,
und es reizt die Nase, seinen Duft zu riechen.

"Ach, du kleines Krokuskind,
deine Zeit verblüht geschwind,
doch es drängt dich hin zum warmen Sonnenlicht.
Und die Menschen sind so blind.
Und sie laufen ihren Sprint.
Und zum Wegesrand, da schauen sie ja nicht."

Welcher Schatz zu Füßen liegt,
und sich mit dem Winde wiegt,
sieht nur jener, der auf diese Schönheit achtet.
Alle Sorgen sind besiegt.
Auch, wenn alle Zeit verfliegt:
hab' zu gern das kleines Krokuskind betrachtet.


(c) Bettina Lichtner

Wo seid Ihr?

Ist die Zeit, seit wir geboren,
nun Gewinn oder verloren?
Sind die Tage, die noch bleiben,
uns als Gutschrift gutzuschreiben?

All die Tage, die verflogen,
wohin sind sie denn gezogen?
Kann sie nirgendwo entdecken.
Ob sie gar im Spiegel stecken?

Stecken sie in all den Falten,
die mir meine Haut verwalten?
Muss ich gar nach innen gehen,
um die alte Zeit zu sehen?

Waren all die Tage Träume?
Flüchtig gar wie Badeschäume?
Konnt' nicht einen an mich binden.
Kann nicht einen wiederfinden ...



(c) Bettina Lichtner

Dienstag, 16. April 2013

Was ich verachte

Ich verachte abgrundtief den ganzen Terror dieser Welt,
weil der Terror jeder Liebe alle Wege ja verstellt.
Und ich fühle mit den Opfern und ich bin fürwahr schockiert,
wenn inmitten aller Freude eine Bombe explodiert.

Ich verachte abgrundtief das Blutvergießen dieser Welt,
weil zu jedem Tröpfchen Blut ein Meer von Hass sich zugesellt.
Und ich weine mit den Opfern und es tut unfassbar weh,
wenn ich all die Trauer und das Leiden in den Augen seh'.

Ich verachte abgrundtief die vielen Kriege dieser Welt,
weil der Tod aus jeder Waffe mit des Teufels Zunge schnellt.
Und ich bete mit den Opfern und ersehne einen Ort,
ohne Kriege, ohne Terror ohne Blut und ach so fort ...



(c) Bettina Lichtner

Boston

Jeder Tag kriegt sein Gesicht.
Jeder Tag seine Geschichte.
Strahlt er heute wie ein Licht,
macht er morgen uns zunichte.

Niemand ahnt, was er versteckt.
Was verbergen die Sekunden?
Ob er uns zu Tode schreckt?
Oder will er uns gar munden?

Eben lief noch alles glatt,
und auf einmal kippt die Lage,
und die Zeit legt dich schachmatt,
und das Leiden tritt zutage.

Mord und Totschlag mischen sich
unters Volk - wer konnt' es ahnen ...
Und der Tag - frühsommerlich -
fährt in völlig neuen Bahnen.

Nie gewiss, was gleich passiert.
Plötzlich kann sich alles drehen.
Und du hast die Angst gespürt,
und bei Tag die Nacht gesehen.


(c) Bettina Lichtner

Montag, 15. April 2013

Der Garten ruft

Schwarze Hände, Stirn verschwitzt,
Rücken krumm, der Kopf erhitzt,
endlich in der Erde wühlen
und ein wenig Gärtner spielen.

Unkraut raus und Blumen rein,
hockend, kniend, bückend sein.
Ach, zu Ende ist das Warten.
Frühjahrsputz in Heim und Garten.

Farbanstrich dem alten Mief.
Und schon werd' ich kreativ.
Zwischendurch ein Stückchen Kuchen,
und den Tag als Freud' verbuchen.

Schauen, wie die Welt erwacht.
Spüren, wie die Sonne lacht.
Hören, wie die Vögel singen.
Alles will mir heut' gelingen.

Auch mein Herz begrüßt den Lenz,
lädt ihn gar zur Audienz,
sich an seiner Haut zu wärmen,
und von seinem Duft zu schwärmen ...


(c) Bettina Lichtner

Sonntag, 14. April 2013

Samenraub

Gurken-, Möhren-, Bohnensamen
zieht es ins Gemüsebeet.
Nach den winterlichen Dramen
werden sie bald ausgesät.

Endlich scheint der Frost geflohen.
Bald schon wird das Feld bestellt.
Doch die schwarzen Krähen drohen
mit dem Raub der Samenwelt.

Muss das Federwild verscheuchen,
dass es nicht das Saatgut stiehlt.
Just will ich mich pirschend schleichen,
als vom Grund die Wühlmaus wühlt.

Ach, mir scheint, aus allen Ecken,
treibt 's die Tiere zum Gemüs'.
Vögel, Mäuse, Käfer, Schnecken -
fühln sich wie im Paradies.

Wie sie sich genüsslich laben ...
(Was mein Aug' nicht gerne sieht).
Wenn sie solchen Hunger haben,
wünsch' ich Guten Appetit ...


(c) Bettina Lichtner

Samstag, 13. April 2013

Lacht, tanzt, lebt

Freunde, das Leben ist lebenswert.
Dass uns nur einmal die Welt gehört,
sei uns zur inneren Freude.
Tanzt in dem hauchdünnen Kleide.

Freunde, die Stunde prägt Kostbarkeit.
Sie trägt Vergänglich- und Ewigkeit.
Alles in einer Sekunde.
Dieses zergeh' Euch im Munde ...

Freunde, die Tage sind schnell vorbei.
Kein Augenblick sei Euch einerlei.
Jeder sei innigst genossen.
Eh uns die Augen geschlossen ...

Freunde, die Zeit liegt in Eurer Hand.
Zieht Euch das Glück an den Lebensstrand.
Niemals vergesset zu lachen.
Gebt Eure Liebe den Schwachen ....



(c) Bettina Lichtner

Freitag, 12. April 2013

Dem Schein zum Dank

Trau dich nur heraus, du lang Vermisste.
Wage dich hervor aus deinem ach so trüben grauen Kleid.
Weck die festgefrorenen Gelüste.
Führ' die Menschen sachte aus dem Winter in die Frühlingszeit.

Ach, du liebe Sonne, wenn ich könnte,
würde ich dir Blumen schicken und dazu ein Dankeschön.
Dass man uns so lange Zeiten trennte,
ließ die Freude steigen auf das so ersehnte Wiedersehn.

Blumen, Blumen schenkst du dir alleine,
denn du lockst sie raus aus ihren kühlen Gräbern an die Luft,
dass ich fast vor lauter Demut weine.
Oh wie schön sind ihre Farben, ihre Formen und ihr Duft.

Möchte dir zum Dank die Hände reichen.
Du bist eine Zauberin für alle Schönheit dieser Welt.
Angestaute Kälte lässt du weichen,
dass mein Herz befreit und glücklich vor die auf die Knie fällt.



(c) Bettina Lichtner

Donnerstag, 11. April 2013

Stärker als alles

Die Kalenderblätter wehen
mit dem Sturm der Zeit hinfort.
Tag um Tag seh' ich vergehen -
ach, wie flüchtig ist der Ort.

Konnt' nicht eine Stunde halten,
alles schien dem Traume gleich.
Was die Monate entfalten
ist aus Sand gebautes Reich.

Alles flieht und alles schwindet
Nichts ist da, was uns gehört.
Das, woran das Geld sich bindet,
ist vergänglich und nichts wert.

Nur die Liebe wird uns bleiben.
Sie allein besiegt die Zeit.
Keine Uhr kann sie vertreiben,
sie ist für die Ewigkeit ...


(c) Bettina Lichtner


Mittwoch, 10. April 2013

Rangelei



Der Winter ringt mit Meister Lenz
um Macht und Position.
Es geht um seine Existenz
in hiesiger Region.

Er will partout nicht scheidend sein,
und klammert sich gar fest.
Und jedem kleinsten Sonnenschein
folgt eisiger Protest.

"Nein, nein, ich bleib und gehe nicht!
Dem Frühling keine Chance!
Ich will auf meinem Frostgesicht
auch keine Farbnuance!"

So wettert er und schickt ein Grau,
damit das Bunte flieht.
Der Ärmste weiß wohl nicht genau,
dass baldigst alles blüht.

Nicht lange und der Gabentisch
der Au liegt farbenfroh.
Denn Blumen, Bäume und Gebüsch
erstrahlen so und so.

Drum bleibt der Frühling ganz relaxed.
Der Winter wird vergehn.
Recht bald schon ist er fortgehext,
und dann wird 's endlich schön.



(c) Bettina Lichtner

Dienstag, 9. April 2013

Pollenflug

Bald greift die Natur in die Vollen,
dann fliegen und schwirren die Pollen.
Und weh, wen der Heuschnupfen plagt,
dem naht die alljährliche Jagd!

Es wollen die Pollen ihn jucken,
bis Augen und Nase ihm zucken.
Und wenn er dann unentwegt niest,
dann wird auch der Hals noch begrüßt.

Die Kehle wird kräftig gekitzelt,
der Kopf wird gar Stunden bespitzelt.
Die Blicke umrandet ein Rot,
der Atem kommt leicht aus dem Lot.

Ein Fall für die Allergologen,
denn kommen die Pollen geflogen,
ist ärztlicher Ratschlag gefragt,
bevor dir der Kreislauf versagt.

Mit Tropfen und Spray und so Dinge,
da schlingt sich die chemische Schlinge
um jedwede Pollenfigur -
so kämpfen wir mit der Natur.


(c) Bettina Lichtner


Ein Herz ging aus

Ein Herz ging aus und suchte Freud'
inmitten der Vergänglichkeit.
Es fragte sich, warum, wieso
sind Menschen nicht des Lebens froh?

Sie schauen gar so mürrisch drein,
und sollten wahrlich glücklich sein,
denn ist - trotz manch' Beschwerlichkeit -
das Dasein doch die pure Freud'!?!

Vergeblich sucht des Menschen Geist
das Glück im Kauf, doch allermeist
hält jenes nur ein Weilchen an.
Ein Wunsch hängt tausend neue dran.

Die Stuben sind gar angefüllt,
mit lauter Gut. Jedoch gestillt
erscheint die Gier noch lange nicht.
Und so ist keine Freud' in Sicht.

Ins Grab passt weder dies noch das.
Der ganze angehäufte Spaß
ist nur für kurze Zeit gewährt,
und hat nie wirklich Euch gehört.

Die Freud' ist nicht im Geld gedruckt.
Die Freud' hat aus der Welt geguckt,
die innendrin tagaus, tagein
im Herzen lag, Euch gut zu sein.



(c) Bettina Lichtner

Montag, 8. April 2013

Bitte lächeln



Lust und Laune lagen brav
Monate im Winterschlaf.
Doch sobald der Frühling lacht,
sind sie wieder aufgewacht.

Angefüllt mit Sturm und Drang
folgen sie dem zarten Klang,
der aus Wald und Feldern quillt,
und das Herz so wohlig füllt.

Schnee von gestern ist getaut,
und aus meiner Seele schaut
lang vermisster Lebensmut.
Welch eine Gefühleflut ...

Was die Sonne doch bewirkt.
Welche Kräfte sie doch birgt.
Selbst die tiefste Bitterkeit
hüllt sie in ein frohes Kleid.

Und die Liebe knüpft ihr Band,
wenn der Lenz mit sachter Hand
sein Orchester dirigiert,
dass die ganze Brust vibriert.

Auch das Auge ist erfreut
vom Pastell der Frühlingszeit.
Doch das Schönste dieser Stund'
ist das Lächeln auf dem Mund ...


(c) Bettina Lichtner

Sonntag, 7. April 2013

Licht des Glücks

Einfach leben. Einfach sein.
Lad' die Einfachheit dir ein.
Innere Glückseligkeiten
findet man in Kleinigkeiten.

Nicht, was man mit Geld bezahlt,
hat das Herz uns bunt gemalt.
Nicht, was eh dem Müll versprochen,
kam als Glück ins Herz gekrochen.

Doch der Mensch verlor den Blick
für das kleine Stückchen Glück.
Seelenfrieden zu erreichen,
ist mit Geld nicht zu begleichen.

Löwenzahn am Wegesrain.
Farbenpracht in Feld und Hain.
Vögel, die am Himmel tanzen -
nur ein Teil des großen Ganzen.

Lacht ein fremder Mund dich an?
Zieht der Mondschein dich in Bann?
Träumst du, wenn die Wolken fliegen?
Kannst du dir allein genügen?

Überall, zu jeder Zeit,
findet sich die Einfachheit.
Warum in die Ferne schweifen?
Wahres Glück ist leicht zu greifen ...


(c) Bettina Lichtner

Samstag, 6. April 2013

Seelentanz

Ich mache, was ich will,
vom Mai bis zum April,
das Leben ist so reich und bunt gedeckt.
Ich pfeife auf den Drill,
und stehe niemals still,
das hätte Gott auch sicher nicht bezweckt.

Ich tanze durch den Tag.
Ich leb, wie ich es mag.
Und das Gerede ist mir einerlei.
Was auf der Seele lag,
verfliegt mit einem Schlag.
Ich fühle mich so unwahrscheinlich frei.

Ich lache und ich sing,
ich hüpfe und ich spring,
und freu mich wie ein unbeschwertes Kind.
Woran die Trauer hing -
es floh mir und verging.
Wie schön doch diese hellen Stunden sind.

Ich spüre den Genuss
und fließe mit dem Fluss,
und endlich ist da keine Strömung mehr.
Ich komme zu dem Schluss,
dass Dunkelheit sein muss,
dann schätzt man ja die Sonne ach so sehr ...


(c) Bettina Lichtner

Freitag, 5. April 2013

Wünschenswert

Es tanzen die Wünsche im Lebenskreis rum.
Sich nicht zu erfüllen, das bringt sie noch um.
Nun liegen sie brach auf den Feldern der Zeit.
Wenn niemand sie gießt, ist ihr Sterben nicht weit.

Was ist nur geschehen, dass keiner sich schert?
Erst flogen sie taumelnd, vom Herzen verehrt,
durch liebliche Stunden, doch dann, aber dann,
vergaß man sie bald, und ihr Abschied begann.

Vielleicht ist die Angst ihre größte Gefahr?
Ob mangelnder Mut gar ein Hindernis war?
Vielleicht war der Wunsch eine Nummer zu groß?
Bekanntlich ist ohne viel Moos auch nichts los.

Die Wünsche sind ratlos durchs Leben gekreist.
Man hat sie vergessen, nun sind sie verwaist.
Sie liegen gebettet zur ewigen Ruh.
Doch ach, ihre Schar nimmt sekündlich noch zu ...

Ich wünsche den Menschen der heutigen Zeit
das schöne Gefühl tiefer Wunschlosigkeit.
Denn das, was wir brauchen, liegt längst in uns drin.
Zufrieden zu sein ist ein herrlicher Sinn.


(c) Bettina Lichtner

Donnerstag, 4. April 2013

Bedingt fahrtauglich

Äußerst gebrechlich, vom Gehstock gestützt,
schleppt sich der Alte zum Wagen.
Dass er alsbald hinterm Steuerrad sitzt,
lässt mich doch allerhand fragen:

Blitzartig handeln bei Stress und Gefahr -
ist er dazu in der Lage?
Sitzt in den Augen der grau-grüne Star?
Ist der Verkehr ihm zur Plage?

Halten die Knochen dem Schulterblick stand?
Kann er die Schilder erkennen?
Fährt er genügend und sicher durchs Land?
Wird er auch rettend sein können?

Ich habe Zweifel, drum rege ich an,
sich nochmal testen zu lassen.
Doch der gebrechliche ältere Mann
schneidet nur dumme Grimassen ...



(c) Bettina Lichtner

Kleine Schübe



Lass, oh Lenz, das Blaue flattern,
das der Dichter einst ersann.
Lass mich einen Hauch ergattern
von dem frühlingshaften Bann.

Wenn sich neue Knospen bilden.
Wenn der Storch sich frisch verliebt.
In erwachenden Gefilden
sich die Welt zum Besten gibt ...

ach, dann will das Herz mir schmelzen,
denn der Winter wär' besiegt.
Und das Auge will sich wälzen
in dem Kleid, das vor ihm liegt.

Von den Farben will ich naschen,
und vom Duft berieselt sein.
Meine Seele will sich waschen
in dem Klang, der ach so fein.

Doch der Winter lässt nicht locker,
und die Kälte beißt sich fest.
Die Natur schaut welk und ocker,
nur der Vogel baut sein Nest.

Die Geduld muss fleißig üben,
denn Gelassenheit ist Pflicht.
"Schau, in winzig kleinen Schüben
zeigt der Frühling sein Gesicht."


(c) Bettina Lichtner

Mittwoch, 3. April 2013

Zügellos

Jetzt stehn die letzten Schokohasen
der Osterfeier im Regal.
Ich schaue aus wie aufgeblasen
durch dieses süße Ostermahl.

War ach so glücklich, dass die Pfunde
der ganzen Weihnachtsvöllerei
mir endlich schwanden, bis zur Stunde
der reichen Osternascherei.

Und wieder stöhnt die gute Waage.
Und wieder ziert die Hüfte Speck.
Und wieder stellt sich mir die Frage:
Wie krieg' ich diese Kilos weg???

Der Sommer naht, doch der Bikini
bleibt höchstwahrscheinlich strafversetzt.
Ich trag' nicht bauchfrei, auch nicht mini,
eher schau ich rollbratenvernetzt ...

Nun ja, was soll 's. Kann mich nicht zügeln
bei all dem schönen Zuckerkram.
Brauch' keine Ausreden zu klügeln,
wie 's zu der Leibesfülle kam.


(c) Bettina Lichtner

Make love not war

Bitte lasst die Waffen schweigen!
Werft sie fort und schmelzt sie sein.
Macht den Frieden Euch zu eigen.
Krieg kann keine Lösung sein.

Atomar der Welt zu drohen,
käm' bei Tieren niemals vor.
Können Menschen so verrohen?
Ein Diktator ist ein Tor ...

Will er uns nur Angst einjagen?
Spielt er seine Mächte aus?
Kann der Mensch sich nicht vertragen?
Kommt die dunkle Seite raus?

Uns sie rüsten und marschieren.
Ist es gar nur heiße Luft?
Einen Krieg kann man verlieren!
Und Millionen droht die Gruft.

Die Kanonen und Raketen
sind ein wahres Teufelszeug.
Und so will ich bittend beten:
"Du verfluchte Waffe: SCHWEIG !!!"


(c) Bettina Lichtner

Dienstag, 2. April 2013

Schwarze Löcher

Sie wollen die Seele bedrohen,
und sind doch zur Prüfung gesandt.
Ich bin ihnen allen entflohen,
und wähn' mich im sicheren Stand.

Die schwärzlichen inneren Löcher,
die ziehen und zerren dich 'nab.
Es werden die Kräfte dir schwächer.
Das Herz ist ein trostloses Grab.

Du windest und drehst dich im Kreise.
Ein Ausweg scheint nimmer in Sicht.
Doch bringt die beschwerliche Reise
des Tunnels so rettende Licht.

Es strecken sich helfende Hände
und reißen dich raus aus dem Tief.
Dein Leben erreicht eine Wende,
die lang schon in Gottes Plan schlief.


(c) Bettina Lichtner

I am back

Der Kopf war zum Bersten mit Sorgen gefüllt.
Ein Berg, der zum Himmel mir wuchs.
Nun hab' ich den sorgenden Hunger gestillt.
Die Dunkelheit löste sich flugs ...

Die Seele am Boden, der Hilferuf laut.
Die Engel stets rufbereit nah.
Die Auszeit genutzt und nach vorne geschaut,
und nun bin ich frisch gestärkt da.

Ich danke all denen, die treu mir zur Seit'.
Sie machten mir Hoffnung und Mut.
Vorbei ist die schwere betrübliche Zeit.
Und Gott sprach: "Sieh, alles wird gut."


(c) Bettina Lichtner