Freitag, 31. Mai 2013

Mauersprung

Gegängelt von Terminen
und gegängelt von der Pflicht,
verfinstern sich die Mienen.
Ach, wie ernst schaut das Gesicht.

Die Freiheit geht uns flöten,
und wir sind der Ohnmacht nah.
Ein "auf-der-Stelle-treten".
Na, was machen wir denn da???

Wir wollen uns entsinnen
an die Kostbarkeit der Zeit.
Wir wollen neu beginnen -
alle Wege sind bereit!

Wir nehmen unser Leben
jetzt mal selber in die Hand.
Ein zweites wird 's nicht geben,
das weiß jeglicher Verstand.

Die Mauern überspringen,
die uns der Kalender baut.
Nur zu, es wird gelingen!
Wag' dich raus aus deiner Haut.

Entdeck' die andre Seite,
und dann wechsle mal das Gleis.
Nicht morgen! Jetzt und heute!
Also los! Und ..... gute Reis'.


(c) Bettina Lichtner

Donnerstag, 30. Mai 2013

Mit eigenen Worten

Glaub nicht, was die andren sagen,
wenn du es nicht selbst gesehn.
Einen eignen Blick zu wagen,
hilft die Dinge zu verstehn.

Was der eine schattig findet,
glänzt für dich im hellsten Licht.
Wer ans andre Wort sich bindet,
sieht die Welt der Wunder nicht.

"Das ist böse!", sagt der eine.
Du jedoch sagst: "Das ist gut!"
Vorurteilen, Trug und Scheine
nicht zu folgen, das braucht Mut!

Lass dir nicht die Wunder nehmen,
bloß weil einer sie nicht sieht!
Dieser andre soll sich schämen,
dass er blind durchs Ländle zieht.

Augen auf! Nichts übersehen.
Wunder gibt es überall.
Bleib doch mal ganz einfach stehen!
Bring' die Hetzerei zu Fall.

Gutes gibt es allerorten.
Sieh die Dinge im Detail.
Binde einen Strauß aus Worten:
"Gut ist, was ich sehe, weil ....."


(c) Bettina Lichtner

Mittwoch, 29. Mai 2013

Sicher ans Ziel

Das sogenannte "Navi" im getreuen KFZ,
das bringt mich an mein Ziel, mit einem Ton, der ach so nett.
Und wenn ich mich verfahre, weil ich 's besser machen wollt',
dann hat die nette Stimme nicht geschimpft und nicht gegrollt.

Stattdessen hat sie immer neue Wege aufgezeigt.
Der Himmelssatellit hat mich ganz aufmerksam beäugt.
So kam ich trotz des Umwegs immer sicher an mein Ziel.
Gelenkt und so umsorgt zu sein - ein wohliges Gefühl!

Die Stimme bleibt gelassen und bestraft mir Fehler nicht.
Es klingt ja so vertrauensvoll beruhigend, wenn sie spricht.
Zwar ist sie da, doch trotzdem bin ich der Entscheidung frei;
und such' ich einen Ausweg, na, dann hilft sie mir dabei.

Damit ich sie verstehe, muss ich still und leise sein.
Sie lässt mich nie im Stich und in der Not mich nicht allein.
So kann es dem ergehen, der zu Gott gefunden hat.
Er führt, er lenkt und leitet uns bis hin zu seiner Statt ...


(c) Bettina Lichtner

Dienstag, 28. Mai 2013

Nur Mut!

Scheint das Leben dir verfahren?
Und zermürbt dich ein Konflikt?
Kommt das Unglück gar in Scharen,
fühlst du dich dem Glück entrückt?

Gib nicht auf, lass dich nicht hängen!
Nimm das Leben in die Hand.
Lass dich nicht ins Abseits drängen.
Stolz und aufrecht sei dein Stand.

Nimmer darfst du resignieren.
Glaub ans Gute! Es ist da!
Darfst die Hoffnung nie verlieren,
ganz egal, was auch geschah.

Stößt du auch an deine Grenzen,
lern, dir selber zu vertraun.
Und dann auf zu neuen Tänzen!
Optimistisch vorwärts schaun!

Neue Wege zu beschreiten,
um zu sehen, wer man ist,
kann ein Leben dir bereiten,
dass du Gram und Pein vergisst.

Reich' der Zukunft deine Hände,
Kopf nach oben, Brust geschwellt.
Und bis an dein selig Ende
gehe lächelnd durch die Welt.


(c) Bettina Lichtner


Montag, 27. Mai 2013

Adé, Frau Krekel

Da gab es diese Sendung mit dem "Ekel",
und sie hat dort das Töchterchen gespielt.
Und gestern also starb Hildegard Krekel!
Hab' Trauer erst, dann Dankbarkeit gefühlt.

Die vielen Menschen so viel Freude brachte,
schloss nun für immer ihre Augen zu.
Im Kreise ihrer Liebsten fand sie sachte
die viel zu frühe allerletzte Ruh'.

Im Himmel wird sie sicher froh empfangen
von jenen, die ihr lange schon voraus.
Ganz sicher ist sie lächelnd fortgegangen.
Und ihre Lichter gehen niemals aus ....

Durch all die Filme bleibt sie unvergessen.
Sie lebt als Wiederholung im TV.
"Adé, Frau Krekel! Dank ist angemessen!
Sie waren eine wirklich tolle Frau!"


(c) Bettina Lichtner

Biblischer Rat

Es hat die Bibel Wort um Wort gespannt
so wie ein Schirm, die Seele zu behüten.
Wie oft mein Herz sich dort geborgen fand ...
Wie oft mir betend neue Kräfte sprühten ...

Seit eh und je ist Gottes Schrift begehrt.
Sie gibt uns Halt in ach so schweren Zeiten.
Doch auch in Fröhlichkeit ward sie gehört,
Gar jeden Weg vermag sie zu begleiten.

Getauft, geehelicht bis hin zum Grab -
zu jedem Anlass weiß sie was zu sagen.
Dass ich mich heute an der Bibel lab',
nicht zu vergleichen mit den Jugendtagen.

Denn als ich jung war, war ein Psalm mir gleich.
Die ganzen Sprüche konnten mich nicht freuen.
Und heute sind sie so bedeutungsreich.
Ich darf zu jeder Zeit das Wort mir leihen ...

Denn unverwüstlich steht es uns parat,
schon unsre Ahnen wussten es zu schätzen.
Und braucht die Seele einmal dringend Rat,
dann kann die Bibel mir den Arzt ersetzen ...


(c) Bettina Lichtner

Sonntag, 26. Mai 2013

Die Kraft des Atems

Es reicht ein warmer Atemzug,
dem Stift in meinen Händen,
der plötzlich - wie durch Zauberspuk -
kein Wort mehr aufs Papier mir trug,
die Schwäche zu beenden.

Ich hauchte sanft ihm Leben ein,
und siehe da - es klappte.
Die Tinte floss ihm ins Gebein
und ließ ihn wieder schreibend sein,
eh ihn der Müllgott schnappte.

Und als er übers Blatt mir flog,
umschlang mich ein Gedanke:
Was, wenn ein Herz die Welt umzog,
und sich vor Gram und Kummer bog?
Ich halte ein und wanke ...

Ich dachte an des Atems Kraft,
und wünschte diesem Herzen,
dass dort, wo eine Wehmut klafft,
ein Hauch der Liebe Wege schafft,
das Trübe zu verschmerzen.

"Sei achtsam, Herz, dann spürst du bald
den Atem, der dich rettet.
Auf einmal ist dir nicht mehr kalt,
denn da ist eine Lichtgestalt,
die dich in Wärme bettet."


(c) Bettina Lichtner

Samstag, 25. Mai 2013

Liebe Sonne!

Sonne, liebe Sonne, bist du wütend auf die Welt?
Hast dir dein Gesicht mit einer Wolkenfront verstellt.
Schüttest uns mit Tränen voll, wie soll man das verstehn?
Würd' mich wirklich furchtbar freuen, dein Gesicht zu sehn!

Sei doch nicht so prüde, nicht so schüchtern, nicht so fad!
Schick doch nicht im Mai uns diesen Wettermixsalat.
Zeig uns deine Schönheit, die so einzigartig ist.
Du weißt doch genau, dass du die Königliche bist.

Eigentlich ist grau doch nicht die Farbe, die du liebst.
Wenn du nur ein wenig mal das Grau zur Seite schiebst,
könnten wir dein goldenes, so strahlend helles Kleid
auch einmal bewundern - doch du hast ja keine Zeit.

Willst du uns bestrafen? Oder fehlt dir gar die Lust?
Dauernd dieser Regen führt zu mannigfachem Frust.
Gib dir einen Ruck! Lass uns dein Licht zur Freude sein.
Bitte, liebe Sonne, halte mit dem Weinen ein ...


(c) Bettina Lichtner

Fußballzirkus

Ein kleiner runder Ball, dazu ein sattes frisches Grün.
Schon sieht man Hunderttausende ins Stadion einziehn.
Es kämpfen die Giganten aus dem heimatlichen Land
in London um den Sieg - und dann gibt 's Kohle auf die Hand!!!

Die Bayern gegen Dortmund - und die Spannung steigt und steigt.
Wer hat am Ende wem wohl seine Stärke aufgezeigt?
Wohlan, es kann beginnen, die Getränke stehen kühl.
Ich sitze vorm TV-Gerät - fernab vom Fan-Gewühl.

Der Blutdruck geht heut abend mir gar mächtig in die Höh'.
Ich bin elektrisiert von oben an bis hin zum Zeh!
Gepuscht durch all die Medien, bin ich schon recht nervös.
Die Show ist übertrieben - so wie immer - und pompös.

Ich wünsche beiden Teams ein faires und ein schönes Spiel.
Den "Pott" zu holen, ist das heute angestrebte Ziel.
Nur einer kann gewinnen und schon morgen ist 's vorbei.
Und nächstes Jahr beginnt der ganze Fußballzirkus neu.


(c) Bettina Lichter

Donnerstag, 23. Mai 2013

Schade eigentlich

Und schon schimmelt das Gemüse
(Herkunftsland: Europa-Wiese),
das ich heute frisch erworben.
Frisch ist gut! Es ist verdorben -
was ich vorher gar nicht sah!
Plötzlich ist der Schimmel da!!

Welch ein Pelz schaut mir entgegen!
Vitamine? Ach, von wegen!
Matschig und geruchsbelastet -
ekelhaft! Mein Auge tastet
sich durchs wuchernde Geschwür.
So viel Geld! Jedoch, wofür???

Eine ganze Fliegenmeute
stürzt sich gierig auf die Beute.
Ist schon bald darin versunken!
Von der Gier ganz sturzbetrunken,
stinkend gar wie fauler Fisch,
fall'n sie auf den Opfertisch.

Eine ruft noch ganz benommen:
"Habt Ihr 's gar nicht mitbekommen??
Vegetarisch war die Speise!"
Eine andre: "Psssst, sei leise.
Wenn der Mensch uns erst erblickt,
werden wir zu Brei gedrückt."

Ich indes hol' eine Tüte
(fürs Insekt nicht! Gott, behüte ...),
werf' die schimmelige Ware
in den Müll! Rauf mir die Haare,
weil mein Mahl im Eimer steckt.
Nur den Fliegen hat 's geschmeckt ...


(c) Bettina Lichtner

Sie trauert und trauert

Und die Vogelmutter schreit,
und die Vogelmutter trauert.
Ohne Ende ist ihr Leid.
Und ich habe sie bedauert.

Ihrer Brut, die eben froh
noch im Nest nach Futter schmachtet,
hat die Elster - oh oh oh -
nach dem Leben jüngst getrachtet.

Und jetzt fliegt Mama herum,
sucht und fleht nun schon seit Tagen.
Keine Stunde ist sie stumm,
es ist kaum mehr zu ertragen.

Schaut ins Vogelhäuschen rein,
doch umsonst! Sie mussten sterben -
ihre vielen Kinderlein.
Welch ein furchtbares Verderben.

Könnt' ich helfen .... aber wie?
Ach, es ist nicht zu erklären.
Und ich habe meine Müh',
ihren Schmerz zu überhören.

Es tut weh, sie so zu sehn.
Die Natur geht hart zu Werke.
Und ich kann nur hilflos stehn.
Bitte, Gott, so gib ihr Stärke ...


(c) Bettina Lichtner



Mittwoch, 22. Mai 2013

Der Kuss Gottes

Nachwuchssorgen??? Ha ha ha!!!
Dreimal laut gelacht!
Seht doch! Meister Adebar
hat die Nester voll gemacht!

Küken, wo das Auge schaut!
Und es piept und piept.
Geht mir flugs unter die Haut.
Hab' die Klänge so geliebt.

Mancher Mensch bleibt staunend stehn.
Ist gar so verzückt.
Will das Wunder sich besehn,
das ihm glatt die Seele flickt.

Lächelnd hält die Stunde ein,
und der Lärm ruht aus.
Mit dem Kreislauf eins zu sein,
haben Tiere uns voraus.

Vor den Toren der Natur
jagt das Geld die Gier.
Doch der wahre Wert der Uhr,
den begreife ich nur hier.

Hier, wo Geld nicht wichtig ist.
Hier am seichten Fluss.
Wo du findest, wer du bist.
Hier empfängst du Gottes Kuss ...



(c) Bettina Lichtner




Zeitlos

Im September, im September - ach, das ist ja nicht mehr lang -,
im September ist schon wieder (denkt doch nur mal) Herbstanfang!
Als ich aus dem Fenster schaue, wird mir plötzlich sonnenklar:
Gibt kein Frühling, Sommer, Winter - gibt nur Herbst! Das ganze Jahr.

Denn der Sturm braust um die Türen, wie im Herbst (und das im Mai).
Und er hat noch literweise feinsten Regen mit dabei.
Und die Blätter an den Bäumen fallen lang' vor ihrer Zeit
auf den Boden und sie tragen noch ein frisches grünes Kleid.

Aber ich, ich lauf' noch immer wie ein Zwiebelchen herum.
Schicht auf Schicht deckt mir den Leib und wächst sich fest, herrje, wie dumm.
Völlig ausgehungert liegt der Körper auf der Sonnenbank,
denn der Lichtermangel macht ihn nicht nur weiß, er macht ihn krank ...


(c) Bettina Lichtner

Dienstag, 21. Mai 2013

Drama im Garten

Ich war nicht da, es zu verhindern!
Ein einzig mal nicht aufgepasst.
Den tiefen Schmerz kann ich nicht lindern.
Ach, welch so tonnenschwere Last.

Die Meise weint um ihre Kleinen,
sie liegen alle tot im Beet.
Es war die Elster, möcht' ich meinen,
die angeklagt im Raume steht.

Die Mutter fliegt ums Nest - verzweifelt.
Sie ruft und ruft - doch nichts geschieht.
Ich seh, dass ihre Träne träufelt.
Es drang der Feind in ihr Gebiet ...

Wie gern, wie gern, hätt' ich vertrieben
den Tod im rabenschwarzen Kleid.
Die Meise sucht nach ihren Lieben,
ach, wie ihr Herz so bitter schreit.

Ich bin mit ihr im Schmerz verbunden,
doch trösten kann ich nimmer sie.
Die Brut hat ihre Ruh gefunden
unter den Rosen - vis-à-vis.


(c) Bettina Lichtner


Moore, Oklahoma

Ein Sturm der Verwüstung rast über das Land,
sein Sog bringt den sicheren Tod.
Wo eben das Leben in Blüte noch stand,
liegt plötzlich die bittere Not.

Er reißt in Sekunden rein alles entzwei,
und schlägt eine Schneise des Leids.
Er kommt aus dem Nichts und schon ist es vorbei -
der Tod schnitzt das hölzerne Kreuz.

Das Habgut fliegt wild in den Lüften herum.
Ein Leben .... vom Winde verweht.
Der Schock lähmt die Blicke, der Schock macht uns stumm.
Der Schock eint zum stillen Gebet.



(c) Bettina Lichtner

Montag, 20. Mai 2013

HOLT MICH HIER RAUS

Der Gesichtszug ist entgleist.
Und das Wetter trägt die Schuld.
Und ich spür', dass die Geduld
bald in tausend Stücke reißt.

Dieses stete Himmelsgrau
drückt die Stimmung mir ins Tal.
In mir drängt sich wieder mal
jener wutentbrannte Stau.

Sitz' im trauten Heime fest.
Und der Garten liegt so öd.
(was mir bis zum Halse steht!).
Ungeliebter Hausarrest.

Selbst der Wetterfrosch haut ab.
"Lenz, was tust du uns nur an?
Hast den Regen im Gespann -
und die Sonne liegt im Grab.

Schau' schon wie die Kanzlerin!
Denn der Mund hängt rechts und links.
Schien' die Sonne, ach, dann ging 's.
Doch das kriegst du ja nicht hin."

Vielleicht wandere ich aus!
Fahr' der Sonne hinterher
(wenn es doch so einfach wär'),
MIR IST KALT. HOLT MICH HIER RAUS!!!


(c) Bettina Lichtner




Samstag, 18. Mai 2013

Freudentanz

Lauter kleine Regentröpfchen
bilden lauter Straßennäpfchen.
Wer hineintritt schimpft sich was,
denn er hat die Kleider nass.

Kommt ein Kindchen - wild im Spiele -
hüpft ins Pfützchen und ich fühle,
welche Freude ihm das bringt,
wenn es in das Nasse springt.

Unbeschwerte Dinge machen,
losgelöst und frei zu lachen -
Kind, du bist des Glückes reich,
und ich tauschte gern und gleich.

Böse sind derweil die Blicke
(sitzt der Neid gar im Genicke??)
von den Alten drumherum,
schütteln ihre Häupter stumm.

Ach, nun seid nicht so verbissen.
Ihr müsst doch am besten wissen,
dass die Kindheit kurz und knapp.
Seid nicht grantig! Lacht Euch schlapp!!!


(c) Bettina Lichtner

Freitag, 17. Mai 2013

Schlechtes Spiel

Feiertage locken in die Läden,
Werbebranchen ziehen ihre Fäden.
Und der Mensch - vom Kauf besessen - folgt hypnotisiert.
Merkt ja gar nicht, wie er Cent für Cent für nichts verliert.

Einkaufswagen stöhnen unter Lasten.
Und die Leute raffen ohne Rasten.
Dieses, jenes - alles rein, den Läden zum Gewinn.
Neid ist ihnen sicher und sie baden sich darin.

Glauben sie, die Welt geht vor die Hunde?
Glauben sie, es naht die letzte Stunde?
Glauben sie, der Erde droht der schnelle Untergang?
Glauben sie, die Menschheit lebt wahrscheinlich nicht mehr lang?

Ach, es ist nur Pfingsten, liebe Leute.
Legt die ganzen Taler doch beiseite!
Kauft nur das, was nötig ist, sonst landet, was zu viel,
auf dem Müll, derweil ein andrer hungert .... Schlechtes Spiel ...

(c) Bettina Lichtner

Donnerstag, 16. Mai 2013

Optische Täuschung

Wenn ich dir die Haut vom Leibe risse,
wie den Vorhang jeglicher Kulisse,
und das Herz ganz schutzlos wär' und nackt -
hätte dich die Angst am Schopf gepackt?

Hätte ich die Seele dir entblättert,
wärst du mir erbost aufs Dach geklettert?
Nur ein kleiner Blick ins Innre dein,
wird der Neugier doch gestattet sein.

Fände ich vielleicht gezinkte Karten?
Würden dort geheime Wünsche warten?
Eins, zwei, drei, so sag mir, wer du bist -
was ist wahr und wo schaut mir die List?

Möchte einen Innenblick erheischen.
Bist du ehrlich? Willst du mich enttäuschen?
Risse ich vom Leib dir deine Haut -
welches Wesen hätte mir geschaut?


(c) Bettina Lichtner

Mittwoch, 15. Mai 2013

Halbes Ganzes

Auf Händen getragen, mit Füßen getreten -
so kann es der Liebe ergehn.
Erst fliegen die Rosen und dann die Macheten.
Wie schnell sich die Winde doch drehn.

Vom Himmel zur Hölle - kein Weg ist wohl schmaler.
Der Schmetterling stirbt auf dem Dorn.
Das bittere Ende kost' Nerven und Taler,
das Süßliche mündet in Zorn.

Die Küsse erkaltet. Gefühle im Keller.
Die Zärtlichkeit wendet sich ab.
Und irgendwann dreht dann ein Staatsoffizieller
der Ehe das Feurige ab.

Hinfort ist das Fieber, das Kribbeln im Magen.
Die Silbe vorm Traum heißt nun "Alb".
Es wollten zwei Herzen das Glücklichsein wagen,
doch nun ist ein jedes nur halb.



(c) Bettina Lichtner

Dienstag, 14. Mai 2013

Blind Date

Es flattert mir ein Brief ins Haus,
und will geöffnet sein.
Ich halt die Spannung nimmer aus,
und luge sacht hinein.

Mit allerfeinstem Tintenzug
blickt mir ein lieblich Wort.
Es kriegt mein Auge nicht genug,
und fährt zu lesen fort.

Umsäuselt wird mein Herz, und mir
errötet das Gesicht.
Derjenige hat ein Gespür,
wie man das Herz mir bricht.

Umrahmt sein Werk gar künstlerisch
mit selbstgemaltem Kuss.
Er schreibt mir ach so schwärmerisch,
dass ich mich zügeln muss.

Betört von dem Verehrerbrief,
der flatternd zu mir fand,
erträumte ich mir, als ich schlief,
ich hätt' ihn gern gekannt ...


(c) Bettina Lichtner


Montag, 13. Mai 2013

Mit allen Sinnen



Ich höre was, was du nicht hörst,
weil du dein Ohr mit Lärm beschwerst.
Doch unter diesem Himmelsdach,
ist weitaus mehr als Menschenkrach.

Da tropft der Regen auf das Blatt,
da hört mein Ohr am Wind sich satt,
da singt ein Vöglein mit Bedacht
ein letztes Lied zur guten Nacht.

Da nagt der Zahn an unsrer Zeit,
da klagt das Meer mir stumm sein Leid,
da fleht der Fisch am Angelzwirn,
es würde wer sein Flehen hörn.

Da fiept die Maus im hohen Gras,
da summt die Biene und vergaß
den Nektar fast im Blütenhut.
Und hungrig schreit die Amselbrut.

Ich sehe was, was du nicht siehst,
ach, weil du durch die Stunden fliehst.
Doch unter diesem Himmelszelt,
ist so viel Schöneres als Geld.

Da kämpft durch eine Knospe scheu
ein Rosenblatt den Weg sich frei.
Da müht sich gar der Löwenzahn
vom hässlichen zum schönen Schwan.

Ein Käfer läuft den Baum hinauf,
ganz ohne Müh' und ohne Schnauf.
Ein Eichhörnchen schwingt ohne Rast
von einem hin zum nächsten Ast.

Die Taube sucht im Überfluss
ein Brotstück, weil sie fressen muss.
Die Schnecke bringt mir Ruhe bei,
und jeden Tag ist alles neu.

Ich sehe, höre, fühle gar,
die Welt ist ja so wunderbar.
Mit Feingefühl und mit Gespür,
da findet sich des Wunders Tür .....


(c) Bettina Lichtner

Sonntag, 12. Mai 2013

Einmal verwöhnt

Nix mit Frühtanz für die Mütter,
denn das Wetter spielt verrückt.
Regenschauer und Gewitter
hat Herr Petrus uns geschickt.

Also bleibt man brav zuhause,
und macht sich die Stunden schön.
Vielleicht Sekt und Zitrobrause,
und mal in die Röhre sehn.

Füße hoch, der Rest kann warten.
Heut' spielt das Verwöhnprogramm.
Gerne säße man im Garten,
doch es regnet gar so stramm.

Mutti darf sich mal entspannen,
wird umsorgt von jedermann.
Macht der Tag sich erst von dannen
fängt ihr Alltag wieder an ....



(c) Bettina Lichtner


Stunde der Abrechnung, Teil 2 Mutter

Auch die "Mutter" sei bedacht:
Mund und Augen zugemacht.
Hartes Wort und harte Hand.
Eisig kaltes Kinderland.

Liebe Gesten? Trost und Schutz?
Weggeschaut bei jedem Schmutz!
Scheinheiliges Zeitgerüst.
Und mein Kopf, der nichts vergisst.

Ums Vertrauen nicht bemüht.
Elternhaus ein Feindgebiet!
Jede Freundschaft ward verwehrt.
Einsamkeit ist eingekehrt ...

Die Ihr "Eltern" Euch genannt,
seid aus  meiner Zeit verbannt!!!!!
Aus der Hölle kam ich frei.
Ihr seid mir heut' einerlei!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!



(c) Bettina Lichtner

Samstag, 11. Mai 2013

Tag für Tag

Lieber Tag, so fliehst auch du.
Wie die andren all die Jahre.
Du machst deine Äuglein zu,
legst dich still auf Gottes Bahre.

Hab' versucht, dir Freud' zu sein.
Gab mein Bestes, dich zu ehren.
Bald schon lässt du mich allein,
und wirst mir den Rücken kehren.

Vierundzwanzig Stunden lang'
durften wir uns kennenlernen.
Ich war voller Tatendrang -
gleich erlischen die Laternen.

Danke für die schöne Zeit,
die sekündliche Enthüllung.
Du und ich heut' Seit' an Seit' -
welch so wertvolle Erfüllung.

Du wirst gehen, ich bleib hier,
bis zum letzten meiner Tage.
Wisse, dass ich viel von dir
stets bei mir im Herzen trage.


(c) Bettina Lichtner

Freitag, 10. Mai 2013

Gefahr gebannt

Ein verdammter Eichelhäher
will ans Nest der Meisenbrut.
Kommt ihm gar bedrohlich näher!
Eltern sind schon auf der Hut.

Und sie zetern und sie kreischen,
weil den Kindern Böses droht.
Doch der Feind lässt sich nicht täuschen.
Im Gepäck trägt er den Tod.

Mutig fliegt das Meisenpärchen
immer um das Nest herum.
Ich erstarre! Um ein Härchen
dachte ich, er bringt sie um!

Ich will helfen und ich schlage
dreimal kräftig in die Hand.
Und die Eichelhäherplage
ist für den Moment gebannt ...


(c) Bettina Lichtner

Donnerstag, 9. Mai 2013

Petrus und die Väter

Petrus ist heute auf Seiten der Männer,
er ist ein Vater- und Feiertagsgönner,
und malt den Himmel mal wolkig, mal gülden
(jedenfalls hier in den Heimatgefilden).

Kein Tröpfchen Regen und wärmende Stunden
locken die Herren zu Vatertagsrunden.
Fröhlich genießen sie Bratwurst und Bierchen,
achten nicht ganz auf ihr Männerfigürchen.

Andere Väter flanieren durchs Städtchen,
samt ihren Kindern vorbei an den Lädchen,
nehmen sich Zeit, mit den Kleinen zu spielen
und sich gar selbst wie ein Junge zu fühlen.

Jeder gestaltet den Tag sich zur Freude,
mit oder ohne "Getränk aus Getreide".
Petrus hilft mit, so sind alle zufrieden.
So ward den Vätern ein Festtag beschieden ...


(c) Bettina Lichtner

Stunde der Abrechnung, Teil 1 Vater

"Vater", wenn du dieses liest:
DU hast mir das Sein vermiest.
Hast die Seele mir zerstört
und mir manchen Weg erschwert.

Meine Würde ruiniert,
die Gefühle malträtiert.
Du bist nichts als Luft für mich!
Ehren kann ich nimmer dich.

Was du tatst, das tut man nicht.
Schande auf dein Angesicht!
Kindheit, Jugend - alles Mist.
Dass du noch zugegen bist ...

Gott und seine Engelein
werden immer bei mir sein.
Vatertag? Welch Ironie!
Ich verzeih' dir nie, nie, nie ...


(c) Bettina Lichtner

Mittwoch, 8. Mai 2013

Vater(Staat)Tag

Morgen fährt Christi zum Himmel hinauf!
Welch eine kirchliche Feier.
Morgen, da grölen sie "Sauf, Bruder, sauf!"
(Vatertag schließt mit Gereier.)

Horden von Männern (hauptsächlich in blau)
radeln dann wieder durchs Grüne.
Ihre Domäne! Mal ganz ohne Frau!
(Die macht zum Spiel gute Miene.)

Laute Gesänge - das Wort meist gelallt -.
Hopfen und Malz machen 's möglich.
Was mir da morgen zur Ohrmuschel schallt,
ist ab und an unerträglich.

Wie dem auch sei, ach, es ist mir zum Trost,
dass auch die Mütter bald feiern.
Hebt Eure Gläser zum durstigen Prost.
(Morgen, da klingeln die Steuern ...)


(c) Bettina Lichtner




Dienstag, 7. Mai 2013

Gewinnmaximierung

Weißt du, wie ein Herz es schafft,
das Glück zu maximieren?
Nun, man muss die Liebeskraft
mit Freud' multiplizieren.

Und schon fliegt ein Glück umher
und setzt sich munter nieder.
Dieser Trick ist gar nicht schwer
und klappt auch immer wieder.

Plötzlich gehen Lichter an,
und Dunkelheiten schwinden.
Ach, es ist so schnell getan,
Glückseligkeit zu finden.

Hängt dir deine Seele fest
in trüblichen Gedanken,
schenke ihr ein Freudenfest,
und sie vergisst, zu wanken.

Denke dran, wie leicht es geht
per Mulitplikation.
Wer dies' Einmaleins versteht,
der spürt des Glückes Lohn.


(c) Bettina Lichtner

Montag, 6. Mai 2013

Liebe überall

"In die Länge, in die Breite, in die Höhe
wächst mein Herz, wenn ich in deine Augen sehe.
Und es spielt total verrückt bei deinem Lachen.
Ach, der Frühling bringt schon merkwürdige Sachen.

Ich vibriere, wenn ich deine Stimme höre.
Und ich bin der Ohnmacht nah, ja, ja, ich schwöre.
Eine Hitze (mit der Sonne zu vergleichen)
will den Panzer um den Körper mir erweichen.

Ich zerschmelz', wenn ich in deinen Armen liege.
Und ich spüre, wie ich neue Kräfte kriege.
Eine Gänsehaut umwickelt meine Knochen.
Und die Blutgefäße fangen an zu kochen."

Und so säuselte die Meise ihrem Männchen.
Und er fliegt um sie herum und singt ein Ständchen.
Ihre Brut indes ist hungrig und will fressen.
Ups, das hätten die Verliebten fast vergessen ...


(c) Bettina Lichtner




Sonntag, 5. Mai 2013

Trödeltag

Spuren eines Lebens hält der Trödelmarkt bereit.
Stumme Zeugen einer so vermissten alten Zeit.
Meine Blicke hängen in Erinnerungen fest.
Doch des Händlers Preisvorstellung gibt mir glatt den Rest.

Und ich denke: "Meine Güte, was für eine Gier!"
Fange an zu feilschen in gar weiblicher Manier.
Augenaufschlag, Lächeln und ein Wort, das süßlich lockt.
Und so wird minutenlang nun Cent um Cent gezockt.

Will das letzte Angebot nochmal im Geist besehn.
Sag' dem Händler: "Muss nun erstmal ein paar Schritte gehn."
Und derweil ich denke, ob ich 's kaufe oder nicht,
zieht ein Hauch der Freude übers denkende Gesicht.

Denn vier Stände weiter wird die Sehnsucht mir gestillt.
Preis in Ordnung, also wird der heiße Wunsch erfüllt.
Ach, wie bin ich glücklich und der Händler von vorhin
hebt den Daumen und ist froh, dass ich zufrieden bin.


(c) Bettina Lichtner

Freitag, 3. Mai 2013

Seelenlicht

Die Seele hängt am Wetter, wie der Süchtige am Stoff.
Sie lechzt nach Wärme und sie braucht das Licht.
Denn wenn erst ihre Freude in der Regenzeit ersoff,
dann siehst du es: dann lächelt sie dir nicht.

Sie saugt sich wie ein Schwamm an jeder Sonnenstunde satt,
und tankt die leeren Speicherkammern voll.
Doch wenn 's im Jahr nicht allzu viele Sonnenstrahlen hat,
dann spielt die Seele einen tiefen Moll.

Sobald jedoch der Himmel seine blaue Farbe zeigt,
verändert sich die Stimmung wie im Flug.
Dann dreht sie sich ins Helle und die dunkle Seite schweigt,
und nie hat sie von alledem genug.

Sie hat das Hier und Jetzt zu ihrem Lebensweg gewählt.
Was morgen ist, das ist ihr einerlei.
Hat gestern noch der Regen die Gefühlslage gequält,
so ist sie heute aller Sorgen frei ...



(c) Bettina Lichtner

Donnerstag, 2. Mai 2013

Müllkind

In wessen Nest die Zeit beginnt,
kann niemand von uns ahnen.
Den einen, den man liebgewinnt,
dem ebnet man die Bahnen.

Doch ständig landet feig und still
ein Kind, das neu geboren,
ganz namenlos im Dreck und Müll,
und ist der Welt verloren.

Ihm war das Leben nicht vergönnt,
von Liebe ganz zu schweigen.
Wer nicht des Triebes Folgen kennt,
soll keine Kinder zeugen.

Ach, schützt Euch doch beim Liebesspiel,
dann müsst Ihr auch nicht morden.
Was ist aus nur aus dem Feingefühl
und der Vernunft geworden???


(c) Bettina Lichtner

Mittwoch, 1. Mai 2013

Welcome

Einen Blumenstrauß, gebunden
nur aus sonnig warmen Strahlen,
hab ich heute vorgefunden
(ist mit Geld nicht zu bezahlen).

Ach, der Mail will uns betören,
gibt sich von der besten Seite.
Und fürwahr, ich möchte schwören,
er betört uns nicht nur heute.

Der April samt Kapriolen
packte leise seine Sachen.
Und nun treiben Gladiolen
ins Gesicht ein zartes Lachen.

Leichter Frost noch in der Frühe,
doch die Sonne ist verlässlich,
dass ich selber gar erblühe,
und mein Geist gibt sich vergesslich.

Denkt nicht weiter an den Regen,
an die vielen kalten Tage.
"Mai, ach Mai, du bist ein Segen
nach der ganzen Winterplage."




(c) Bettina Lichtner