Mittwoch, 31. Juli 2013

Erhebe dich!

Der Stubenhocker plagte sich mit hohem Faulfieber!
Er lag auf seinem Sofa wie ein Löwe - satt und müd'.
Statt Frischluft war die Zimmerwärme tausendmal ihm lieber.
So hörte er nur selten ja das Nachtigallenlied.

Er holte sich die Welt in seine Bildschirmapparate.
Es waren ihm TV und auch das Internet genug.
Nur ab und an, da zog er auch das Radio zu Rate.
Der Gang dorthin, der kostete ihm manchen Atemzug.

Am liebsten aber aalte er sich träge in den Kissen.
Die meiste Zeit des Tages war der Körper waagerecht.
Von Sport und Fitness wollte er partout kein Wörtchen wissen.
Von jeder kleinsten Anstrengung, da wurde ihm gleich schlecht.

Zum Einkauf ging er selten. Er war Pizza-Service-Kunde.
Da brachte man die Nahrung gleich direkt bis an die Tür.
Das Fastfood zeigte Spuren, denn es mehrten sich die Pfunde.
Zum Spiegel sprach der Stubenhocker: "Hey! Wen zeigst du mir???"

Der Körper wurde krank von den verfetteten Organen.
Er platzte aus den Nähten, weil er schwoll und schwoll und schwoll.
Drum fing er an, mit Schmerz und Leid und Sonstigem zu mahnen.
Er hatte von der Völlerei die Nas' gestrichen voll.

Nun endlich fing der faule Mensch mal an zu überlegen.
Er wurde sich bewusst, dass er was richtig Falsches tat.
Er schleppte sich nach draußen und fing an, sich zu bewegen.
Und jetzt fährt er von A nach B am liebsten mit dem Rad.



(c) Bettina Lichtner

Dienstag, 30. Juli 2013

Steinige Wege

Was rumpelt in der Seele und zieht dich ins schwarze Loch?
Es scheint mir gerade so, als trügst du wie ein Ochs das Joch.
Die Schritte werden schwer und deine Kräfte werden matt.
Und drumherum da fragt man sich: "Was der wohl wieder hat?"

Ich sag' dir was da rumpelt und die Luft zum Atmen nimmt:
das sind die tausend Sorgensteine! Drum bist du verstimmt.
Du hast sie dir gesammelt in dem grauen Kummerland.
Jetzt bist du völlig ausgelaugt und fühlst dich ausgebrannt.

Das Maß ist voll, nichts geht mehr rein! Nun auf zur Müllabfuhr!
Schmeiß alles raus, was dir zur Last. Und schau auf deine Uhr!
Die Zeit des Lebens läuft allmählich ab! Jetzt aber schnell.
Die Leichtigkeit verwandelt dich zum munteren Gesell.

Wirf plagende Gedanken weg und reinige den Geist.
Wirf fort, was dich im Inneren nur zwickt und haut und beisst.
So trägst du Stein um Steinchen ab und bald schon bist du clean.
Und kannst mit einem Lächeln ganz befreit durchs Leben ziehn.



(c) Bettina Lichtner

Hundert Träume

Lauter Träume band ich fest an den Ballon,
und dann schickte ich sie himmelwärts davon.
Manche platzten schon nach kurzer Zeit im Wind.
Und von andren weiß ich nicht mehr, wo sie sind.

Von den hunderten, die ich dereinst geträumt,
hab' ich etliche vergessen und versäumt.
Haben zwei bis drei erfüllend mich berauscht.
Hätt' ich drei bis vier am liebsten noch getauscht.

Doch die meisten, wie gesagt, sind futsch und weg.
Und ich frag' mich nach des Träumens wahrem Zweck.
Ist doch Zeitverschwendung! Reine Fantasie!
Sie erfüllen sich zum größten Teile nie.

Aber trotzdem hört das Träumen niemals auf.
Und schon wieder nehmen Träume ihren Lauf.
Und sie fliegen, und sie platzen - wie gehabt.
Was das Träumen angeht, ist der Mensch begabt!!!



(c) Bettina Lichtner

Montag, 29. Juli 2013

LOVE

Lasst aus eurer Seele unentwegt die Liebe sprudeln.
Tränkt damit die Herzen, dass sie nicht mehr durstig sind.
Sollt die andren Menschen nicht mit Hass und Wut besudeln.
Höret damit auf! Sonst wird die Welt der Liebe blind.

Nichts macht so viel Spaß, als sich einander froh zu lieben.
Ach, es ist so schön, wenn sich die Liebe reich vermehrt.
Würde sich ein jeder gleich im "Liebe schenken" üben,
liefe auf der Welt in Sachen Liebe nichts verkehrt.

Liebe ist ein süßes Wort und mundet gar vorzüglich!
Füllt den ganzen Körper aus und tut so richtig gut.
Wer von ihr probiert, der wird im Nu verdammt vergnüglich.
Lieben kann doch jeder! Oder braucht ihr etwa Mut?

Liebe ist wie Öl und geht von hoch bis tief hinunter.
Wärmt im Lenz, im Sommer, Winter und im Herbst ja auch.
Macht die grauen Stunden dir gleich augenblicklich bunter.
Kribbelt ja so herrlich dir im aufgeregten Bauch.

Liebe ist das Salz der Suppe. Einfach unentbehrlich.
Gibt der Seele Flügel und verlockt das Herz zum Tanz.
Liebe macht uns schön, und (stellt euch vor) sie macht begehrlich.
Liebe ist der Sinn des Lebens und sie macht uns ganz.



(c) Bettina Lichtner

Ruhe bitte!




"Gebt mir meine Stille wieder", ruft der Raum den Leuten.
"Statt Gerede und Geschrei nur andachtsvolles Schreiten.
Will den Quatsch nicht widerhallen, den ihr bei mir lasst.
Lieber als Millionen Massen, ist ein ruhiger Gast.

Will die Stille wirken lassen, mich darin verlieren.
Keine Hektik, keine Eile will ich darin spüren.
Ungezähltes Schuhwerk, das mich allenthalben tritt.
Keiner aus der Menge sah mir an, wie sehr ich litt.

Käm' auch Euch zugute, wenn 's mal ganz bedächtig wäre.
Ach, ich sehn' mich so nach einer innerlichen Leere.
Vierundzwanzig Stunden lang nur Lärm! Es ist zu laut.
Mit den Jahren hat sich so viel Nutzloses gestaut.

Wie ein praller Luftballon, so fühl' ich mich beizeiten.
Gebt mir meine Stille wieder!!!", ruft der Raum den Leuten.
Doch herrje, im Krach, da hört man 's Flehen leider nicht.
Dabei stünde Stille uns erholsam zu Gesicht.



(c) Bettina Lichtner

Sonntag, 28. Juli 2013

Leberlaus

Nach außen kalt wie Stahl
und innen butterzart.
Das Herz ein stiller Saal,
die Außenwände hart.

Die Augen sagen viel,
der Mund spricht roh und rau.
Das innere Gefühl
erkennt man nicht genau.

Die Rüstung auf der Haut
lässt gar nichts raus und rein.
Die Seele schreit so laut,
und muss doch leise sein.

Es schickt sich heute kaum
ein Tag der öffnen Tür
zum innerlichen Raum,
zum inneren Gespür.

Das Päckchen, das dort liegt,
und nie auf Reisen geht,
und tausend Tonnen wiegt,
und stets im Wege steht,

das will kein andrer sehn.
Sie schließen Ohr und Mund.
Musst trotzdem aufrecht gehn
mit diesem schweren Pfund.

Ein andrer schaut hinaus,
als der, der innen wohnt.
Die Leber auf der Laus,
die thront und thront und thront ...


(c) Bettina Lichtner

Freitag, 26. Juli 2013

Tu was

Die Langeweile schleicht ums Haus,
sie zieht mir Energien raus.
Was soll ich denn nur tun,
als unentwegt zu ruhn?

Mir fällt nichts ein. Kein Plan, kein Ziel.
Der Geistesblitz, der lässt mich kühl.
Ein Gähnen - lang und breit -
betont die Schläfrigkeit.

Die Decke fällt mir auf das Haupt.
Ich bin der Fantasie beraubt.
Wie lang der Tag doch ist,
wenn du gelangweilt bist.

Das kann 's doch nicht gewesen sein?
Noch fließt das Leben durchs Gebein,
doch merken tu ich 's nicht.
Wo bleibt des Tunnels Licht?

Was mach' ich nur, was mach' ich nur?
Von Einfallsreichtum keine Spur.
Es fehlt mir die Idee.
Die Stunde flieht, au weh ...



(c) Bettina Lichtner

Mittwoch, 24. Juli 2013

Kleiner Prinz

Ein Königskind betritt die Welt und jene steht gleich Kopf.
Sie stürzen sich wie wild auf den erst Stunden alten Schopf.
Kanonendonner zur Begrüßung für das blaue Blut.
"Der Prinz ist da! Der Prinz ist da! Ein dreifacher Salut!"

Ich heiße dich willkommen so wie jedes Menschenkind,
das diese Erde reicher macht, wes Standes sie auch sind.
Ob blaues, rotes, gelbes Blut in ihren Adern fließt,
das ist mir völlig gleich, ich hab ein jedes gern begrüßt.

Frau Müller kriegt 'nen Sohn, doch intressiert es nicht den Rest.
Frau Meier eine Tochter, was die Menschen freudlos lässt.
Ob Früh-, ob Spät-, ob Totgeburt - tagtäglich überall -
ein Schicksal nur von vielen und ein namenloser Fall.

Doch wehe König, Kaiser, Star und sonstiger Komet
kriegt Nachwuchs, weiß es in Sekunden jeglicher Planet.
Die Paparazzi prügeln sich ums erste Babybild,
die Gier nach guten Fotos scheint wohl niemals je gestillt.

So fängt das zarte Leben gleich mit Blitzlichtstürmen an.
Und jenes Leben, das im Schatten ebenso begann,
bleibt unbehelligt, selbst der rote Teppich bleibt ihm fremd.
Es lebt sich auch viel besser in dem anonymen Hemd ...


(c) Bettina Lichtner

Fata Morgana

Die Hitze treibt den Wahn voran,
ich sehe schon Gespenster.
Ich blickte in die Nacht und dann ......
Was sah ich durch das Fenster??

Am Himmel stand (bei Gott, ich schwör!!),
da stand eine Melone!!
Sie abzupflücken war zu schwer.
Sie saß auf hohem Throne!

Es knurrt der Bauch! Der Hunger schreit:
"Melone, komm' herunter!"
Der Geist hält das Gedeck bereit,
und leidet auch darunter.

Denn was er will, das kriegt der nicht.
Die Frucht bleibt stur und störrisch.
Sie zeigt ihr sattes Angesicht,
und wirkt so edel herrisch.

Ich such' nach Chance und Möglichkeit,
sie endlich zu genießen.
Da spricht sie: "Mach' die Seele weit,
dann werd' ich dich versüßen."

Sie hat es gar so lieb betont,
ich folg' ihren Geschichtchen.
"Ach du bist es, geliebter Mond!
Ich hielt dich für ein Früchtchen ....."



(c) Bettina Lichtner

Dienstag, 23. Juli 2013

Du machst mich heiß

Oh, du großer Feuerball. Du glühender Moment!
Seh ich dich, dann wird mir heiß. Der Schweiß - er rennt und rennt.
Du reißt mir das Kleid vom Leib, bald bin ich fast entblösst.
Wäre gern die Katze, die im Schatten liegt und döst.

Jeder Schritt ein Müßiggang. Siesta bis um drei.
Weiß dich gut zu händeln, denn du bist mir ja nicht neu.
Jedes Jahr - wenn Petrus will - dann sind wir zwei per Du.
Will dich wohl genießen, denn du schwindest auch im Nu.

Mag mich nicht beklagen, denn ich hab' ich ja ersehnt.
Habe dich im Reime ja so flehentlich erwähnt.
Und nun bist du hier und brennst mit gnadenloser Kraft.
Schickst mich gar ins Zimmer und verordnest Einzelhaft.

Doch das ist okay, denn in dem Zimmer ist es kühl.
Kann auch gar nicht sitzen auf dem feurigen Gestühl.
Erst zur lauen Nacht, wenn du im Ewigen versinkst,
komme ich hervor, und freu mich, wenn du glutrot winkst.

Allerliebste Sonne, welch ein Sommer! Habe Dank!
Bin zwar lieber drinnen, denn zu viel von dir macht krank.
Scheine du nur weiter, eh der Herbst dich dann vertreibt.
Sei gewiss, dass mir im Herz ein Fünkchen Sonne bleibt.



(c) Bettina Lichtner

Montag, 22. Juli 2013

Ein Grund zum Träumen

Unter mir ruhen die Toten, die Leisen.
Über mir machen die Lebenden Reisen.
Unter mir Ruhe und über mir Weite.
Zwischendrin rastlose, suchende Leute.

Trägt mir der Wind das Geräusch der Turbinen
- das mir so klingt wie ein Schwarm wilder Bienen -,
runter zur Erde, beginn' ich zu träumen.
Will auf der Stelle den Lehnsessel räumen.

Über den Wolken dem Lärm zu entschweben,
einzig von Sternen und Sonne umgeben,
welche Verlockung! Und Hektik und Eile
fallen vom Körper mir Meile um Meile.

Aus dem Alltäglichen einmal entkommen .....
"Flugzeug, da oben, du wirst so verschwommen!
Hast mir Gedanken und Sehnsucht gestohlen.
Möchte dich gerne ins Irdische holen.

Winke dir nach und schon bist du verschwunden.
Habe dich niemals mehr wieder gefunden.
Fernweh umfasst meine Seele und schmachtet.
Wenn man schon einmal den Himmel betrachtet ....."

(c) Bettina Lichtner

Mach 's wie Frederick

Des Sommers schönstes Abendrot,
und seine frühe Frische,
und auch des Rösleins tiefstes Rot,
sogar den Duft der Büsche,

und alles, was die Jahreszeit
mir bietet Tag um Tage,
das stopf ich mir ins Seelenkleid,
wo ich 's behutsam trage.

Der Geist legt einen Vorrat an,
so wie des Herzens Kammern,
damit ich davon zehren kann,
wenn kalte Stunden klammern.

Wenn Herbst und Winter eisig ziehn
und ihre Stürme senden,
dann wärmt mich ja des Sommers Grün
in inneren Geländen.

Ich mach' es wie der Frederick
(Ihr kennt doch die Geschichte??),
und sammle mir das Sommerglück,
und nasche seine Früchte ...




(c) Bettina Lichtner

Sonntag, 21. Juli 2013

Ausgedient

Traurig wegen all der Kriege,
sprach die Friedenstaube müd':
"Keinen Zweck mehr, dass ich fliege!
Hab' mich gar so abgemüht ...

Denn das Flattern für das Gute
ist nicht von Erfolg gekrönt.
Zwischenmenschliche Dispute -
gleich, wohin mein Blick sich dehnt.

Ständig kleine Reibereien,
wo ein Wort das andre gibt.
Mord und andre Räubereien
werden täglich ausgeübt.

Andernorts wird scharf geschossen.
Mit den Kugeln fliegt der Tod.
Sinnlos wird das Blut vergossen.
Mutter Erde färbt sich rot.

Auf mein Gurren, auf mein Mahnen
legt der Mensch wohl keinen Wert.
Ich vermag schon zu erahnen,
es läuft ach so viel verkehrt.

Liebe hab' ich bringen wollen,
Liebe, Frieden, Einigkeit.
Hat jedoch nicht klappen sollen ....
Mit der Menschheit kam das Leid.

Weiße Federn? Kannste knicken!
Grau färbt mich die Kriegerei.
Ich kann keinen mehr beglücken.
Meine Zeit ist längst vorbei ..."

(c) Bettina Lichtner

Samstag, 20. Juli 2013

Sei ein Frosch



Ich träumte letzte Nacht,
ein Frosch hätt' mich bewacht.
Er sorgte sich ums Seelenwohl,
und sorgte für den Gegenpol.

Er flüsterte mir zu
in selig-süßer Ruh,
ich möge doch gelassen sein.
Dann lud er mich zum Schweigen ein.

Im schneiderhaften Sitz
platziert' er sich (kein Witz!),
und quakte lang und deutlich OMMMMM.
Sein Antlitz wirkte gar so fromm.

"Komm, mach es so wie ich!",
so forderte er mich.
"Und hab' den Atem im Visier!
Er ist des Wohlseins erste Tür!

Dann lösch' aus deinem Geist
das Gift, das Trübsal heißt
samt allem andren, was dich stört.
Denn Geistesgifte sind verkehrt.

Der ganze Müll muss raus!
Schalt' allen Kummer aus!
Den Atem immer fest im Blick,
schon bald erfährst du innres Glück.

So fahre mutig fort!" ........
Das war sein letztes Wort.
Dann schlug ich meine Augen auf
und war gleich morgens super drauf.


(c) Bettina Lichtner

Freitag, 19. Juli 2013

Der Abhörer

Würde er reden, der nächtliche Späher,
trieb' es uns Röte und Scham ins Gesicht.
Doch der allmächtige schweigende Seher -
gestern wie heute: getreu hält er dicht.

Jedwede Nacht zieht der Kerl seine Runden,
horcht in die Kammern, wo Last und wo Lust.
Kann selbst verwinkeltste Ecken erkunden,
kaum hat ein Mensch seine Nähe gewusst.

Düster die Nacht und genauso die Seelen.
Er kennt des Menschen verborgene Seit'.
Die im Geheimen betrügen und quälen,
tun ja so bieder zur helllichten Zeit.

Er hat den Abgrund der Wesen gesehen,
und seine Neugier ist nimmer gestillt.
Aber er schweigt und lässt alles geschehen.
Nie hat der Späher sein Wissen enthüllt.

Tun sie doch alle so sittsam und lieblich,
aber er weiß von dem anderen Ich.
Immer schon war 's unter Menschen so üblich,
dass man versteckt, was dem Bilde nicht glich.

"Nächtlicher Späher, nur du kennst uns alle.
Du, der allwissende schweigende Mond.
Würdest du reden, vom speienden Schwalle
bliebe nicht Männlein und Weiblein verschont."


(c) Bettina Lichtner

Dienstag, 16. Juli 2013

Flucht vor irgendwas

Streu Salz in die Wunde, gieß Öl in das Feuer,
und schnell droht zu sterben, was lieb dir und teuer -
denn immer nimmt Schaden beim boshaften Treiben
das Glück! Ach, du solltest gelassener bleiben!!

Du siehst, was die Worte auf ewig zerstören.
Du merkst, dass die Taten den Frieden erschweren.
Doch kannst du nicht aufhören, Gift zu versprühen.
Du wirst dir die eigene Zunge verbrühen!

Du schmeißt die Beleidigung in die Gefühle.
Der eiskalte Blick gleicht sibirischer Kühle.
Schon hängen die Fetzen des sicher Gewähnten
im Herzen, aus denen die Schmerzen mir tränten.

Im Atemgang hängt so ein bleierner Nebel.
Der Kehlkopf wird plötzlich zum störenden Knebel.
Du schnürst mir die Luft ab! Mein Teint wird so bläulich.
Ein Krieg ohne Frieden ist niemals erfreulich.

Du suchst nach dir selbst und ich suche das Weite.
Tauch' ab in der Masse vereinsamter Leute.
Und merke, wie jeder vor irgendwas flüchtet.
Das Glück scheint von lauter Problemen beschichtet ...


(c) Bettina Lichtner

Montag, 15. Juli 2013

Kampf der Giganten



In meinem Kopf herrscht eine wilde Drängelei.
Da ruft die Sorge: "Komm, nun lass mich mal vorbei!!
Ich hab' das Kopfzerbrechen ach so furchtbar gern.
Von Freud' und Eierkuchen will ich gar nichts hör'n."

Schon quetscht die Angst sich in den vollen Vordergrund.
"Mal alle weg hier! Jetzt kommt meine große Stund'.
Ich lehr' das Fürchten mit bekannter Profession!"
Da ruft ganz leise, doch bestimmt, die Depression:

"Ich mal' die Seele schwarz und sperr' die Sonne aus.
Ich jage alle Freude kurzerhand hinaus.
Ich kann erreichen, dass es keinen Ausweg gibt.
Und dass das kurze Glück sich augenblicklich trübt."

Jetzt hat die Wut von alledem die Schnauze voll:
"Ihr alten Angeber! Was redet Ihr Euch toll?
Wenn ihre Seele sich mit Schädlichem so füllt,
dann komme ich und dann wird alles rausgebrüllt!

Das macht so frei und drum bin ich der wahre Held!
Ich hab' Euch alle in das Schattige gestellt."
"Moment, Moment!" - oh, welch ein zarter warmer Ton.
"Ihr Sorgen, Ängste, Wut und auch die Depression:

Ihr kommt und geht so wie die Wolken dort am Blau.
Ihr seid so flüchtig und Ihr wisst es auch genau.
Nur ich alleine, ich, die Liebe, hab' Bestand.
Ich reich' dem Guten und dem Bösen meine Hand ..."


(c) Bettina Lichtner

Sonntag, 14. Juli 2013

Feuerteufel



Küssen kann man nicht alleine,
wenn Sie wissen, was ich meine.
Andre Lippen sind vonnöten,
um ins Paradies zu treten.

Wenn die Münder sich berühren,
um einander zu verführen,
sprühen hunderttausend Funken
und die Herzen sind betrunken.

Und es kribbelt in den Bäuchen
(ist mit gar nichts zu vergleichen),
und zur Krönung vom Entzücken
läuft ein Schauer übern Rücken.

Purzelbäume in der Seele.
Süße Worte in der Kehle.
Und die Blicke fest verschlungen.
Glücklich in die Luft gesprungen.

Ja, wenn Lippen Lippen küssen,
wird der Hass von Bord geschmissen,
denn die Liebe nimmt das Steuer.
Und sie brennt so heiß wie Feuer.

Aber Vorsicht! Immer schüren!
Nie die Brennhölzer verlieren!
Darf die Eintönigkeit walten,
wird die Liebe bald erkalten ...


(c) Bettina Lichtner


Samstag, 13. Juli 2013

Helden, die keiner braucht

Der Geschwindigkeitsverachter geht mir auf den Geist!
Dreißig, fünfzig - höher, tiefer - ignoriert er dreist.
Er drückt auf die Tube, und kein Blitzer weit und breit.
(Ich vergaß: im Ordnungsamt ist Feierabendzeit).

Wozu auf die Schilder achten!? Nur der Tacho zählt!
Und dazu entsprechend noch das Auto ausgewählt:
dicke Reifen, tausend Boxen, dass der Sound auch dröhnt.
Auspuffrohre gleich mal zwei (das Auto scheint verwöhnt).

Felgen, die so glänzen, dass man sich drin spiegeln kann.
Und der Arm ganz lässig raus (fürwahr ein echter Mann !?!).
Überhaupt: das Fahrzeug knapp nur überm Straßenfeld.
Und an jeder roten Ampel schön zur Schau gestellt.

Und bei gelb aufs Gaspedal! Ein Röhren wie zur Brunft.
Quietschend dann bei grün nach vorne. Wo bleibt die Vernunft?
Fenster ganz nach unten und ein Lied, das keiner will.
Jede Unterhaltung wird Sekunden zum Gebrüll.

"Gummireifen-Held, hast du mit dir gar ein Problem?
War dir irgendwas im Leben schrecklich unbequem?
Wer hat dir dein Selbstbewusstsein so manipuliert,
dass dir solch ein Auto erste Barthaare rasiert?

Werd' mal erst erwachsen, eh du dich ans Steuer setzt!
Eh du dein Gefährt wie einen Kampfhund auf uns hetzt.
Möcht' mal gerne wissen, wie du ohne Auto bist.
Bist du auch so cool? Wer wohl in deinen Kleidern ist?"


(c) Bettina Lichtner

Schaut nach innen!

Schimpfe keinen Taugenichts!
Hinterm Schein des Angesichts
wohnt ein Jemand, der dir fremd.
Es entschlüpft dem äußren Hemd
plötzlich gar ein Diamant,
der so glanzlos schattig stand.

Ein Talent, noch nie entdeckt,
hielt sich viel zu lang versteckt,
wagte nicht den Weg ins Licht.
Wickelte gar Schicht um Schicht
um sich selbst, dass niemand sah:
"Seht, ein Schatz! Ein Schatz ruht da!"

Vorurteile eben nur
ob der äußeren Figur!
Nur bewertet nach dem Kleid.
Aber seine Innenseit',
die hat keinen intressiert!
Keiner hat das Herz berührt.

Keiner wagte einen Blick
hinters Kleid. Welch Ungeschick!
Oft verborgen liegt ja dort
(an dem einzig wahren Ort)
ein Talent, und schläft und schweigt,
bis ein Blick sich zu ihm neigt.

Bis ein Mensch, der sinnerfüllt,
es ganz vorsichtig enthüllt,
und der Welt zutage bringt,
was ja sonst nur Gott gelingt:
"Seht doch her, was jener kann!
Schaut nach innen dann und wann ..."

Innenhöfe sind so bunt.
Bunte Welt im Untergrund.
Das, was dort an Werten liegt
und nur der zu sehen kriegt,
der noch mit dem Herzen schaut,
hat ihm keiner zugetraut ...


(c) Bettina Lichtner

Freitag, 12. Juli 2013

Würden sie reden

Hinter verschlossenen Türen und Mauern
treibt ja das Böse ein schweigendes Spiel.
Liebe und Freude, sie bangen und kauern
still und vereinsamt, vergessen und kühl.

Tränen durchtränken die eiskalten Zimmer.
Dunkelheit dort, wo die Sonne verschwand.
Wer hat den leisesten, blassesten Schimmer,
was dort geschieht in dem häuslichen Land?

Niemand da draußen kann ahnen, kann wissen,
was für ein Schicksal da drinnen passiert.
Hätte man aufmerksam hinsehen müssen,
wenn eine Seele inmitten erfriert?

Wenn eine Seele sein Leben, sein Lachen
und seine Leichtigkeit leidend verlor?
Würden sie reden, die traurigen Schwachen -
läge ihr Schmerz uns ermahnend im Ohr.

Möchte von Haustür zu Haustüre eilen,
will die Geschundenen alle befrei'n,
will ihre Wunden zu gerne ja heilen,
ihnen ein Retter im Sinnlosen sein.

Möchte ja wetten, in jedweden Räumen
finde ich Kälte und seelische Not,
finde ich Spuren von grässlichen Träumen.
Aber die Liebe .... die Liebe ist tot.


(c) Bettina Lichtner



Aua

Ein Virus der gemeinen Art
ergreift von mir Besitz.
Die Nahrung übt die Rückwärtsfahrt.
Ich friere und ich schwitz'.

Der Körper schmerzt in einer Tour.
Die Muskeln sind erschlafft.
Alleine die Tablettenkur
verleiht mir etwas Kraft.

Das Antlitz dort im Spiegel sieht
mich ach so müde an.
Der Herr im weißen Kittel riet
zu Schonkost, Schlaf und dann,

dann wäre eine Besserung
allmählich auch in Sicht.
(Die sprachliche Verwässerung
entgeht mir dabei nicht).

Sein allzu viel an Konjunktiv,
das kommt mir spanisch vor.
Weshalb ich Gott um Hilfe rief.
Der flüstert mir ins Ohr:

"Des Doktors' Wort befolge brav.
Er meint 's ja gut mit dir.
Denn leichte Kost und reichlich Schlaf
ist auch der Rat von mir."

Ich tu, wie mir geheißen ward,
weil ich genesen will.
Der Virus der gemeinen Art
verschwindet so ganz still ....



(c) Bettina Lichtner

Mittwoch, 10. Juli 2013

Der Irgendwer

Ständig lauf' ich durch die irre
Menschenmasse in der Stadt,
wo ich wie verloren schwirre -
alle scheinen liebessatt.

Kaum mehr seh' ich Lippen küssen,
kaum mehr seh' ich Hand in Hand.
Lippen sind verhärmt, verbissen.
Hände sind so unbemannt.

Wesen, die mir fremd geworden,
eilen auf dem grauen Stein.
Lauter Ellenbogenhorden ....
Möchte nicht von ihnen sein.

Möchte nicht so sein wie diese,
die den anderen nicht sehn.
Die an farbenfroher Wiese
blinden Aug's vorübergehn.

Die die Alten in der Mitte
überrennen. Schande auch ...
Das Geräusch der schnellen Schritte
treibt die Schmerzen in den Bauch.

Weiter, weiter, hetzen, jagen.
Ich, ich, ich. Und keine Zeit.
Und sich hinterher beklagen
ob der kargen Zweisamkeit.

"Dreht Euch um, Ihr Egoisten!
Seht den Nächsten an der Seit'!
Denkt Ihr gar es sind Statisten
Eures Spiels, des' Held Ihr seid?

Einer seid Ihr nur von vielen!
Einer so wie der und der.
Lernt, einander mitzufühlen.
Niemand ist ein Irgendwer ..."


(c) Bettina Lichtner

Montag, 8. Juli 2013

Bettina und der Igel

Das heimische Gemüsebeet
ist nicht nur mir zur Freude.
Dem Igel, der Genuss versteht,
ist 's Beet wohl Gaumenweide.

Er knabbert am Salat herum,
und freut sich an den Beeren.
Mein grünes Sammelsurium
will er komplett verzehren.

Ich bin mit ihm nun nicht in love,
weil Stacheln mich so schrecken.
Ich krieg ihn auch nicht, weil ich schlaf!
Ich würd' ihn gern entdecken.

Ich möchte ihn auf frischer Tat
nur allzu gern ertappen.
Parole deshalb: "Mein Salat
darf sich kein Igel schnappen!!!"

Die erste Nacht, der Wecker schellt.
Doch ach, ich bin so müde.
Ich hab' den Wecker ausgestellt
und träumte, es sei Friede.

Die zweite Nacht, der Wecker schreit.
Die Augen sind so träge.
"Ach, mein Salat, es tut mir leid ..."
Schon schnarch ich wie die Säge.

Die dritte Nacht, der Wecker brüllt.
Der Körper bleibt im Kissen.
Schön warm ins Deckchen eingehüllt
will ich vom Beet nichts wissen.

Die vierte und die fünfte Nacht
und auch die ganzen andern
hab ich im Bette zugebracht
und ließ den Igel wandern.

Ich geb' es auf. "Du, Igel, du,
so lass es dir gut munden.
Ich schwör des nachts auf meine Ruh'.
Und du ziehst deine Runden ...."



(c) Bettina Lichtner


Sonntag, 7. Juli 2013

Entscheidungsfreiheit

Es tummeln sich Gefühle
von jedweder Natur
im Herzen und ich spiele
nach ihrer Partitur.

Die Angst bringt mich zum Zittern.
Die Wut erhitzt das Blut.
Die Sorgenluft zu wittern
erweist sich nicht als gut.

Die Neugier will entfliehen
dem zweifelndem Geflecht.
Die Freude möchte blühen
(bei Trauer wird ihr schlecht).

Der Ärger treibt die Hitze
zu Kopf mir, dass er glüht.
Die Fröhlichkeit reißt Witze,
was mich dem Leid entzieht.

Der Gram wär' gerne Kaiser
in meinem Seelenreich.
Ich hätt' es gerne leiser
in mir (mein Kern ist weich ...)

Sie wollen mich regieren,
die Wut, die Angst, der Gram.
Ich geh' zum Meditieren -
schon werden sie ganz zahm.

Schon lockern sie die Zügel,
und ich beherrsch' den Geist.
Dem Herzen wachsen Flügel,
und wisst Ihr, was das heißt?

Ich muss nicht länger leiden!
Ein ziemlich leichtes Spiel!
Denn ich kann selbst entscheiden,
wie ich mich heute fühl' ...


(c) Bettina Lichtner



Samstag, 6. Juli 2013

Sommerabend

Endlich! Endlich Sommerfeeling!
Lau die Nacht und heiß der Tag.
Nach dem kalten, langen Frühling
endlich Stunden, die ich mag.

Sternenklare Dunkelheiten.
Als mein Herz den Mond erblickt,
hat es gleich in Heimlichkeiten
Wünsche ihm hinauf geschickt.

Sitz' so lange wortlos draußen,
mit der Welt in Einigkeit.
Fühle drinnen so wie draußen
Frieden und Gelassenheit.

Schließ' die Augen, lausch der Stille.
Selbst mein Geist hält sachte ein.
Kostbar schöne Sommerfülle!
Könnte es doch nur so sein ...

Hier und Jetzt schlägt mir die Stunde.
Jetzt nur ist das Leben mein.
Hier und Jetzt lässt die Sekunde
mich mal mit mir selbst allein.

Keine Pflichten zu erfüllen.
Kein Termin mehr. Stress adé.
Ach, was brauch' ich Doktors Pillen!
So ein Abend heilt mein Weh ...


(c) Bettina Lichtner


Freitag, 5. Juli 2013

Zeitkiller

Wie der Job dich frisst und schwächt!
Kaum mehr zu ertragen.
Alles scheint dir ungerecht.
Täglich das Ein-Mann-Gefecht!
Immer dieses Plagen ....

Dabei wird dir abverlangt
unentwegt zu lächeln.
Wird der Einsatz dir gedankt?
Wie der Geist doch zweifelnd schwankt.
Wie die Kräfte schwächeln ...

Und das Hamsterrad, es rast.
Du gerätst ins Schwitzen.
Hast mit deiner Zeit geaast,
nur die anderen bespaßt.
Du jedoch bliebst sitzen,

sitzen auf der Fröhlichkeit,
weil du dich verkleidest!
Opferst deine ganze Zeit
täglich der Zufriedenheit
anderer! Und leidest ...

Dein Kostüm .... wirf es zum Müll.
Sei doch, wie du möchtest.
Schrei hinaus: "ICH WILL, ICH WILL
RAUS AUS DIESEM GANZEN DRILL."
(den du doch so ächtest).

Änder' etwas oder du
liegst sonst bald danieder.
Täglich dieses "Ächz und Puh" ....
Schluss damit! Die letzte Ruh
schnappt sich müde Glieder.

Halt die Mühle endlich an.
Noch ist es zu schaffen.
Doch verpasst du es, tja dann
wird dich wohl der Sensemann
baldigst an sich raffen.


(c) Bettina Lichtner



Donnerstag, 4. Juli 2013

Attacke

Hilfe, Hilfe, Invasion!
Ameisen mit Flügeln
fallen ein - Ihr ahnt es schon -
in das Haus aus Ziegeln.

Aus den Poren jeder Wand
kommen sie gekrochen,
und ich habe wutentbrannt
einen Eid gebrochen.

Schwor ich einst: "Ich töte nie!",
musst' ich 's revidieren.
War bereit, nun vis-á-vis
einen Krieg zu führen.

Hunderte Beflügelte
forderten Ideen.
Was der Geist mir spiegelte,
konnte man bald sehen.

Leiter, Klatsche, Spray und Kraft -
waren meine Waffen.
Nach zwei Stunden war 's geschafft.
(Muskeln woll'n erschlaffen ...)

Auf dem Boden Tod an Tod.
"Gott, verzeih die Sünde!
Sieh', ich bring 's ja gleich ins Lot:
betend. Ganz gelinde ..."



(c) Bettina Lichtner

Entfesselt

Jeden Tag was Gutes machen,
bringt dem Ich Zufriedenheit.
Seine Worte zu bewachen,
auch sich selber zu belachen -
hilft, dass sich das Herz befreit.

Sich befreit von den Blockaden,
die es fesseln - jahrelang.
Dort, wo Leid und Trauer baden,
Sorgen sich mit Angst beladen,
spürst du, wie die Kette sprang.

Sprang mit einem lauten Knallen,
und im tiefsten Seelenkern,
hörte man den Beifall schallen.
Und das Leben will gefallen,
denn das Leben hat dich gern.

Hat dich gern! Hast du 's vergessen?
Ach, du warst so taub und blind.
Hast im Käfig still gesessen,
dich bedauert und indessen
lief die Zeit dir gar geschwind.

Lief geschwind mit Sturmgewalten,
während dich die Kette hielt.
Nun jedoch ... ein freies Walten!
Nichts und niemand kann dich halten.
Mensch, wie herrlich man sich fühlt.

Fühlt das Herz so jauchzend schlagen!
Welch ein Platz in meiner Brust.
Nie mehr schwer am Kummer tragen.
Und sich im Geheimen sagen:
"Hätt' ich 's doch schon eher gewusst ...."



(c) Bettina Lichtner




Mittwoch, 3. Juli 2013

Talentsuche

Menschenskind, nicht so bescheiden!
Darfst dich ruhig mit Glanz bekleiden.
Schöpfe mit dem größten Löffel!
Stell' dein Licht nicht untern Scheffel.

Darfst dich auch mit Lob beschmieren,
dich in Rampenlichter führen.
Brauchst dich doch nicht zu verstecken.
Lass' uns deinen Schatz entdecken.

Zeig' uns deine Fähigkeiten.
Packe deinen Mut am Schopf!
Denke dran: die Ewigkeiten
schwirren leise überm Kopf.

Wär' doch wirklich jammerschade,
nähmst du dein Talent ins Grab!
Heute lebst du! Jetzt und gerade!
(Wie viel Mutlose es gab???)

Will dir einen Teppich rollen,
einen roten! Wie 's gebührt!
Musst dich aber endlich trollen!
Wehe dem, der Zeit verliert ...

Zeit verliert, sich darzustellen.
Nutz die Bühne dieser Welt.
Stunden, Tage, Jahre schnellen -
ach, wie flugs der Vorhang fällt.

Jeder Mensch hat Fähigkeiten,
hat so ungeahnte Seiten,
die er kaum zu zeigen wagte,
weil der Zweifel an ihm nagte.

Rampenlicht auf eben diesen!
Macht aus jenen einen Riesen,
der sich klein macht, und bescheiden
ziert, sein Können zu entkleiden ...



(c) Bettina Lichtner

Dienstag, 2. Juli 2013

Raus mit dir

Kleines Ich, wach auf, wach auf!
Du verpasst des Lebens Lauf.
Während du so schläfrig bist,
neigt sich deine kurze Frist.

Schließ dich nicht zuhause ein.
Raus mit dir in Feld und Hain.
Sieh, was Gott zu bieten hat.
Trink dich an den Wundern satt!

Häng' nicht auf dem Sofa rum.
Ja, das Leben fordert Mumm.
Jenem, den der Mut nicht schreckt,
bleibt die Schönheit nicht versteckt.

Nimm die Beine in die Hand
und dann raus ins bunte Land,
eh dein Leib im Grab verdirbt.
Sieh doch, wie die Zeit dir stirbt ....


(c) Bettina Lichtner

Montag, 1. Juli 2013

Tu nicht so wichtig

Es nennt der Mensch von Zeit zu Zeit
sich "eine kleine Wenigkeit" -
und mindert - na, das wundert mich -
sich äußerlich und innerlich.

Warum er 's tut? Wer weiß es schon!
Denn sonst hebt er sich gern zum Thron,
und sitzt auf einem hohen Ross
und spielt beizeiten gern den Boss.

Im Auto gibt er gern den King.
Und als ich durch die Straßen ging,
da trug er hoch die kleine Nas',
weil ihm der Hochmut sonstwo saß.

Als Kunde darf er König sein.
Im Restaurant hört man ihn schrei'n,
wenn ihm im Glas ein Flieglein schwimmt,
das ihm Genuss und Freude nimmt.

Bisweilen läuft er arrogant
als "Mister Wichtig" durch das Land.
Wie eingebildet er sich gibt,
und auch so schrecklich selbstverliebt.

Doch weint "die kleine Wenigkeit",
wenn Gott - die wahre Obrigkeit -
ihn ungefragt dem Glanz entreißt
und ihn von seinem Throne schmeißt ...


(c) Bettina Lichtner