Samstag, 31. August 2013

Positive Energie

Bleib, Gedanke! Fliehe nicht!
Möchte dich betrachten.
Wenn dein zartes Angesicht
durch die Geisteswolken bricht,
will 's den Gram entmachten,

jener, der zu herrschen sucht
und die Zeit verwaltet.
Hab' ihn tausendmal verflucht.
Tausendmal das Glück gebucht,
und im Traum gestaltet.

Doch es blieb ja nur geträumt,
denn der Gram will siegen.
Darum hab' ich aufgeräumt,
mich im Geiste aufgebäumt
gegen Lug und Trügen.

Ach, und dann kamst du herein!
Kann dich gut gebrauchen.
So muss ein Gedanke sein:
Helfer in der größten Pein.
Zeit, um abzutauchen ...

Denn der Geist, er sehnt und sehnt
sich nach seiner Stille.
Drum hab' ich mich aufgelehnt!
Drum hab' ich den Gram verhöhnt!
's war mein freier Wille!!

Ich beherrsch' die Innenwelt.
Ich, nur ich alleine!
Was mich freut und mich erhellt
wird ins warme Licht gestellt
(fern der Seelensteine ...).



(c) Bettina Lichtner

Freitag, 30. August 2013

Ich, der Igel

Der Igel schleicht durchs Nachtgebiet,
und wünscht sich, dass ihn keiner sieht.
Er ist halt gern allein
(ich könnt' ein Igel sein ...).

Er scheut das grelle Tageslicht.
Er zeigt nicht gern sein Angesicht.
Ich kann ihn gut versteh'n.
Verstecken spiel'n ist schön ...

Ach, trüge ich sein Stachelhemd,
dann wär' die Feindesangst mir fremd,
denn ich wär' gut geschützt,
weil 's Stachelkleid was nützt.

Ich rollte mich zur Kugel ein,
will jemand mir gefährlich sein.
Der Igel liebt die Ruh'
(der Igel sagt mir zu!).

Ein Seelenfreund, das ist er mir!
Ein zartfühlendes Stachteltier.
Ein Freund von Mond und Stern.
Drum hab' ich ihn so gern ...


(c) Bettina Lichtner

Donnerstag, 29. August 2013

Neidgedanken

Sie häufen und scheffeln und sammeln und horten
und legen Besitz und Besitztümer an.
Und doch sind sie arm an zufriedenen Worten.
Der Neid ist ein äußerst lebendiger Mann ...

Die Menschen, sie kaufen (in bar und auf Schulden),
und wehe ein andrer kauft mehr noch und mehr.
Dann können sich Erste nur selten gedulden:
schon bald muss das Größte und Bessere her.

Das Geld wird verschleudert (die Banken wird 's freuen),
doch Glück in Gesichtern?? Mitnichten, mein Freund.
Die Stunde wird kommen und laut ist 's Bereuen.
Der Tod zeigt in Klarheit, wie dünn alles scheint.

Vergehen wird alles! Das Glitzern und Schimmern.
Da hätte man besser dem Protzen entsagt!
Da hätte man besser in göttlichen Zimmern
ein Blick auf die irdischen Wunder gewagt.

Der Neid ist ein Herrscher. Und wir? Marionetten!
Wohldem, der den Fängen des Neides entflieht.
Das Geld legt das kostbare Leben in Ketten.
Wir merken ja nichtmal mehr, dass es verblüht ...


(c) Bettina Lichtner


Mittwoch, 28. August 2013

Schlag auf Schlag

Ich rannte ihr nach, doch sie floh und entkam.
Sie ließ sich nicht fesseln, nicht knebeln, nicht ketten.
Den Schweiß auf der Stirn und im Herzen den Gram,
bemühte ich mich, sie erinnernd zu retten.

Die Stunde jedoch, die ich jagte und trieb,
sie nahm die Sekunden hinfort in die Weite,
so dass mir am Ende rein nichts von ihr blieb.
So ging es mir gestern, so geht es mir heute.

"Nun nimm' doch nicht alles ins Ewige mit!!!"
Ich flehte sie an, doch sie gab sich so schweigend.
"Und eile nicht so, gar zu schnell ist dein Schritt!!!"
Ich seufzte sie an (aber nicht überzeugend).

Mein Wort war ihr Luft und wohl taub ihr Gehör.
Mein Atem hing schwer zwischen Himmel und Erde.
Ach, wenn sie doch weniger durchreisend wär' ...
Und wann ich der Stunde wohl habhafter werde?

"Ich kriege dich noch! Und dann wunderst du dich!",
versuche ich kleinlaut ein Drohen zu schicken.
Ja höre ich richtig? Sie lacht über mich???
"Versuche doch einfach, mich still zu beglücken ..."

(c) Bettina Lichtner

Dienstag, 27. August 2013

Feuer & Mond

Da schlägt ein Herz verrückt und wild
in einer Brust, die so allein.
Die Sehnsucht wird ihm erst gestillt
zu zweit im hellen Mondenschein.

So ruft der Mond nun Nacht für Nacht,
doch ist das Herz so sehr betrübt.
Es ist die Glut noch nicht entfacht!
Wie gerne wär' das Herz verliebt ...

Kein Schmetterling im leeren Bauch,
kein Kribbeln auf der kalten Haut.
Noch nicht einmal ein süßer Hauch
hat zu dem kleinen Herz geschaut.

Die Zeit verstrich, die Panik wuchs.
Nahm jemals jemand seine Hand?
Doch ihm verging der Zweifel flugs,
weil plötzlich da ein Jemand stand.

Der lächelte so warm und nett,
und bot sein Herz zur Freundschaft an.
Schon sangen beide im Duett,
und eine Träumerei begann.

Die Liebe kroch durch Mark und Bein,
der Schmetterling flog froh umher.
Das Feuer und der Mondenschein ....
Ach, liebstes Herz, was willst du mehr???



(c) Bettina Lichtner

Montag, 26. August 2013

SO NICHT

Tierquälerei ist ein schweres Verbrechen.
Wer es begeht ist ein Sünder vor Gott.
Wenn ich dich kriege, du hast mein Versprechen,
bring' ich persönlich dich Richtung Schafott.

Sich an Geschöpfen mit Wolllust vergehen,
ist eine Schandtat, die schlimmer nicht geht.
Wehrlosen Wesen die Luft abzudrehen,
hat mir gleich Wut in die Seele gesät.

Wer sich ergötzt an dem qualvollen Leiden,
ist unsrer Erde kein herzlicher Gast.
Sich gar an schmerzvollen Schreien zu weiden,
ist eine Tat, die zum Teuflischen passt.

Ab in die Hölle! Wer Leben missachtet,
darf in der Welt keinen Atemzug tun.
Wer nach sadistischen Träumen nur trachtet,
sollte alsbald in der Ewigkeit ruhn.

Wie mich der Zorn doch von Kopf zu den Zehen
gänzlich umwickelt - ich schäume und koch'!!
Tierquälerei ist ein schlimmes Vergehen!
Noch tauchst du unter! Wir kriegen dich doch!!!


(c) Bettina Lichtner

Sonntag, 25. August 2013

Jedem sein Kleid

Während jene Spinnen hassen,
sind sie andren gar so hold.
Jedem Ding sein Kleid zu lassen,
so hat Gott es wohl gewollt.

Sind ja eh nur Hirngespinste,
die dem Hass so dienlich sind.
Ach, es lauern solche Künste
vor der Haustür - sei nicht blind.

Schau auf schnelle Spinnenbeine,
ohne dass dich Ekel packt.
Ihre Stunde - so wie deine -
ist so kostbar, frisch und nackt.

Teile nicht in schön und hässlich,
jeder schaut so wie er schaut.
Werde dabei nicht vergesslich,
dass auch deine Schönheit taut.

Bringe die Gedanken eilig
schnell in eine stille Bahn.
Ich versprech' dir hoch und heilig:
das hat jedem gut getan.


(c) Bettina Lichtner

Samstag, 24. August 2013

Trübe Sicht

In der Stadt und der Gemeinde
fängt das Wahlkampffieber an.
Die Parteien suchen Freunde
und sie treten an mich ran.

Welch ein Lächeln auf den Lippen,
welch ein freundlich netter Blick.
Und die Worte, die sie kippen,
sind von sprachlichem Geschick.

Noch ein Fähnchen? Aber bitte.
Auch ein Stift und ein Bonbon?
Zum Erhalt der guten Sitte
noch ein farbiger Ballon.

Sie erläutern kurz und bündig
ihr umfassendes Programm.
Und ich frage tiefengründig,
und die Antworten sind stramm.

Und ich frage noch genauer,
dass die Unklarheit verfliegt.
Und am Ende bin ich schlauer.
Was ich wissen muss, genügt.

Wen ich wähle, wollt Ihr wissen?
Das jedoch verrat ich nicht.
(Bin noch hin- und hergerissen,
leichter Nebel trübt die Sicht ....).


(c) Bettina Lichtner

Freitag, 23. August 2013

Hart umkämpft

"Biete doch dem alten Mann mal deinen Sitzplan an!",
spricht die Mutter, doch ihr Kind bleibt stur.
"Kannst du denn nicht sehn, dass er sich nicht mehr halten kann,
du hast doch die jüngere Figur!

Sei nicht so respektlos! Denn zu altern ist nicht leicht.
Steh' jetzt endlich auf. Der Mann ist schwach.
Hast du erstmal selber diese Jahreszahl erreicht,
denkst du über meine Worte nach."

Mutter mahnt und spricht, jedoch dem Kind ist das egal.
"Mir doch wurscht, was mit dem Opa ist.
Jetzt ist dieser Platz besetzt, so ist das nun einmal."
"Kind, wie egoistisch du doch bist."

Doch das Kind (Musik im Ohr) ist furchtbar pubertär,
Mittelfinger raus wie ein Rebell.
Mutter seufzt und droht (wenn doch das Kind mal folgsam wär' ...).
Und sie schimpft und schimpft (und zwar reell).

"Laber nicht so blöd, ich hör dir sowieso nicht zu!",
meldet sich das sture Kind zu Wort.
"Gut, dann steh ich auf, dann hat die liebe Seele Ruh!"
Sprach es aus und ging beleidigt fort.

Mutter war ganz baff. Der alte Mann indes ...... war weg.
Kind weg. Mann weg. Mutter ganz allein.
Und der stumme Stuhl - vorhin noch hart umkämpfter Fleck -
lud den nächsten Sitzgast zu sich ein.


(c) Bettina Lichtner

Donnerstag, 22. August 2013

Kein schöner Land ...

Die Stadt platzt aus den Nähten! Sie wächst und wächst und wächst.
Die Bürger brauchen Wohnraum - jedoch ..... es ist verhext.
Kein Haus mehr zu verkaufen; die Mieten überhöht.
So baut man in das Grüne (obwohl es nicht mehr geht).

Die Bäume müssen weichen fürs Mehrfamilienhaus.
Die Zukunft aller Tiere sieht gar nicht rosig aus.
Sie werden flugs vertrieben aus ihrem warmen Nest.
Nicht eines, das da gerne, das Brutgebiet verlässt.

Die Bagger buddeln Löcher ins schöne Biotop.
Der Igel schaute traurig, als man sein Land verschob.
Die Maus fing an zu laufen, doch wusste nicht wohin.
Ihr wurde ja der Atem so ganz allmählich dünn.

Die Meise war verzweifelt - ihr Stammbaum war gefällt.
Schon bald wird an die Stelle ein Menschenhaus gestellt.
Und tausende Insekten, die drohten mit Protest.
Die Gier indes war fröhlich und feierte ein Fest.

Der Hase roch den Braten - wie fürchterlich er stank!
Ihn machten neue Häuser gleich depressiv und krank.
Die Kröte quakte leidig, ihr Teich wird zugekippt.
Und ich hab' bitterböse gleich an die Stirn getippt.

Ja, seid Ihr denn von Sinnen? Ihr Menschen dieser Welt?
Zerstört die schönsten Flecken allein mir Eurem Geld.
Was wär' die Erde herrlich so ohne Mensch und Gier.
Dann hätten all die Tiere ein blühendes Revier ....


(c) Bettina Lichtner

Mittwoch, 21. August 2013

Notstand überall

Notstand in der Pflegebranche! Die Senioren zittern.
"IHR SEID JA DIE NÄCHSTEN ALTEN!!!", möchten sie gern twittern.
Kaum mehr Personal, und die Gesellschaft stellt sich taub.
Bei dem Wörtchen "Pflege" macht der Mut sich aus dem Staub.

Ekel packt die meisten, wenn sie von der Pflege hören.
Es ist an der Zeit, den Job genauer zu erklären.
Körperwäsche, füttern, und dem Tod ins Auge seh'n.
Jedem steht bevor, dass Kraft und Leben ihm vergeh'n.

Und die Alten vegetieren still in ihren Heimen.
Von dem schönen Lebensabend können sie nur träumen.
Für ein kleines Wörtchen hat ja niemand richtig Zeit.
Und die Welt da draußen ist fürs Altern nicht bereit.

Langsam tickt die Uhr in ihrem kargen fremden Zimmer.
Und der liebe Gott betätigt sanft des Lebens Dimmer.
Dunkler, immer dunkler wird das einst so helle Licht.
Käme doch nur jemand her, der voller Liebe spricht ...



(c) Bettina Lichtner

Dienstag, 20. August 2013

Du bist vergessen

"Ich will blühen", schreit das Leben,
"doch du gießt mich nicht genug.
Welche Dürre wird das geben!
Glaubst du wirklich, das ist klug?

S.O.S. - man lässt mich sterben.
Und man tritt mich mit dem Fuß.
Meine Zeit trägt lauter Kerben,
wie ein mahnend stiller Gruß.

Ach, wie gerne möcht' ich naschen,
von der schönen bunten Pracht,
meine Hand in Wundern waschen,
doch die Schadenfreude lacht:

"Hör' doch auf! Du bist vergessen.
Du läufst nur noch nebenher!
Gold und Taler sind indessen
deinem Menschen wichtiger.

Sich um deinen Wert zu scheren,
liegt ihm gar nicht mehr im Sinn.
Sei mal still, dann kannst du hören,
dass ich wahr im Worte bin.

Ja, er hetzt dich wie ein Jäger
durch die Jahre, schnell, schnell, schnell.
Du bist nur sein Lastenträger.
Er lebt lieber virtuell ...."



(c) Bettina Lichtner

Montag, 19. August 2013

Rückführung

Ich möchte wieder Schüler sein
der Klassen eins bis vier.
Die Sehnsucht fließt zum Füller rein
und legt sich aufs Papier.

Ich will nochmal von Anfang an
das Leben buchstabier'n.
Und das Verfluchte von dem Bann
ganz einfach subtrahier'n.

Von A bis Z Lebendigkeit
in junger frischer Haut.
Erinnerungen voller Freud',
die haben mich durchschaut.

Das Einmaleins der Seelenwelt
erkundete ich neu.
Und was mir diesmal nicht gefällt,
von dem mach' ich mich frei.

Es gäbe keine Tränen mehr
bei schlechterer Zensur.
Ich kannte nun die wahre Mär :
die Zeiten frisst die Uhr.

Ich läse nimmer aus dem Buch,
ich läse nur im Blick.
Die Prüfung wär' kein rotes Tuch,
und Freundschaft schrieb' ich dick.

Ich säng' das alte Kinderlied.
Der Lehrer spielt Klavier.
Ach, wie das all' im Geist erblüht.
Und wie ich mich verlier' ....

Nicht eines davon kehrt zurück,
ich weiß nicht, wo es blieb.
War nur ein kurzes Lebensstück,
und war mir doch so lieb.



(c) Bettina Lichtner

Sonntag, 18. August 2013

Puppenspiel

Einmal sich hinwegzusetzen
über die Gesellschaftspflicht.
Recht und Ordnung zu verletzen .....
(wie der Wille in mir spricht ...).

Die Gesetzeshüter foppen,
unentwegter Regelbruch.
Kann die Wolllust gar nicht stoppen.
"Hohes Haus, Ihr Urteilsspruch?"

Aus den Normen will ich brechen.
Aus dem Zwang und aus der Haft.
Meine Zunge möchte sprechen,
was sie sonst noch nie geschafft.

Will mich nicht den Mächten beugen!
Will so frei sein, wie ich will.
Schaut sie an, die ganzen Feigen!
Feige auch zum Wehr-Gebrüll.

Alle halten ihre Münder,
schlucken alles artig still.
Werden so zum Mitbegründer
von dem ungewollten Drill.

Ach, ich möchte mich erheben,
mahnend heben meine Hand.
Welch ein Marionettenleben ...
Freiheit? Ist mir unbekannt.


(c) Bettina Lichtner

Samstag, 17. August 2013

Glücksjäger

Denke dir das Glück als einen Ball.
Alle Menschen laufen hinterher.
Einer bringt den anderen zu Fall.
Wehe, einer hat vom Glücke mehr ...

Gerne wird vor lauter Neid gefoult.
Rote Karte!! Glück gibt 's doch genug.
Mancher hat gegrübelt und gemault,
und verschwendet Wut im Atemzug.

Jenem, der das Glück verzweifelt jagt,
rate ich Besonnenheit im Geist.
Glück auch ihm! Vielleicht nur leicht vertagt.
Es passiert (wie 's Leben ja beweist)!

Oft jedoch ist 's Glück nicht matriell.
Hoffst du dieses, ist es für die Katz.
Machst ums Geld fürwahr zu viel Gebell.
Geld jedoch gehört der letzte Platz.

Glück, ach Glück, liegt gleich zu beiden Seit'.
Schau genauer hin. Es ist für dich.
Trägt ein gar so wandelbares Kleid,
das schon immer dir ums Auge schlich.

Wenn du 's nimmer siehst, dann bist du blind.
Blind in einer geldgelenkten Welt.
Siehst das Glück im Kleinen nicht, mein Kind.
Hast dir alle Wege zugestellt ...


(c) Bettina Lichtner

Freitag, 16. August 2013

In alter Frische

Ich schaue den Gedanken hinterher.
Sie reisen weit zurück in eine junge Lebenszeit.
Die Tage waren leicht, doch oft auch schwer.
Und alle sind verschwunden in dem Sog der Ewigkeit.

Sie kreisen allesamt im Geist herum.
Und ziehen die Erinnerungen nach und nach an Land.
Ich lass' sie leise stranden und bleib' stumm.
Mir bleibt von ihnen nur noch eine leere hohle Hand.

Verloren sind sie mir, doch irgendwie
gewann ich sie hinzu und trag sie sicher innendrin.
Und spüre ich in mir Melancholie,
dann wende ich mich eiligst den Erinnerungen hin.

Ich drehe mich der Sonnenseite zu.
Die Schattenfelder habe ich ins Seitenaus gelegt.
So lassen sie mich wenigstens in Ruh',
sobald mich meine Sehnsucht zu den süßen Stunden trägt.

Wie gern, wie gerne holt' ich sie zurück.
Denn nur an sie zu denken, das erfüllt mich nicht so recht.
Doch wenn ich zu den alten Tagen blick',
dann schauen sie so wie ein zerfallendes Geflecht ...


(c) Bettina Lichtner

Donnerstag, 15. August 2013

Grenzenlos schön

Himmlische Weite, oh süßliche Stille,
tust ja so wohl in den Wirren der Zeit.
Bringst meiner Seele so friedliche Fülle,
wenn sie vor Trauer und Einsamkeit schreit.

Kräftigst die Nerven, die zarten, die dünnen.
Habe mich plötzlich erleichtert gefühlt.
Konnte die Stunde fürs Leben gewinnen!
Wie doch mein Herz gar so unbeschwert spielt.

Hüpft in der Brust wie ein tanzender Falter.
Klopft an die Freude und führt sie ins Licht.
Himmel, du bist mir ein Lebensgestalter!
Zauberst ein Lächeln ins müde Gesicht.

Um mich herum .... welch ein Hasten und Eilen.
Um mich herum ist es fürchterlich laut.
Über mir aber ein sanftes Verweilen!
Über mir aber hat 's selig geschaut.

Himmlische Weite! Mit nichts zu vergleichen.
Grenzenlos einfach und grenzenlos schön.
Wie mich doch Träume und Wünsche beschleichen,
wenn sich die Augen zum Himmlischen dreh'n ....



(c) Bettina Lichtner

Mittwoch, 14. August 2013

Wechselkurs

Langsam schleichen kühle Nächte
in den steten Lauf der Zeit,
dass die Wehmut schreien möchte,
denn sie ist es einfach leid.

Sie gewöhnte sich doch gerade
an des Sommers heiße Glut.
Schon vorbei, wie jammerschade.
War doch eben alles gut ...

Ist 's am schönsten, muss es enden.
Welch ein ach so wahres Wort.
Möchte Lob und Dank verschwenden,
eh der warme Sommer fort ...

Hab' so schöne Sommerstunden
in der bunten Au verbracht.
Hab' sie mir ins Herz gebunden
(auch die süße laue Nacht).

Sonne satt - wer will noch klagen?
Sanft gebräunt die blasse Haut.
Will die Sehnsucht noch vertagen
bis zum Herbst, wenn 's düster schaut ....

Wenn die Stürme wieder toben,
und der Regen peitschend fällt,
dann will ich den Sommer loben,
der durch die Gefilde schnellt.

Dieses kostbare Vergnügen
neigt sich still dem Ende hin.
Wird mir in Gedanken liegen,
wenn ich melancholisch bin.


(c) Bettina Lichtner

Dienstag, 13. August 2013

Pechmarie

Herz und Seele sind verstimmt,
wenn das Glück sich Urlaub nimmt.
Wenn es seine Koffer packt,
liegen alle Nerven nackt ...

Innen wird das Licht gelöscht,
wenn das Pech nach vorne prescht.
Auf und ab geht das Gefühl.
Fürchterliches Nervenspiel.

Schwarze Löcher tun sich auf.
Ach, was nähme ich in Kauf
für ein wenig Glücklichsein
(wäre es auch noch so klein ...).

Doch es geht bergab in mir.
Tränen treten vor die Tür,
fluten mir die blasse Haut,
was nicht gerade sexy schaut ...

Wut und Kummer prügeln sich,
dass es einem Boxkampf glich.
Blaue Flecken innendrin.
Gott, wie ich geschunden bin.

Wetterumschwung im Gehirn!
Hinter sonst so heitrer Stirn
blitzt und donnert mir das Wort,
und die Zunge schmeißt es fort.

Wirft es an den fremden Kopf,
packt zudem das Pech am Schopf
dass es endlich weiterzieht,
und das Glück aufs Neue blüht.

Denkt Euch nur, so ist 's geschehn!
Konnte bald die Sonne sehn.
Herz und Seele sind vergnügt,
weil das Glück sie selig wiegt.


(c) Bettina Lichtner

Montag, 12. August 2013

Teilen macht Freu(n)de

Hab' ein Lächeln losgeschickt,
dass es irgendwen beglückt.
Vielleicht den, der so geknickt
und vom Leiden unterdrückt
sich in Traurigkeit verstrickt ...

Hab' das Lächeln nett verpackt,
dass es ja nicht allzu nackt
und von Wörtern nicht zerhackt,
möglichst im Dreivierteltakt
tief im andren Herz versackt.

Hab' das Lächeln lieb gemeint,
dass es wem von innen scheint.
Träfe es auf einen Feind,
wird mir jener vielleicht Freund.
Denn es ist genug geweint.

Hab' das Lächeln auch geteilt,
dass es schwache Seelen heilt,
dass es an den Wunden feilt.
Einen Trost noch abgeseilt -
dass die Heilung sich beeilt.

Hab' das Lächeln glatt verschenkt.
Wenn doch jeder Mund so denkt
und nicht nur am Trübsinn hängt ...
Wer sich nur ins Graue zwängt,
lebt sein Leben eingeengt.

Hab' ein Lächeln losgesandt.
Ob es wohl zum Rechten fand?
Ob 's ihm zu Gesichte stand?
Wurd' es gar zum Flächenbrand?
Bleibt mein Lächeln unbemannt???

(c) Bettina Lichtner

Sonntag, 11. August 2013

Schweigepflicht

Die geheimen Fantasien, ach die hätt' ich gern besucht.
Sind sie böse, sind sie mächtig oder sind sie gar verrucht?
Was denkt jener, was denkt jene über ihn und über sie?
Doch sie bleibt ja im Verborgnen, die mir fremde Fantasie.

Auch die meine bleibt für andre auf die Dauer unentdeckt.
Dass sie ja nur nicht ertappt wird! Darum bleibt sie gut versteckt.
Werd' mich hüten, sie zu lüften! Sie geht keinen etwas an,
hängen Frieden, Glück und Freude alles Aufgebauten dran!

Glück und Frieden gingen stiften, wär' die Fantasie bekannt.
Ist wohl besser, sie bleibt leise und wird niemals je genannt.
Doch die Neugier ist besessen. Denn sie wüsste nur zu gern,
was in fremden Hirnen brütet. Doch die Antwort bleibt ihr fern.

Die Gelüste sind gefährlich! Sie verbergen ihr Gesicht.
Sie verraten ihre Neigung höchstwahrscheinlich nie und nicht.
So trägt jeder eine Maske; gibt sich anders, als er denkt,
dass der lauernde Gedanke keinen andren Menschen kränkt.



(c) Bettina Lichtner

Samstag, 10. August 2013

Wortsalven

Hilfe! Eine Quasselstrippe
sitzt am Tisch und quatscht mich zu.
Sie riskiert 'ne dicke Lippe,
und mein Ohr kommt nicht zur Ruh'.

Und die Worte rauschen nieder
wie ein lauter Wasserfall.
Noch eins, noch eins, immer wieder.
Und sie liegen überall.

Liegen auf der Rednerzunge,
liegen mir auf dem Gemüt.
Sind im pausenlosen Sprunge,
und auch nicht ums End' bemüht.

Was sie mir zu sagen haben,
ach, das intressiert mich nicht.
Hab' sie alle gleich begraben,
denn sie haben kein Gewicht.

Größtenteils sind sie nicht wichtig,
ihre Botschaft ist mir fremd.
Leider sind sie äußerst tüchtig,
doch die Unterhaltung klemmt.

Kommt nicht vorwärts, kommt ins Stocken,
Worte drehen sich im Kreis.
Möchte ihnen Sinn entlocken,
zahle einen hohen Preis.

Als ich das Geschwätz durchschaute
in der Fehlerhaftigkeit,
flogen Worte, das mir graute
(voller Flegelhaftigkeit).

Grund genug, nach Haus zu gehen!
Welche Stille! Gar so hold!
Mein Gehör gab zu verstehen:
Also ist das Schweigen Gold!


(c) Bettina Lichtner

Freitag, 9. August 2013

Ich liebe mich

Die Sorgen werfen Falten.
Sie schalten und sie walten,
und ich bin ohne Macht.
Ein Um- und Neugestalten!
Ich hätt' sie gern behalten -
die faltenfreie Pracht.

Die Salben sollen 's richten!
Doch tun sie es mitnichten.
Die Falten blühen fort.
Und wie sie sich verdichten!
Wie sich die Salben schichten!
Tagtäglich ein Rekord!

Mit Gurken, Quark und Ölen
(man kann frei Schnauze wählen)
versuche ich mein Glück.
Was soll ich Euch erzählen!?!
Schon höre ich Euch grölen:
"Die Falten kehr'n zurück."

Was kann ich denn noch machen?
Vielleicht muss ich mehr lachen?
Was soll die Sorgerei?
Ich sollte wohl erwachen,
die Glut in mir entfachen!
Wär' ich dann faltenfrei?

Und eines Tages krochen
- als hätten sie 's gerochen -
Gedanken in den Sinn.
Sie haben sanft gesprochen,
schon war der Damm gebrochen,
das Herz war weg und hin.

Ihr Wort, an Wahrheit schwanger,
stellt Sorgen an den Pranger
und Falten froh ins Licht.
Nun wird mir nicht mehr banger!
Der Weg war so ein langer:
heut' lieb ich mein Gesicht!!!

(c) Bettina Lichtner

Einfach sein

Froh bin ich, denn ich bin König!
Ich begnüge mich mit wenig.
Brauch' zum Glücklichsein nicht viel.
Welch ein herrliches Gefühl.

Gar bescheiden sind die Träume.
Ich bin achtsam, und versäume
niemals voller Dank zu sein.
Jedes Wunder lullt mich ein.

Will nicht stur nach vorne starren,
nehme Zeit mir zum Verharren.
Denn die Welt ist ach so schön.
Und die Schönheit will ich sehn.

Ja, ich habe wohl verstanden,
alles das kommt mir abhanden,
wenn das Augenlicht erlischt.
Doch noch wird ja aufgetischt ...

Noch ist vieles zu entdecken.
Eh mich Sand und Blumen decken,
wird die Seele vollgefüllt -
jeden Tag ein neues Bild.

Ist mit Geld nicht zu bezahlen,
wenn mir Mond und Sonne strahlen.
Ach, was soll ich mit Besitz,
wenn ich unterm Himmel sitz?

Gibt nichts Schöneres im Leben,
als den Frohsinn zu erstreben.
In der Einfachheit zu sein,
das, nur das brauch' ich allein.


(c) Bettina Lichtner

Donnerstag, 8. August 2013

7 Sachen

Keine Lust auf Abenteuer?
Mensch, die Zeit ist knapp!
Öffne dich und werde freier.
Denn das Leben (lieb und teuer)
nähert sich dem Grab.

Träume weit hinausgeschoben -
der Erfüllung fern.
Hol' sie aus dem Herz nach oben.
Eiligst ist die Seele droben
auf dem hellen Stern.

Heute lebst du!! Morgen, morgen
ist schon alles aus.
Einen Koffer voller Sorgen
willst du dir vom Tage borgen.
Wirf den Kummer raus.

Packe deine sieben Sachen,
die der Seele gut:
Eine Handvoll lautem Lachen,
eine Stunde voll Erwachen,
auch ein Quentchen Mut,

jede Menge Heiterkeiten,
packe mit hinein.
Außerdem Gelassenheiten,
Lebenslust und Leichtigkeiten.
Alles das muss sein.

Und dann geh' auf große Fahrten.
Gute Reise, Freund.
Solltest nicht mehr länger warten!!
Fange an, ins Glück zu starten!
So hat 's Gott gemeint ....

(c) Bettina Lichtner

Mittwoch, 7. August 2013

Dicke Luft

Schau doch nicht so grimmig drein!
Könnte wahrlich schlimmer sein.
Übe in der kurzen Zeit
einzig dich in Heiterkeit!

Sieh doch nur, was dir entgeht,
wenn die Wut in Flammen steht!
Schick nicht Flüche in die Welt,
wenn die Wut den Blick verstellt!

Leg' den Wörtern Flügel an,
hänge ganz viel Liebe dran,
und dann lass sie einfach los!
Klein wird dir, was eben groß.

Aller Ärger schmilzt dahin.
Dicke Lüfte werden dünn.
Grenzt fürwahr an Zauberei,
wirst du deines Zornes frei.

Lächelnd kommt das Glück zurück.
Lächelnd sieht der starre Blick,
dass das Leben viel zu schön,
als in Wut hindurch zu gehn.

(c) Bettina Lichtner

Montag, 5. August 2013

Rosenträume

Wenn ich was zu wünschen hätte,
wünscht' ich mir 'nen Kavalier.
Der mit Blumen statt 'ner Kette
lächelnd stünde vor der Tür.

Der mir weiße Rosen brächte
und verlegen überreicht.
Ach, wie gern ich sehen möchte,
wenn die Röte ihn beschleicht.

Vielleicht zittern ihm die Beine,
und er kriegt kein Wort heraus,
dass ich glatt vor Rührung weine ...
Schaut im Geist romantisch aus.

Die Gefühle und Gedanken
brennen durch wie 's wilde Pferd.
Selbst das Herz gerät ins Wanken.
Der Verstand wird ausgesperrt.

Weiße Rosen, zarte Küsse,
süße Worte, heißes Blut.
Leider eine Traumkulisse.
Nur ein Wunsch, der schlafend ruht.

(c) Bettina Lichtner

Sonntag, 4. August 2013

Roboter mit Herz



Die Tagespflichten sind erfüllt.
Die Wünsche allesamt gestillt.
Doch irgendetwas fehlt.
Ich fühl' mich nicht beseelt.

Von früh bis spät die Uhr gejagt.
Kein Blick nach rechts und links gewagt.
Nur stur nach geradeaus,
so geht 's tagein, tagaus.

Wer will noch mal, wer hat noch nicht?
Das Wohl der andren hat Gewicht,
für jeden immer da.
Mein erstes Wort ist: JA.

Erst spät am Abend fällt mir ein,
mein allerliebstes Wort ist NEIN.
Die Zunge aber schweigt.
Die Feigheit hat 's vergeigt.

Allmählich geht ein Licht mir auf,
und ziemlich langsam komm' ich drauf:
"Den andren bin ich Freund,
mir selber aber Feind.

Ich hab' den Tag der Welt geschenkt,
die gern an meinen Kräften hängt.
Hab' jedermann bedacht.
Doch wer gibt auf mich Acht?

Vom Vierundzwanzig-Stunden-Tag
nicht ein Minütchen, wo ich sag:
"Jetzt geht es mal um mich,
statt immer nur um dich."

Erledigt hab' ich viel, jedoch
des Nachts stürz' ich ins schwarze Loch.
Ein Roboter mit Herz
trägt einsam seinen Schmerz.


(c) Bettina Lichtner

Samstag, 3. August 2013

Gestrandet



Hab' mit sanfter Vorsicht deine Maske angehoben.
Wollte einmal wissen, wer darunter sich versteckt.
Meinungen und Vorurteile wurden glatt verschoben,
denn ich hab' in dir eine Zerbrechlichkeit entdeckt.

Schienst mir sonst ein Grobian mit bösartigen Zügen.
Doch ich hab' gespürt, dass du aus Angst den Harten spielst.
Bautest dir ein Schloss aus lauter wackeligen Lügen.
Hast du nicht gemerkt, dass du dein Inneres zerwühlst?

Zeig doch deine weiche Seite, spiel hier nicht den Helden.
Niemand ist dir böse, wenn du der bist, der du bist.
Stell dir einmal vor, du kannst der weiten Welt vermelden:
"Ja, ich bin ein softer Typ, der dir aus Händen frisst ..."

Gibst dich hier als Macho, doch ich möchte dich entkernen.
Unter deiner harten Schale strahlt ein Diamant.
Willst du dich denn von dir selber immer mehr entfernen?
Strande endlich und betret' dein eignes Seelenland.

Lerne dich zu lieben und dann gib die Liebe weiter.
Und besieg die Angst vor diesem liebenswerten Schritt.
Unter deiner Maske: Pergament! Werd' zum Enthäuter!
Wenn du dich verwandelst, dreht das Äußere sich mit ...



(c) Bettina Lichtner

Freitag, 2. August 2013

Platz da

Säge und Axt in der menschlichen Hand,
sind für den alternden Baum sehr riskant.
Deuten aufs Ende von Leben und Freud'.
Dafür jedoch war der Baum nicht bereit!

Aber der Mensch kennt nicht Gnade und Frist.
Er ist der erste, der Werte vergisst!
Sieht nur das Bauland und riecht den Profit.
Tauscht die Natur gegen 's Häusergebiet.

"Nah ist der Tod und ich gehe mit Stolz!!",
spricht uns noch einmal das gute Stück Holz.
"Schade ist nur, dass nun Meise und Specht
obdachlos sind. Sagt mir, ist das gerecht?

All die Insekten und andres Getier
stehen fortan vor geschlossener Tür.
Mensch und Moneten sind 's Übel der Welt.
Alles wär' ohne sie besser gestellt.

Machen die Wälder dem Erdboden gleich!
Und ihre Gier macht sie reicher als reich.
Opfer um Opfer ...... und eines bin ich.
Gleich gibt ein Mensch mir den tödlichen Stich.

Hunderte Jahre am selbigen Fleck.
Hunderte Jahre!!!! Und gleich bin ich weg."
Sprach es hinein in das Sägengeheul.
Stumm war sein Schrei bei dem schlagenden Beil.

Krächzend und krachend zu Boden gerauscht!
Hab' seinem Sterben so traurig gelauscht.
Schon rollt der Bagger und zukünftig steht
Haus hier an Haus! Es ist alles zu spät ...

(c) Bettina Lichtner

Donnerstag, 1. August 2013

Minus eins



Es riss die Möwe mit 'nem Schrei
die stille Morgenluft entzwei
und stürzte sich ins Flußgebiet.
Sogleich dem Fisch das Ende blüht ...

Der Möwenschnabel schnappte zu .....
Schon war sie da, die letzte Ruh'.
Kein Abschied war dem Fisch vergönnt.
Abrupt ward er vom Schwarm getrennt.

Ein Schock zog durch den seichten Fluss!
So mir nichts, dir nichts kam der Schluss.
Der Tod flog völlig unerkannt
im Möwenkleid am Uferrand.

Die Nachricht zog im schnellen Kreis
von Fisch zu Fisch. Es wurde leis' ....
Der Wasserpegelstand stieg an,
weil jedem Fisch ein Tränchen rann.

Verloren ist ein treuer Freund!
Da hat sogar der Frosch geweint.
Die Möwe aber ist vergnügt,
weil ihr der Fisch im Magen liegt.

(c) Bettina Lichtner