Montag, 30. September 2013

Zügel dich

Wenn ein Wort dir ungezügelt
unbewacht ins Freie springt,
deine Hand ein Leben prügelt,
statt dass es ihm Wärme bringt,
ist es Zeit mal nachzudenken,
ob du noch ganz richtig tickst!!
Lern, dein Handeln so zu lenken,
dass du alle Welt begückst!

Fügst du andren Herzen Wunden,
lädst Du große Schuld auf dich.
Du beschmutzt dir deine Stunden
mit dem böswilligen Stich.
Bist des Hasses plumper Diener!
Er befiehlt und du führst aus.
Fühlst dich dann als Teufelskühner!
TREIB DIE BÖSEN GEISTER RAUS!!!

Sei gelassen und besonnen!
Nimm dem Zorn sofort die Macht.
Hat er erst an Fahrt gewonnen,
kommt es bald zur großen Schlacht.
Doch der Kampf bleibt ohne Sieger,
Tränen tränken Herz und Geist.
Zieh ins Leben als ein Krieger
und du weißt, was Hassen heißt!

Zieh ins Leben voller Liebe,
bis du selber Liebe bist.
Wandle deine bösen Triebe
in ein Beet, das blühend ist.
Sieh, die Welt ist voller Freuden!
Jede Seele lechzt nach Glück.
Füge keinem andren Leiden,
sonst kehrt 's prompt zu dir zurück.


(c) Bettina Lichtner

Sonntag, 29. September 2013

Glücklos

Was brauche ich hunderte Wege ins Glück,
wenn all meine Schritte nur Irrwege sind?
Es schwindet mein Leben vor wachendem Blick.
Ich suche das Glück wie ein einsames Kind.

Ich suche das Glück hinter Worten von dir,
die früher mein Herz mit Begeisterung fing ...
Kein Tag, der vergeht, da ich neben dir frier'.
Mir scheint, dass das Glück mit den Jahren verging ...

Du hast mich belogen, du hast mich enttäuscht.
Und spielst mit Gefühlen, als wären sie nichts.
Das Glück hat sich langsam wohl selber zerfleischt,
ist nur noch ein Schatten des frohen Gesichts.

Wie gern will ich fliehen, dem Glück hinterher.
(Es hat wohl schon früh seine Verderben gespürt ...).
Tja, hätte ich Geld und ach, wär' ich auch wer,
es hätte mich längst in die Freiheit geführt.

Ich glückloser Mensch ..... "Herr, ich bete dich an:
So hilf' mir zurück auf den glücklichen Pfad.
Ich weiß, dass ich 's will und ich weiß, dass ich 's kann!!!"
So warte ich weiter auf himmlischen Rat ....


(c) Bettina Lichtner

Samstag, 28. September 2013

Das Duell

Was ist das für ein fremdes Brennen
in meiner Brust? Kann 's nicht benennen.
Als würden Hass und Liebe rangeln,
um meine Seele sich zu angeln ...

Der Hass zieht seine scharfen Messer.
Die Liebe meint, sie kann es besser
und kommt mit Amor um die Ecke
und einem Pfeil für Liebeszwecke.

Der Hass indes schießt seine Worte
(du weißt schon: die der bösen Sorte).
Die Liebe säuselt und umschmeichelt
und hat die Seele mir gestreichelt.

Der Hass beginnt nun, laut zu schreien
und Drohgebärden aufzureihen.
Die Liebe bleibt vergnügt gelassen.
(Sie könnte besser zu mir passen).

Der Hass dreht auf! Die Nerven rasen.
Er fängt gar an, sich aufzublasen!
Der Blutdruck steigt, die Stirn wirft Runzeln.
Die Liebe, ach, sie kann nur schmunzeln.

Sie trägt mein Herz auf ihren Händen,
und stört sich nicht an Flächenbränden.
Sie weckt in mir den Schutzinstinkt.
Nun weiß ich, was mir Freude bringt ....


(c) Bettina Lichtner


Freitag, 27. September 2013

Suche nach Wahrheit




Im Wein liegt die Wahrheit? Schenk' ein, guter Freund.
Mal sehn, was die Reben mir flüstern.
Der Tropfen ist gut, doch es klappt nicht, wie 's scheint.
Ich wart' auf die Wahrheit so lüstern.

Wo soll sie denn sein - diese Wahrheit im Glas?
Ein kräftiger Schluck muss genügen ...
Ein weiterer Schluck, na, die Sache macht Spaß ...
Mich wird doch der Wein nicht belügen?

Tja, sorry, ich habe das Glas nun geleert.
Doch Wahrheiten konnt' ich nicht finden.
Vielleicht hat mein Ohr nicht das Rechte gehört?
Ich möchte die Sache ergründen ....

Ein zweites Glas, Freund, ach, nun zier dich nicht so.
Das Leben ist kurz! Lass mich trinken.
Wo ist denn die Wahrheit, tja wo denn nur, wo???
Ich muss wohl im Weinfass versinken!?!?

Ein drittes Glas, Freund ..... Kein Problem, mir geht 's gut.
Ich find' an der Sache Gefallen.
Der Alkohol steigt mir genüsslich ins Blut.
Die Zunge fängt leicht an zu lallen.

Die Wahrheit indes bleibt noch immer versteckt.
Ein viertes Glas, Freund, wird entzücken.
Was soll ich nur machen? Sie bleibt unentdeckt!!
Ich kann keine Wahrheit erblicken.

Ein fünftes Glas ..... Oh, eine doppelte Welt.
Mein Magen steigt langsam nach oben.
Nun hat sich zum Ganzen ein Schwindel gesellt.
Die Worte sind seltsam verwoben.

Die Beine sind feige, sie lassen mich fall'n.
Der Körper versucht, sich zu neigen.
Die Wahrheit jedoch ist die Feigste von all'n!!!
Sie wollte sich einfach nicht zeigen ...


(c) Bettina Lichtner

Donnerstag, 26. September 2013

Rot heißt Stopp

Ich halte die Hektik des Augenblicks an,
sobald ich den Ampelknopf drücke.
Der PKW-Fahrer, der Stille gewann,
schickt unwissend wütende Blicke.

Sekunden der Ruhe. Befremdlich für den,
der ständig auf eilender Achse.
Sekunden der Ruhe. So wertvoll und schön.
Ich spür', wie ich innerlich wachse.

Abhanden gekommen - der Sinn für die Rast.
Termine, Termine, Termine.
Ein Leben, in das keine Pause mehr passt -
ein Drama auf glanzloser Bühne.

Das Augenmerk fest auf die Uhren gezielt.
Und jedweden Stillstand umgehen.
Wer immer den hetzenden Rastlosen spielt,
der hasst es an Ampeln zu stehen.

Der hasst es, zu warten, egal wo er ist.
Er will mit sich selbst nicht allein sein.
"Ach, Eilender! Weißt du, wie ärmlich du bist?
Lad' Ruh' und Geduld in dein Sein ein."


(c) Bettina Lichtner

Mittwoch, 25. September 2013

Auch Streuner brauchen Liebe

Streunerhund! So rette dich!
Denn Rumänien rüstet sich
dich zu töten. Flieh, so flieh!
Es ist keine Ironie!!!

Nimm die Pfoten in die Hand
und verlass' das Todesland.
Denn sonst metzelt man dich hin.
Jede Leiche ein Gewinn.

Ach, du Hund, du bester Freund.
So wird dir der Mensch zum Feind,
deine Tage sind gezählt.
Nun wirst du zu Tod' gequält.

Und das Blut durchtränkt den Stein.
Stirbst verlassen und allein.
Grausam ist des Menschen Tat.
Welch ein schändlicher Verrat.

Gleicht fürwahr dem Holocaust!
Und es ballt sich meine Faust,
weil man dir dein Leben stiehlt.
Wie mein Herz mit deinem fühlt ...

Höre deinen Todesschrei!
Meine Seele reißt entzwei,
weil ich einfach nicht kapier:
Was ist nur so falsch an dir????

Ja, der Mensch ist monsterhaft.
Welches Unheil er doch schafft ...
Gäbe es den Menschen nicht,
freundlich wär' der Welt Gesicht ...

Nirgendwo ein Massenstall.
Freie Tiere - überall.
Streunerkatze, Streunerhund -
ach, was wär' die Erde bunt ....


(c) Bettina Lichtner

Dienstag, 24. September 2013

Seelenallein

Morgens liegt ein ausgehauchter Atem auf dem Teich.
Morgenkühle schmückt die Welt mit Tau.
Es erfasst mein Blick die ganze Schönheit und sogleich
weht der Sturm der Seele nicht so rau.

Das Gemüt sucht Frieden in der herbstlichen Natur.
Hat sich so viel Böses angehäuft.
Gott besteht - so meine ich - zu Recht auf meinen Schwur,
dass mein Herz den Augenblick ergreift.

Spinnennetze glitzern in dem ersten Sonnenlicht.
Jedes ist für sich ein Unikat.
Kunstwerke, so fein gewebt, sie hängen dicht an dicht.
Schimmern gar wie teuerster Brokat.

Auf den Feldern liegt noch das Geheimnis letzter Nacht.
Bleibt den Menschen ewig unbekannt.
Längst schon sind die Tiere aus den Träumen aufgewacht.
Vor mir liegt ein fremdes Niemandsland.

Ach, ich bin ein Wicht inmitten dieser großen Welt.
Und die Demut hüllt mich vollends ein.
Welche Blindheit, welche Eile unterm Himmelszelt ...
Und in jeder zweiten Brust ein Stein.


(c) Bettina Lichtner

Montag, 23. September 2013

Steter Lauf

Der Herbst zieht leise in das Land,
nimmt die Natur an seine Hand,
und schenkt ihr neue Kleider
(ganz ohne Garn und Schneider).

Ein rotes hier, ein gelbes dort
für Bäume, Sträucher und so fort.
Ein farbenfrohes Spiele
samt morgendlicher Kühle.

Der Nebel legt sich übers Feld,
als ob er ein Geheimnis hält.
Der Tanz der Jahreszeiten
birgt auch Vergänglichkeiten.

Was eben noch so strahlend blüht,
und welkend nun auf ewig flieht,
lockt Wehmut aus den Knochen
nach sommerlichen Wochen.

Wohlan, so ist der Lauf der Zeit.
Es wechselt die Natur ihr Kleid.
Für den, der 's nicht genossen,
ist 's Jahr vorbeigeschossen.

Wer achtsam aber Tag und Nacht
den Frühling, Sommer, Herbst verbracht',
und froh dem Schnee begegnet,
des Leben ist gesegnet.

Der weiß um Werden und Vergehn.
Der weiß ums stete Wiedersehn.
Erleuchtung ist ihm eigen!
Ein Grund, sich zu verneigen ...



(c) Bettina Lichtner

Samstag, 21. September 2013

Wahlaufruf

Morgen, Bürger, wird 's was geben.
Morgen, da ist Kanzlerwahl.
Wer darf abends einen heben?
Wer wohl wem dann Stimmen stahl?

Welche Farbe wird gewinnen?
Schwarz, rot, grün, gelb oder rot???
Wer wird Montag neu beginnen?
Wer gerät in höchste Not?

Werden gar die Kleinen Sieger?
Gibt es das erwähnte Patt?
Keine Chance für Wahltbetrüger!
Hier im Land läuft alles glatt ...

Eine Frage bleibt bestehen:
Macht denn jeder auch sein Kreuz???
Ob sie alle wählen gehen?
Oder fehlt der rechte Reiz?

Ganz Europa schaut gefesselt
auf die deutsche Wählerschaft.
So von Blicken eingekesselt,
ist 's doch etwas rätselhaft ...

Gibt es morgen eine Wende?
Wird an Stuhl und Amt gesägt?
Wer hebt jubelnd seine Hände,
wenn ihn Sieg und Beifall trägt???

Nur Geduld, es wird sich zeigen.
Wählt, Ihr Bürger! Zögert nicht!
Morgen abend unter Zeugen
tritt der Sieger in das Licht ....


(c) Bettina Lichtner



Freitag, 20. September 2013

Geht auch ohne

Gierig und neidisch - mehr sind wir ja nicht.
Jedem der Reichtum und Gold uns verspricht,
laufen wir gutgläubig nach.
(Gleich, ob das Innere sprach:

"Lass dich nicht trügen! Der Reichtum vergeht!
Lass dich nicht blenden! Das Glänzen verweht!
Bleibe dir unentwegt treu!
Mache vom Wollen dich frei.")

Aber wir Tauben, wir hören nicht hin.
Einzig im Geld liegt vermeintlich der Sinn,
darauf nur zielt unser Tun.
Achtsamkeit lassen wir ruhn.

Immer noch mehr und noch besser als der!
Haste was, heißt es doch, biste auch wer!
Alles auf Pump und Kredit!
Bis es die Gürtel Euch zieht.

Enger und enger wird jener geschnallt.
ZACK. In der Falle der Bankengewalt.
Schulden, wohin man nur blickt.
Ach, und nun seid Ihr geknickt ...

Statussymbole - wofür und warum?
Neid und die Gier, tja, sie bringen Euch um.
Wenig nur braucht es zum Glück.
Ganz ohne Geldschein und -stück.


(c) Bettina Lichtner

Donnerstag, 19. September 2013

Abgetaucht

Der Schlaf übermannt mich, gleich wie ich mich wehre.
Am Abend ergreift mich die schläfrige Schwere.
Das Bett hat so magische Kraft.
Ich spür', wie der Körper erschlafft ...

Die Knochen so bleiern. Der Uhrzeiger rennt.
Mir ist so, als drückt mich ein Zentner Zement.
Ich schleppe mich mühvoll ins Bad.
Die Zahnbürste steht schon parat.

Was nützt das Gejammer! Den Zähnen zuliebe
erwecke ich sämtliche Zahnpflegetriebe,
und putze mit eiserner Hand
erst rechts und dann links (wie bekannt).

Die Haare noch kämmen, die Wangen noch waschen.
Noch einmal ein Blick auf den Spiegel erhaschen.
Dann hurtig die Kleider getauscht.
Der Mond scheint durchs Fenster und lauscht.

In freudiger Eile zum Bett hingelaufen.
Die wirklichen Freuden, die sind nicht zu kaufen.
Und endlich, und endlich HURRA:
Schon bin ich den Traumbildern nah.

Ich brauche ja nicht mal mehr Schafe zu zählen.
Ich lasse mich nicht vom Gedanklichen quälen.
Ich schließe die Augen ganz sacht.
Und tauche hinein in die Nacht ...


(c) Bettina Lichtner

Mittwoch, 18. September 2013

Aufgewirbelt

Wer sieht schon die fallenden Blätter?
Wer sieht ihren wirbelnden Tanz?
Das herbstliche, windige Wetter
verleiht ihnen Flügel und Glanz.

Sie hüllen die Bäume ins zarte
und güldene, warme Gewand.
Mein Herz ruft dem Sommer: "So warte!
So reich' mir nochmal deine Hand."

Doch nimmermehr will er sich zeigen.
Er hat seine Dienste erfüllt.
Nun woll'n seine Stunden sich neigen,
und mir bleibt im Geiste sein Bild.

Die Blätter, die einzigen Zeugen,
verwerfen ihr saftiges Grün.
Sie segeln hernieder und schweigen.
Ihr Sterben wirkt stolz und so kühn.

Erhobenen Hauptes zu gehen -
es sei ihnen allen vergönnt.
Alsbald wird der Sturm sie verwehen.
Ach, wie doch die Jahreszeit rennt.

Die Blätter verenden im Graben,
auf Wegen und einsam im Fluss.
"Habt Dank für die schattigen Gaben
des Sommers! Doch einmal ist Schluss ...."


(c) Bettina Lichtner

Dienstag, 17. September 2013

Eines von vielen

Die Henne legt ins Käfignest
ein ach so schönes Ei.
Sie wünscht sich gar so innig fest,
dass man ihr ihren Nachwuchs lässt ....
Der Wunsch brach schnell entzwei.

Das Ei verschwand .... wohin, wohin?
Zunächst zum Größentest.
"Ob ich ein S-, M-, L-Ei bin,
dient nur dem reinen Geldgewinn.",
Das Ei erhebt Protest!

Doch keiner hört dem Kleinen zu.
Schlußendlich: Größe L.
Ein Stempel drauf und schwupps im Nu
im Eikarton und Klappe zu.
Das ging dem Ei zu schnell.

Neun andre wohnten nebenan.
Im Papphaus ist es eng.
Die ungewisse Fahrt begann.
"Adé, Mama, bis irgendwann ...."
Die Menschen handeln streng.

Es schert sie nicht, ob Mutter weint.
Sie werden rasch getrennt,
und niemals mehr in Lieb' vereint.
Der Mensch ist ja ihr größter Feind,
der keine Gnade kennt.

Das Ei indes erreicht sein Ziel -
ein Supermarkt der Stadt.
Und dort beginnt ein neues Spiel.
Das Ei plagt so ein Wehgefühl ...
Die Kundschaft sieht sich satt.

Die Angst zur Stirn, so fragt das Ei
beklommen: "Was geschieht?"
"Vielleicht wirst du ein Spiegelei",
so flüstert ihm das Nachbarei,
"vielleicht wist du gebrüht."

Es kann auch sein, dass man dich schmeißt.
Protest-Ei. Weißt Bescheid?
Wenn einer "Keiner-mag-dich" heißt
und ihn ein Buh-Gesang umkreist,
verschmutzt du ihm das Kleid.

Auf jeden Fall - das merke dir -
dein Ende ist dir nah.
Es steht der Tod vor unsrer Tür.
Wir sind als Lebensmittel hier -
nur dafür sind wir da."

Da lief dem Ei - man sah es kaum -
die Träne. Armes Ei.
Es träumte einen letzten Traum:
"Des Mutters Stimme füllt den Raum
und sprach: Ich steh' dir bei ..."



(c) Bettina Lichtner

Montag, 16. September 2013

Gute Idee

Möchtest du mir Angst einjagen?
Du Gewitter in der Nacht?
Nun, dann lass dir hiermit sagen:
Mir hat 's gar nichts ausgemacht.

Als du deinen Donner schicktest,
nahm ich meines Liebsten Hand.
Als du blitzschnell zu mir blicktest,
hab' ich deinen Zorn erkannt.

Warum bist du denn so wütend?
Warum wirfst du Blitz und Groll?
Doch mein Liebster sagt behütend,
dass ich mich nicht fürchten soll.

Faszinierend will ich schauen,
wie das Blitzlicht Bilder malt.
Nein, du lehrst ja nicht das Grauen.
Wie mein Blick sich an dir aalt ...

Wie Musik klingt dein Getöse.
Du erhellst die Finsternis.
Warum bist du nur so böse?
Du, ich mag dich! Sei gewiss.

Oder schicken gar die Seelen
einen Trommelwirbel her -
aus des Himmels dunkle Höhlen,
und dazu ein Lichtermeer?

Na, das klingt mir ganz plausibel.
Schon verlierst du deine Macht.
Die Idee ist gar nicht übel ...
Seelen rufen durch die Nacht.


(c) Bettina Lichtner

Sonntag, 15. September 2013

Stimmenfang

Wie sie mich umwerben, wie sie mich umgarnen -
die Parteien ..... Tage vor der Wahl.
Jeder will mir Freund sein, jeder will mich warnen,
jeder will mein Stimmenpotential.

Allerlei Programme dröhnen in den Ohren,
bin schon beidseits taub vom Marktgeschrei.
Was sie mir versprechen oben auf Emporen
riecht mir manchesmal nach faulem Ei.

Worte über Worte. Lauter Sticheleien.
Mobbing ganz legal durchs Mikrofon.
Kann sie nicht mehr hören, diese Rangeleien.
Erst Gesäusel, dann verschärfter Ton.

Und dazu die Hände, drohend, mahnend, bittend -
Körpereinsatz schaut wie einstudiert.
Immer schön auf Bürger Wahlversprechen schüttend.
Werd' ich wieder hinters Licht geführt???

Will nicht alles glauben, was man mir da predigt.
Glaube nur, was mir ins Auge fällt.
Habe mich des Glaubens lange schon entledigt.
Gibt mir zu viel Lüge in der Welt ..

Lausche all den Reden, ohne zu entscheiden.
Habe ja noch eine Woche Zeit.
Werde auch noch keinen lorbeerhaft bekleiden.
Frühes Lob wird hinterher bereut ....


(c) Bettina Lichtner


Samstag, 14. September 2013

Mensch am Pranger

Eine Flut von Schlechtigkeiten
wird mir ins Gehirn gespült.
Nachrichten aus fernen Weiten,
auch aus heimatlichen Breiten
haben mein Gemüt zerwühlt.

Bilder von Gewalt und Grauen
brennen sich in meinen Geist.
Jeden Tag dem Leid zu schauen,
lässt mich eine Mauer bauen,
dass der Schmerz mich nicht zerreißt.

Menschen, die auf Menschen schießen.
Menschen, die die Welt zerstör'n.
Unentwegtes Blutvergießen!
Und der Schwächere muss büßen.
Und am Himmel scheint der Stern ...

Menschen, die die Tiere töten.
Hunde, Katzen, Kuh und Schwein.
All mein flehentliches Beten
half ja nichts. Sie schlagen, treten
weiter auf die Tiere ein.

Menschen, die einander hassen.
Jede Waffe ist da recht.
Edle Wege zu verlassen,
um den Feind am Hals zu fassen,
gilt für beiderlei Geschlecht.

Menschen, die die Erde plündern.
Alles nur aus reinster Gier.
"Gott, was sagst du zu den Sündern???
Kannst du sie am Plündern hindern?
Sie zerstören dein Revier!!!"

Menschen sind das Leid der Erde!
Menschen tun dem Tier nicht gut.
Die verdammte Menschenherde!
Dass ich 's immer prangern werde,
sag' ich jedem bösen Blut!!!!


(c) Bettina Lichtner

Freitag, 13. September 2013

Ruhe, bitte!

Zum Sklaven habt Ihr mich gemacht.
Sowohl am Tag als auch zur Nacht
verlangt Ihr meine Wenigkeit.
Es giert Euch gar nach meiner Zeit.

Ihr fesselt mich, wo es nur geht.
Der Strick, den Ihr sekündlich dreht,
zieht fester sich und stärker zu.
Ich bitte Euch: LASST MICH IN RUH'!!

Ein freier Bürger will ich sein!
Hört auf damit, mich zu kastei'n.
Kein Augenblick, der stille ist.
Will raus! Wenn ich das Wie nur wüsst' ...

Verflucht seid Ihr Gedanken, Ihr!!
Ihr drängelt Euch an meiner Tür,
gebt Euch die Klinke in die Hand,
verwüstet mir das Seelenland.

Und wechselt ständig Eure Haut.
Hat 's eben noch vergnügt geschaut,
so sprießen plötzlich Angst und Wut.
Der Schnelldurchlauf tut mir nicht gut.

Ich wünschte mir, mein Kopf wär' frei!
Ich wünschte mir, Ihr gingt vorbei,
und ließet keine weitre Spur
in meinem Geist und mir zur Kur!

Jetzt zieh' ich meinen Joker raus!!!
Zur Wohltat für mein Innenhaus
wird augenblicklich meditiert,
damit Ihr Eure Macht verliert.

Dass ich nicht länger Sklave bin!
Und so beherrsch' ich meinen Sinn.
Und weil ich mir zu helfen weiß,
beruhigt sich der Gedankenkreis ...


(c) Bettina Lichtner


Donnerstag, 12. September 2013

Deutliche Worte

"Du bist wirklich nicht mein Fall.",
sprach der Falter zur Narzisse.
So viel Auswahl überall,
dass ich deiner nimmer küsse!

Du bist wirklich nicht mein Typ,
nah dem Welken, nah dem Sterben,
darum hab' ich dich nicht lieb,
weil sich deine Blätter färben.

Hab' mein Herz schon längst verschenkt!
Keine Gründe, fremdzugehen.
Mir egal, ob dich das kränkt.
Anders wirst du 's nicht verstehen.

Schau mich nicht so traurig an.
Meine Meinung bleibt bestehen.
Ich flieg weiter, ach, und dann,
werden wir uns nicht mehr sehen.

Wie erleichtert ich mich fühl'!!
Wie befreit! Wie neu geboren.
Dieses Herz- und Schmerzensspiel
hast du häuserhoch verloren!

Nur noch eins, dann flieg' ich fort:
Wag' es nicht, zu widersprechen!
Denn ich gebe dir mein Wort:
deinen Hals werd' ich dir brechen."



(c) Bettina Lichtner


Glückssuche

Das Glück ist so zerbrechlich wie Glas und Porzellan.
Es kann in tausend Teile dir zersplittern.
Erst hat es deiner Seele so herrlich gut getan,
und plötzlich will 's dich kränken und verbittern.

Du glaubst es zu besitzen, und hältst dich daran fest
Doch nichts ist für die Ewigkeit geschaffen.
Wie schmerzlich ist das Scheiden, wenn 's Glück dich rasch verlässt.
Du wolltest es für immer an dich raffen.

Vergeblich ist dein Mühen, denn alles muss vergehn.
Das Schreckliche genauso wie das Schöne.
Das ist der Preis des Lebens. Wer mag es schon verstehn?
So folgt dem Lachen oft genug die Träne.

Doch gibt es eine Kammer, die jeden Augenblick
des Lebens dir bewacht und gut behütet.
Sei 's Liebe, Kummer, Trauer, sei 's Freude und auch Glück:
dein Herz ist 's, das sich jeden Raub verbietet.

Dorthin kannst du dich wenden, wenn dir die Kraft vergeht.
Dort findest du die alten Stunden wieder.
Dort wartet eine Botschaft, in der geschrieben steht:
Im Herzen geht die Sonne niemals nieder.


(c) Bettina Lichtner

Mittwoch, 11. September 2013

Schmähruf

Es sprach der Jüngling, der so oft Verschmähte:
"Was ich nicht gäbe und nicht alles täte,
in ihren Armen glücklich zu versinken,
von ihren Lippen einen Kuss zu trinken ...

Was sie verlangt, das würde ich erfüllen,
könnt' ich nur einmal mein Begehren stillen.
Sie gibt sich kühl, derweil ich glüh' und brenne,
und meine Augen nicht von ihren trenne.

Sie muss doch spüren, wie ich sie bezirze.
Nur sie allein ist meines Lebens Würze.
Nur sie allein lässt meine Seele beben.
Nur sie alleine ist der Grund, zu leben.

Welch süßer Traum! Ich möchte nicht erwachen!
Würd' doch ihr roter Mund mir einmal lachen.
Käm' nur ein einzig Wort aus ihrem Herzen.
Jedoch ihr Schweigen bringt mir tiefste Schmerzen.

Ich schick' ihr allerschönste Orchideen.
Ich singe Lieder, die ums Glück sich drehen.
Und mein Verlangen treibt so wilde Blüten ....
Sie kann das Fühlen mir ja nicht verbieten.

Doch einem anderen gilt all ihr Sinnen.
Ich kann die Liebste nicht für mich gewinnen.
So Lebewohl, du Schönste aller Rosen.
Nur in Gedanken werd' ich dich liebkosen."


(c) Bettina Lichtner

Dienstag, 10. September 2013

Eine Ode an den Rhein



Nimmer soll dein Quell versiegen,
ewig rauschend sollst du sein.
Meine Sehnsucht will sich wiegen,
wenn die Blicke auf dir liegen,
du mein nimmermüder Rhein.

Träume folgen deinen Wellen,
die so zahm und die so wild
durch vertraute Täler schnellen.
Und an manchen Uferstellen
malt die Au ein buntes Bild.

Dein jahrhundertaltes Fließen
und dein wohlvertrauer Klang,
ließen Dichterworte sprießen,
die uns immerwährend grüßen
wie des Mondes steter Gang.

              Du schlängelst dich fort, aber ich werde scheiden.
              Und möchte doch ewig an deiner mich weiden.
              Der Tod hüllt mich leise in seine Gewänder.
              Doch dich führt 's unsterblich durch Städte und Länder.
              So geht es wohl unendlich weiter.
              Mein Rhein, du mein treuer Begleiter ...

              Wer heute, wer morgen die Welten erkundet,
               und dich vom Beginn bis zum Ende umrundet,
               der lernt dich zu achten, der weiß dich zu schätzen,
               und wird - wie auch immer - ein Denkmal dir setzen,
               beschwiegen, besungen, beschrieben.
               Mein Rhein, immer werd' ich dich lieben.

Tags und nächtens, ohne Pausen,
bist du meiner Augen Lust.
Wenn dir deine Kräfte brausen,
wie beim Rheinfall von Schaffhausen,
füllt die Kraft auch meine Brust.

Spiegeln sich die Sonnenstrahlen
auf der nassen Oberhaut,
schwinden mir gleich alle Qualen
unter meinen harten Schalen,
und ich fühl' mich aufgebaut.

Wenn zur späten Abendstunde
Stern um Stern in dir versinkt,
ist 's der Durst der Seelenwunde,
dort im tiefsten Leibesgrunde,
der von deiner Ruhe trinkt.

Alle Auf- und Untergänge
trägst du stumm mit dir hinfort.
Deine plätschernden Gesänge
sind in unendlicher Länge
wie ein lieblich süßes Wort.

              Mal lautstark und reißend, mal einfache Stille,
              und innen verborgen lebendige Fülle,
              so wirst du bewundert von jedweden Seiten,
              so lebst du im Einklang mit allen Gezeiten.
              Und zweigst dich in fruchtbarer Weise.
              Mein Rhein, welch beachtliche Reise ...

              Ob Main, Neckar, Mosel - sie alle verdanken
              nur dir ihre Schönheit, ihr Leben, ihr Ranken.
              Du bist eine nimmer verwelkende Blüte,
              verlässlicher Partner mit Strenge und Güte.
              Ach, mögest du immer ertönen,
              mein Rhein, und das Herz mir verwöhnen ....

Lasst die Stimme uns erheben
auf die schöne Loreley,
der ein ewigliches Leben,
stete Jugend ward gegeben
durch die alte Melodei.

Und schon lüftet sich der Schleier
einer längst vergangnen Zeit
(die uns heute lieb und teuer)
von dem alten Burggemäuer
rechts und links der Uferseit'.

Alles will der Blick ergreifen,
will vom Hauch umwoben sein.
Die Gefühle wollen schweifen,
und die Freude will sich häufen
wegen dir, geliebter Rhein,
wegen dir, geliebter Rhein.


(c) Bettina Lichtner

Montag, 9. September 2013

Begrüßungsfehler

Ein wildes Pochen an der Tür!
Wer will so ungestüm zu mir?
Ich öffne und ich schimpfe derbst,
denn ich erkenne ihn: den Herbst.

"Verflixt nochmal, du bist zu früh!!!"
Ich habe meine liebe Müh',
Beherrscher meiner Wut zu sein.
Die Zunge macht mir Schererei'n.

Vom guten Ton und vom Benimm
bleibt nicht mehr viel (herrje, wie schlimm ....).
Der Anstand wird dem Monster gleich,
und klopft sich selber windelweich.

Im Halse steckt ein Wortsalat,
der wutentbrannt dem Ausgang naht.
Noch pressen sich die Lippen zu,
dann platzt der Kragen: "MISTKERL, DU ...

Was willst du hier, du mieser Schuft?
Wo ist die schöne Sommerluft?
Du A...., du Sch...." (es wird fäkal),
"ich sag dir was: DU KANNST MICH MAL!!!

Dem Regen und dem Sturmgebraus,
dem strecke ich die Zunge raus,
und zeige gar den blanken Po!!!
Du blöder Herbst!" (Das Wort wird roh ...)

Mein Blick ist fies, der Kopf ist rot.
"Ich mag dich nicht, du Idiot!!"
Was sag' ich da? Was rede ich?
Ich schütte Schande über mich ...

Den Herbst lässt die Tirade kalt.
Er lächelt nett und sagt: "Bis bald ..."
Welch freundlicher Natur er ist.
Und ich begrüßte ihn mit Zwist ...


(c) Bettina Lichtner

Samstag, 7. September 2013

Knackende Balken

Das Alter ist ein sportlicher Geselle!
Es spurtet mit Karacho durch die Zeit.
Auf einmal ist es geisterhaft zur Stelle,
und bringt Gebrechlich- und Vergänglichkeit.

Es hebt gewohnte Kräfte aus den Angeln.
Und legt mir einen Schleier vor den Blick.
Versucht sogar mit meinem Herz zu rangeln.
Und setzt sich ganz verbissen ins Genick.

Ich habe keine Wahl und lass es walten.
Das Spiegelbild und ich sind noch per Sie.
Ich wollte meine Jugend gern behalten.
Und hege eine Antisympathie.

Ein leichter Schauer läuft mir übern Rücken.
Ich glaub', es hat mir im Gebälk geknackt.
Ich kann mich plötzlich nicht mehr richtig bücken.
Und hat es nicht im Kniebereich gezwackt?

Ein Zittern in den Händen lässt mich schaudern.
Die Leichtigkeit geht langsam über Bord.
Ich möchte mit dem Alter gar nicht plaudern.
Und schickte es am liebsten wieder fort.

Doch aufdringlich wie lästige Verehrer
verbeißt es sich in meinen schwachen Leib,
und macht die Schritte meines Weges schwerer.
Vielleicht hilft gegen 's Alter Vater Kneipp ...


(c) Bettina Lichtner



Donnerstag, 5. September 2013

So ist sie halt

Die Liebe ist so flatterhaft.
Kaum setzte sie sich nieder,
und nährt das Herz mit ihrem Saft,
verschwindet sie schon wieder.

So kurzlebig ist ihr Gemüt,
und kurz auch ihre Stunde.
Erst weißt du nicht, wie dir geschieht.
Schon leckst du eine Wunde.

Sie malt uns die Gedanken bunt.
Wer kann ihr widerstehen?
Verletzt du sie, ist das der Grund
sie nimmermehr zu sehen.

Du spürst sie unter Haar und Haut.
Ihr Kribbeln macht dich süchtig.
Doch wenn sie Wall und Mauer baut,
läuft irgendwas nicht richtig.

Heut' ist sie so und morgen so,
sie ist ja so verletzlich.
Die Liebe macht dich krank und froh -
sie blüht und welkt recht plötzlich.


(c) Bettina Lichtner

Mittwoch, 4. September 2013

Ideengeber

Fleißig sind die Architekten in den Gärten der Natur,
hinterlassen alle Nächte eine seidenfeine Spur.
Doch ihr Bauwerk ist zerbrechlich, schon ein Regenguss genügt,
dass ihr Bildnis ganz zerrissen und in Einzelteilen liegt.

Sie umwickeln Strauch und Gräser, ganz gelassen ohne Hast.
Und verbinden mit viel Liebe ja den ein und andren Ast.
Keine Steine, keinen Mörtel, kein Beton und kein Zement.
Auf der Welt gibt es wohl keinen, der das Spinnennetz nicht kennt.

Und die Spinne ist genügsam, denn ihr Netz ist ihr genug.
Geld und Reichtum oder Urlaub sind in ihren Augen Trug.
Es sind Dinge, die vergehen, die dem Leben schädlich sind.
Denn die Zeit hat mehr zu bieten (und die Zeit verfliegt im Wind).

Ach, was braucht die kleine Spinne außer irgendein Insekt?
Die Genügsamkeit der Kleinen hat mich leise aufgeweckt.
Wie verschwenderisch ich lebe, wie ich jage, wie ich flieh.
Um im Glücke zu verweilen, braucht die Spinne keine Müh' ...


(c) Bettina Lichtner

Dienstag, 3. September 2013

Ich fühl mich so frei

Es drängt meine Seele nach freiem Entscheiden,
sie wirft sich nicht länger den Ängsten zum Fraß.
Sie will sich mit Frohsinn und Schönem bekleiden.
Es lockt sie das Leben, es ruft sie der Spaß.

Die Ängste erahnen: ihr Ende rückt näher.
Sie fesseln noch einmal die zweifelnde Brust.
Sie geben sich drohend, und kämpfen nun zäher,
und fordern zu Boden die keimende Lust.

Doch diese - besonnen - hält tapfer dagegen.
Gar wild ist ihr Wunsch, auf den Throne zu ziehn.
Die Ängste verteilen nun Steine auf Wegen.
Der Lebenslust aber verlangt es zum Blühn.

Ein inneres Zerren um Licht und um Schatten.
Das Herz hat von allem allmählich genug.
Der Geist spricht ein Machtwort: "Verzeihung, gestatten?
Ich bitte sie herzlichst: EIN ENDE DEM SPUK!!

Ich stelle mich gänzlich auf Seiten der Lüste.
Sie haben ein Recht, nunmehr herrschend zu sein.
Ihr Ängste indes (die ich nimmer je küsste),
ich bitte Euch innigst: so lasst uns allein.

Der Kampf ist verloren! Der Mut ist der Sieger.
Die Freude zieht wieder ins frohe Gemüt."
Die Angst zog hinaus wie ein tiefmüder Krieger.
Es singt meine Seele ein heiteres Lied ...


(c) Bettina Lichtner


Montag, 2. September 2013

Räuberjagd

Ein Räuber kam im Elsterkleid
und stahl aus meinem Beet
sich Heidelbeer'n zur Mittagszeit -
ich nahm ihn ins Gebet.

Ich klatschte meine Wut hinaus,
der Räuber schaute dreist.
Wohl dachte er, ich klatsch' Applaus!
Posierte noch recht feist.

Und stopfte mit Gelassenheit
den Schnabel bis zum Rand.
Mein Zorn, der böse Worte schreit,
trieb ihn nicht aus dem Land.

Als ob er mir beweisen wollt':
"Ich tanz' dir auf der Nas'!!"
Mein ganzer Körper hat gegrollt.
Der Räuber lacht sich was ...

Ich hole meine Zwille raus,
Verteidigung muss sein
(zur Rettung allen Saatanbaus).
Der Räuber lenkt nun ein ...

Er schwenkt ein weißes Taschentuch
und fliegt so schnell es geht.
Sein räuberischer Kurzbesuch
war schädlich für mein Beet ...


(c) Bettina Lichtner


Traubenlese

Ein Traube hing am seidnen Band,
und ich hielt ihr Leben in der Hand,
und verschlang es eiligst mit Genuss.
Auch für Trauben gibt es einen Schluss ....

Ach, ihr Saft lief süßlich durch den Schlund.
Eine Traube ist durchaus gesund.
Dass ihr Leben nicht zu lange währt,
hab' ich flüsternd ihr noch kurz erklärt.

Vor der Reise in den leeren Bauch,
tat sie leise ihren letzten Hauch.
Dann zermalmte ich das kleine Ding,
das zerquetscht mir nun im Magen hing.

Ihre Schönheit glich dem Häufchen Matsch.
Schönheit bleibt? Das ist kompletter Quatsch!
Auch die Schönheit fällt dem Tod anheim.
Alles geht dem Sterben auf den Leim ...

Auch der Traube, die im Sonnenlicht
noch mit Anmut und so schön besticht,
war ein kurzes Dasein nur gegönnt,
bis mein Hunger sie vom Dasein trennt.

Und nun geht sie ihren letzten Gang,
von der Zunge bis zum Darm entlang.
Und am Schluss - nun ja, Ihr wisst Bescheid.
Die Verzehrung hab' ich nicht bereut ...


(c) Bettina Lichtner

Sonntag, 1. September 2013

Erste Vorboten

Der September bittet leise
um Begleitung seiner Reise.
Einer stürmisch wilden Fahrt
mit Altweiberglut gepaart.

Eine morgendliche Kühle
weckt allmählich Herbstgefühle.
Erste Blätter sinken ab
in ihr tristes Straßengrab.

Gülden lockt die Sonnenwärme
mich hinaus und, ach, ich schwärme
so von ihrem Angesicht!
Welch ein einfühlsames Licht ...

Wie die Tage sich entfernten ...
Bald darf ich die Früchte ernten
auf dem Feld. Ich bin beschenkt!
Wie mich doch der Zauber fängt.

Langsam will der Sommer scheiden.
Und der Nebel liegt so seiden
auf den Gräsern, auf dem Strauch
wie des Himmels Atemhauch.



(c) Bettina Lichtner