Samstag, 30. November 2013

Falsch deponiert

Manchmal zieht sich eine Schlinge
um das Herz und bittre Dinge,
die dein Mund zum Ohr mir schmeißt,
sind verletzend allermeist.

Ach, die Schlinge raubt die Liebe!
Deine wortgefassten Hiebe
treffen zielsicher ins Mark.
Äußerlich geb' ich mich stark.

Innen aber will 's mich stückeln,
will der Schmerz das Herz umwickeln,
dass ihm Mut zum Schlagen fehlt.
Ach, es wirkt gar angezählt …

Und dein Mund gibt keinen Frieden.
Wird der Hass dich je ermüden?
Wird dir irgendwann bewusst,
welches Leid in meiner Brust?

Wie du dich in Rage steigerst ….
Dass du mir den Blick verweigerst,
zeigt die Feigheit, die dich schmückt.
Dieser Zug ist ungeschickt …

Nun durchschau' ich die Tirade!
Sag mal ehrlich: lädst du gerade
deine angestaute Wut
bei mir ab, weil 's besser tut?

Bist du noch ganz klar da oben?
Lass das ungerechte Toben!!
Ich bin keine Deponie
für missrat'ne Lebensmüh' …



© Bettina Lichtner

Freitag, 29. November 2013

Weihnachtsgeld

Bis zum Rande vollgefüllt
sind die Läden. Welche Massen!
Jeder Wunsch wird da gestillt,
und der Mensch ist wohl gewillt,
seine Taler dort zu lassen.

Und der Rubel rollt und rollt -
gerade in den Weihnachtstagen.
Das ist gerne so gewollt.
Und die Werbung schreit: "Ihr sollt
immer volle Tüten tragen!!!

In verführerischer Weise
zieht sie uns das Geld hinaus.
Und es schwindet, schnell und leise ….
Und das Geld geht auf die Reise
(war nur kurz in meinem Haus).

Wünsche werden aufgeschrieben:
"Lieber guter Weihnachtsmann …."
Hat mir gar den Schweiß getrieben.
Wo ist nur das Geld geblieben???
Wer am meisten wohl gewann?

Jener, der dadurch beschenkt?
Jener, dessen Kasse klingelt?
Jener, der ein Herz bedenkt?
Wie 's doch all' zusammenhängt …
Hat das Geld uns eingezingelt?

Der wohl ist beachtenswert,
der mit Stund' und Sein zufrieden.
Dessen Einstellung uns lehrt,
was man Heiligabend ehrt -
da ist Jesus uns beschieden.


© Bettina Lichtner

Donnerstag, 28. November 2013

Bröckelnde Mauer

Lieber Gott, lass Gnade walten,
wenn da draußen einer ist,
der nichts hält vom Händefalten,
nur weil du zugegen bist.

Der nichts hält von frommen Worten.
Der die Botschaft nicht versteht,
die in kirchlich schönen Orten
einverleibt wird per Gebet.

Der nicht an dich glauben möchte
(bis er mal in Not gerät,
und die inneren Gefechte
ihn verfolgen - früh bis spät).

Bald schon kommt er angekrochen,
und er sitzt im Kirchenraum,
denn die weihnachtlichen Wochen
wecken einen alten Traum ….

Und er sieht die Kindertage.
Kinderglück zur Weihnachtszeit.
Einst, da saß er - ohne Klage -
in der Kirche gar mit Freud'.

Mit der Mutter rechts zur Seite,
mit dem Vater links von ihm -
und inmitten frommer Leute
beteten sie …. wie im Team!

Ihn durchrauscht ein warmer Schauer.
Schöner Flug durchs Kinderland ...
Langsam bröckelt seine Mauer.
Nimm ihn, Gott, an deine Hand.



© Bettina Lichtner

Mittwoch, 27. November 2013

Markttreiben

Übern Weihnachtsmarkt zu schlendern
- hier und auch in andren Ländern -
ist Dezemberpflicht, mein Freund.
Sieh doch, wie er lockt und scheint …

Einen Glühwein zu genießen,
um die Kälte zu verdrießen,
das gehört zur guten Sitt'.
Also komm und trinke mit …

Dich gelüstet es nach Mandeln?
Nun, was gibt 's da zu verhandeln
mit der Waage? Denk nicht dran!
Fang' jetzt nicht das Fasten an!

Im Dezember wird es mächtig.
Warst das ganze Jahr schon schmächtig,
nun jedoch verwöhne dich.
Mach es einfach so wie ich.

Meiner Waage dieser Tage
untersag' ich jede Klage.
EINMAL nur ist Weihnachtszeit.
Und das Essen macht mir Freud'.

Auf dem Markt geh' ich zur Sache!
Wenn ich mir Gedanken mache,
wie viel Kilos mir das bringt,
Gott, wie da die Laune sinkt!

Schlemmen will ich …. ganz in Ruhe,
weil ich 's gar zu gerne tue.
Auf zum Markt mit diesem Wunsch:
fröhlich sein bei heißem Punsch …


© Bettina Lichtner

Dienstag, 26. November 2013

Sputet Euch

Sputet Euch, die Weihnacht naht.
Alles will erledigt sein.
Haltet Eure Zeit parat.
Fangt die warme Stimmung ein.

Zündet Euch ein Lichtlein an.
Schmückt die Stube kunterbunt.
Wer es sich erlauben kann,
spende Armen tausend Pfund.

Schiebt die Kekse in das Rohr.
Sucht Euch einen Tannenbaum.
Lauscht dem zarten Engels-Chor.
Gebt Gefühlen einen Raum.

Nehmt den Nächsten in den Arm.
Wählt Geschenke sorgsam aus.
Lasst den sonst versteckten Charme
mitfühlend und lieblich raus.

Denkt an Eure Kinderzeit.
Denkt an den, der nicht mehr hier.
Seid Ihr für das Fest bereit,
öffnet sich des Herzens Tür …


© Bettina Lichtner

Montag, 25. November 2013

Leuchtende Augen

Geizig sind sie ja bisweilen,
jene dort, die mürrisch eilen.
Jene, die ans Geld nur denken,
statt ein Lächeln zu verschenken …

Ja, sie geizen mit Gefühlen!
Ganz gefangen in den Mühlen
ihrer Pflichten und Termine,
steh'n sie auf der Lebensbühne.

Und ihr Herz? Ein harter Brocken!
Nichts kann da ein Lächeln locken.
Doch wenn ihre Kasse klingelt,
wie sich gleich das Lächeln kringelt …

Doch einander anzulächeln?
Wie die Geizigen da schwächeln …
Ihre Münder gehen runter!
Aus die Maus und Schluss mit munter.

Dabei laufen dort so viele,
die in dieser Menschenkühle
sich nach einem Lächeln sehnen!
Aber, ach, wer weiß von denen?

Braucht nur einmal hinzuschauen!
Einmal nur den Blick zu trauen.
Was wir alle viel mehr bräuchten,
das sind Augen, die auch leuchten …


© Bettina Lichtner

Sonntag, 24. November 2013

Der Bann verblüht

Ein kostenloser Händedruck,
ein Lächeln noch dabei,
gibt Herz und Seele einen Ruck,
als wenn 's ein Blitzschlag sei.

Man braucht in diesem Augenblick
nichts anderes dazu.
Nur diesen kleinen Seelenkick -
schon hat die Sorge Ruh'.

Da draußen warten der und die,
dass einer ihnen lacht.
Ein nettes Wort der Harmonie -
schon fühlt man sich bedacht.

Die Einsamkeiten dieser Welt
sind rechts und links zur Seit'.
Sind direkt in den Weg gestellt -
doch keiner weiß Bescheid.

Ob einer etwas Wärme braucht,
wer kümmert sich darum?
Weil jeder in sein Eignes taucht,
sind Mitgefühle stumm …

Weil jeder nur sich selber sieht,
statt den, der nebenan,
verwelkt, vertrocknet und verblüht
ein zauberhafter Bann …



© Bettina Lichtner

Samstag, 23. November 2013

Abgelehnt

Es lockt der rote Weibermund
den männlichen ganz keck
zu einer netten Freudenstund' -
doch jener dreht sich weg.

Da ist das Weibsbild arg brüskiert,
weil er sie so verschmäht.
Sie hat ein böses Wort riskiert
und Unfrieden gesät …

"Wie kannst du nur? Du wagst es, du,
du Ochs, du Depp, du Schwein???"
Da hält der Mann die Ohren zu,
und lässt kein Wort mehr rein.

Sie zetert bis ihr Kopf ganz rot
und Glut in ihrem Blick.
Welch Schauerspiel dem Mann sich bot.
Flugs zieht er sich zurück.

Er dreht dem Weib den Rücken hin,
und macht den Füßen Dampf.
Der Boden wird ihm nun zu dünn.
Sie fordert ihn zum Kampf.

Doch dazu hat er keine Lust,
er lässt sie weiter schrei'n.
Die Liebe flieht ihm aus der Brust.
Wie herrlich ist 's allein ….


© Bettina Lichtner

Freitag, 22. November 2013

Gebt her Eure Taler

Jedes Jahr zur Weihnachtszeit
zeigt der Mensch sich hilfsbereit,
gibt gleich seine Taler her,
gern für den, der 's doppelt schwer.

Medien im Spendenrausch.
Hier und da ein Mitleidsplausch,
dass das Herz auch tief berührt
alles Leid mit Geld gebührt.

Scheinbar sind die Nöte groß
vor dem Fest - ich frag' mich bloß:
War man all die Zeit davor
für das Leiden nicht ganz Ohr???

Sagt der Mensch: "Ich helf'! Ich helf'!"
nur im Monat Nummer zwölf?
Und von eins bis elf - au weh
schließt er gern das Portemonnaie?

Leiden gibt 's das ganze Jahr!
Aber es scheint sonnenklar,
dass man gern zum größten Fest
Leidgeschichten sprudeln lässt …

Wenn jedoch - ein Beispiel nur -
sich im Jahr zu andrer Uhr
Leid an Leid an Leid sich fügt -
na, wie da die Lust verfliegt …

Lullt jedoch der Weihnachtsschein
wehmütig die Seelen ein,
weiß ja auch die Medienwelt,
dass der Mensch gern innehält.

Ganz geschickt und recht massiv
greift man kräftig, greift man tief
in den Topf vom Jedermann,
und klopft ans Gewissen an.

Nicht bei mir! Ich sperre mich!
Denn ich denk' an dich und dich,
der du leidest Tag und Nacht -
nicht nur zur Dezemberpracht.


© Bettina Lichtner

Donnerstag, 21. November 2013

Wohl dem, der 's warm hat

Scheinbar trägt der Winter Flügel -
er kommt schneller als gedacht.
Schon schmückt Frost die Häuserziegel,
quasi über Nacht.

Tret' ich morgens vor die Türe,
ach, wie zittert mir der Leib.
Ich beschließ, weil ich so friere,
dass ich drinnen bleib.

Und ich spüre durch die Scheiben,
dass es bitter-, bitterkalt.
Seh' die Menschen Hände reiben -
sicher schneit es bald.

Meinen Ofen will ich heizen,
dass die Stube wärmer wird.
Nur nicht mit den Scheiten geizen,
wenn die Kälte klirrt.

Pfefferminztee - heiß genossen,
bringt mir Glut in in meinen Bauch.
Und das Blut ist mir geschossen
und die Freude auch.

Weiß es dankbar ja zu schätzen,
dass ich nimmer frieren muss.
Eine Nacht an kalten Plätzen
ist doch ein Verdruss …


© Bettina Lichtner

Mittwoch, 20. November 2013

Zum Gedenken an Dieter Hildebrandt

Ein Kabarettist von Format
fand nun seinen himmlischen Frieden.
Pointen im Kern akkurat -
sie bleiben uns immer beschieden.

"Herr Hildebrandt, leben Sie wohl.
Nun witzeln Sie himmelwärts weiter.
Sie waren ein großes Idol …
Und stimmten die Herzen uns heiter …

Von Sketchen zu Tränen gerührt,
das Zwerchfell vom Lachen gebeutelt -
Ihr Wort, das humorvoll geführt,
hat gramvolle Stunden vereitelt.

Die künstlerisch wertvolle Spur
skizzierte die nackten Papiere -
die Sprache der Karikatur ….
Ach, keine genoss ich wie Ihre.

Sie lassen so vieles zurück!
So wird man Sie nimmer verlieren.
Ich danke fürs lächelnde Stück …..
Und möchte zum Schluss applaudieren."



© Bettina Lichtner



Dienstag, 19. November 2013

Gestaltungstechnik

Endlich nicht mehr schweigen müssen!
Endlich ist das Wort gesagt.
Es erleichtert das Gewissen.
Nichts mehr da, was an ihm nagt.

Endlich fallen all die Steine,
die getürmt im Lauf der Zeit.
Und der Tisch ist wieder reine,
klar der Blick und weiß das Kleid.

Endlich ist es ausgesprochen,
was die Zunge lange trug.
Vom Versteckspiel letzter Wochen
hatte selbst das Herz genug.

Endlich fallen Mauern nieder,
und dahinter schlief ein Kuss.
Und ich staune immer wieder,
welchen Weg man gehen muss …

Endlich Frieden allerorten.
Welche Kraft im Worte steckt!?!
Wenn wir nur das Schlechte horten,
bleibt das Gute unentdeckt.

Endlich darf die Freude walten.
Die Befreiung ist geglückt.
Mit dem Wort die Welt gestalten …
Sei doch nicht so ungeschickt …



© Bettina Lichtner

Montag, 18. November 2013

Die Seele dankt

Es will die Ordnung einfach nicht gelingen,
obgleich ich tue, was ich kann.
Der Geist ist vollgepackt mit schweren Dingen.
Von welcher Seite fang ich an?

Ach, welch ein heilloses Durcheinander.
Es drängt das Alte sich nach vorn,
dass ich das Angstgebiet erneut durchwander',
so wie den Gram, so wie den Zorn.

Die Kost ist wirklich nicht mehr zu genießen.
Sie ist verdorben. Mir ist schlecht.
Ich werf' das Abgelaufene zu meinen Füßen,
und pfeife drauf. Und zwar zu Recht!

Längst überholte zementierte Phrasen,
und eine völlig neue Sicht,
vertrieben all die hohlen, leeren Blasen
und brachten Dunkelheiten Licht.

Ich räume auf in der verstaubten Kammer.
Und putz' die Fenster blitzeblank.
Schon bald ist Schluß mit Nörgeln und Gejammer.
Von meiner Seele kommt ein Dank.



© Bettina Lichtner

Düstere Stimmung

Wolkenverhangene Weite,
drückt mir sogleich aufs Gemüt.
Und eine traurige Seite
öffnet die Tür und entflieht …

Mit ihr kommt alles ins Freie,
was sich so gerne versteckt.
Alles Betrübte und Scheue
hat diesen Ausgang entdeckt.

All dieses seelische Graue
rennt wie besessen hinaus,
dass ich 's zu halten nicht traue.
Alles will einfach nur raus.

Tränen und dunkle Gedanken,
ziehen am selbigen Strang.
Soll mir das Herz nicht erkranken,
folg' ich dem inneren Drang.

Lass' die Gefühle entkommen,
die so bedrückend mir sind.
Hab' eine Auszeit genommen,
dass ich zurück zu mir find'.

Ach, das Novembergebaren …
Stets dieser Kampf um die Freud'.
So geht 's seit etlichen Jahren,
immer zur düsteren Zeit …



© Bettina Lichtner




Sonntag, 17. November 2013

Kriegsmüde

Parkplatzkriege! Gott, wie ärmlich …
Nichts kann wohl verrückter sein ...
Die Gefechte sind erbärmlich!
"Schaltet Eure Hirne ein!!!"

Wo sind Sitte und Manieren?
Wo sind Freundlichkeit und Stil?
Dieses stete Echauffieren
zeugt von niederstem Gefühl …

Die beleidigenden Worte -
welch ein sprachlicher Verfall.
Teuflisch, diese Menschensorte!
(Leider sind sie überall …).

Um ein kleines Stückchen Fläche
wird gestritten bis aufs Blut.
Die Gesundheit zahlt die Zeche.
Die Moral nimmt ihren Hut …

Und sie zeigen ihre Zähne
und die schlechte, zweite Seit'.
Eine innere Hyäne
macht sich für den Biss bereit.

Reißt den Feind in tausend Fetzen,
der ihm Platz und Ehre nimmt,
um sich letztlich zu ergötzen,
wenn der Feind sich schmerzhaft krümmt.

Ist der Parkplatz dann gewonnen,
geht die Nase höher nicht.
Wie sie sich im Stolze sonnen …
Siegessicher ihr Gesicht.

Ach, ihr armen Parkplatzkrieger -
fremd sind solche Sorgen mir!
Ich bin wohl der wahre Sieger:
ich fahr' Rad von Tür zu Tür …



© Bettina Lichtner




Samstag, 16. November 2013

ho ho ho

Langsam zieht die Winterkälte
in das herbstgetrübte Land.
Und der Frost schlägt seine Zelte.
Und ich warte ganz gebannt.

Wird der Schnee in Bälde fallen?
Deckt das Eis bald Baum und Feld?
Und das größte Fest von allen,
hat sich wartend aufgestellt ….

Unverkennbar erste Zeichen
werden schon vorausgeschickt.
Jene, die so sachte schleichen,
haben mich als Kind beglückt …

Ach, wie war ich einst so fröhlich,
wenn der Monat Nummer elf
nach und nach und ganz allmählich
überging in Nummer zwölf.

Nichts davon ist an Gefühlen
mir geblieben. Schade drum.
Muss mich durch Termine wühlen,
und der Stress bringt mich noch um …

Schneeballschlachten, Rodelfahrten -
irgendwo in ferner Zeit.
Auf den Weihnachtsmann zu warten,
hat mich nur als Kind erfreut.

Heute spiel' ich selbst den roten,
weißbärtigen Stubengast.
Und die kleinen Kinderpfoten
wissen nichts von meiner Hast …


© Bettina Lichtner

Freitag, 15. November 2013

Sturm & Drang

Welch eine magische Reise beginnt,
wenn sich zwei Blicke berühren,
die voller Liebe und Zuneigung sind,
und sich im Süßen verlieren.

Knisternde Stimmung und lodernde Glut.
Worte, die lieblich umgarnen.
Noch will das brodelnde, hoffende Blut
nicht seine Wünsche enttarnen.

Die noch geheime begehrende Lust,
sucht einen Weg zu entkommen.
Sie ist von Sinnen. "Oh, bebende Brust!
Jeder Verstand ward genommen …"

Und die Umgebung liegt nebelverhüllt;
alles verschwommen und vage.
"Male, oh Liebe, dein köstlichstes Bild.
Schick deine Träume zutage …"

Stürmische Zeiten - der Geist spielt verrückt.
Und die Gedanken betören.
Sind so mit brennenden Küssen bestückt,
dass sie die Wollust gebären …

"Komm in die Arme, du glückliche Stund'.
Lass uns einander genießen.
Du nur allein bist ein trefflicher Grund,
täglich das Sein zu begrüßen …"


© Bettina Lichtner

Donnerstag, 14. November 2013

Zutritt verboten

Wer vermag zu unterscheiden,
welcher gut und böse ist?
Wenn die Seelen sich verkleiden,
schauen doch nur Trug und List.

Wo ist jener, der noch ehrlich?
Wem man wohl vertrauen kann?
Ist das Herz vielleicht gefährlich?
Wo fängt wohl das Schauspiel an?

Ist das Wort aus seinem Munde
gar ein falsches? Voller Lug?
Von der trügerischen Stunde
habe ich fürwahr genug.

Welcher Mensch steht gegenüber?
Wer schaut hinter dem Gesicht?
Ist 's ein Böser? Ist 's ein Lieber?
Ich erkenne es ja nicht.

In die Augen kann ich schauen,
doch dahinter säh' ich gern.
Will dem Leib allein nicht trauen,
in die Seele will ich hör'n …



© Bettina Lichtner


Mittwoch, 13. November 2013

Anderswo

Naturgewalt bringt Elend vor.
Sie öffnet Not und Leid das Tor.
Sie bringt den Abgrund an den Tag,
der seelisch so verborgen lag.

Das nackte Überleben zählt,
wenn Hunger und auch Durst dich quält.
Und rundherum Gedeih, Verderb.
"Ich stehle mir, bevor ich sterb' …."

Sie fallen in Geschäfte ein,
denn keiner will mehr hungrig sein.
Derweil sitzt hier in unsrem Staat
der Satte vor dem Apparat.

Und zappt sich durchs TV-Programm.
Ein Stück vom Rind, Filet vom Lamm,
dazu Gemüse - frisch vom Feld.
Wie gut ist es um ihn bestellt.

Er trinkt, er isst und frönt der Lust.
Vom Hunger hat er nichts gewusst.
Er tanzt und kauft und hat es warm.
Was weiß er schon vom Wörtchen "arm"?

Und anderswo - kein Geld, kein Brot.
Und anderswo der Hungertod.
Und anderswo - Verzweiflung pur.
Ein Wettlauf mit der Lebensuhr …


© Bettina Lichtner

Dienstag, 12. November 2013

60 geschenkte Minuten


Hungrig auf das Leben steht die Stunde dir bereit.
Du jedoch, du fütterst sie mit Sorgen.
Und ihr Appetit auf eine liebevolle Zeit
bleibt vor lauter Grübeln dir verborgen.

Sieh doch, wie sie lechzt nach einem lieb gewürzten Mahl.
Wie sie sich schon freut, es zu genießen.
Ach, am liebsten fräße sie sich selber völlig kahl.
Lass dir doch die Zeit von ihr versüßen.

Aber, du bemerkst es nicht. Du sorgst dich ohne Rast.
Immer nur Probleme. Ohnegleichen. 
Sechzig an Minuten nur, dann ist die Chance verpasst.
Noch kannst du der Sorgenflut entweichen.

Eh sie in die Stunde schwappt, verschließe ihr die Tür.
Denke dran, die Stunde wird nicht warten.
Sechzig an Minuten nur, dann ist sie nicht mehr hier.
Keiner mischt ein zweites Mal die Karten.

Wenn du jetzt nichts änderst, na, dann ist es wohl zu spät.
Willst du denn die Stunde so enttäuschen?
Höre auf dein Herz, das zum Gedankenwechsel rät,
eh die vielen Sorgen dich zerfleischen …


© Bettina Lichtner

Montag, 11. November 2013

Frisch gestrichen



Sieh an, sieh an, ein grauer Tag.
Wohl dem, der ohne Weh und Klag
denselbigen trotz alledem
sich lieblich macht und angenehm.

Der trübe Stunden peu à peu
rosé sich färbt, vielleicht auch bleu,
und der sich nicht verfinstern lässt
(sonst beisst das Graue sich noch fest …).

Der Blick will wohl gerichtet sein
auf Sorgenfrei und Sonnenschein,
dann klart der Geist, dann strahlt das Ich,
und alles liegt so sommerlich.

Wenn sich das Grau erst niedersetzt,
und sich im Inneren vernetzt,
au weh, dann schnellstens raus damit,
sonst folgt es dir auf Schritt und Tritt.

Und ganz egal, was du dann machst,
wenn du nicht aus dem Grau erwachst,
bist du für alle Farben blind,
die überall zugegen sind.

Die Seele ist beim grauen Spiel
für diese Jahreszeit zu kühl.
Ein Farbanstrich tut dringend not!!
Schon kommt das Innere ins Lot …



© Bettina Lichtner

Verwüstete Dörfer

Betet mit! Die Philippinen
sind vom Unheil heimgesucht.
Schaut in die verweinten Mienen ….
Scheinbar ist es wie verflucht.

Bei den Klimakonferenzen
kommt kein rechtes Ziel zustand'.
Und nun schickt man Kondolenzen
in das sturmgeplagte Land.

Doch schon sagen die Experten,
dass es derlei öfter gibt.
Und die fachlichen Gelehrten
sind deswegen arg betrübt.

Denn der Mensch hat 's zu verschulden.
Doch der Mensch kann 's auch noch drehn.
Kostet Zeit und kostet Gulden.
Ob es fruchtet wird man sehn.

Nur beginnen muss man endlich.
Die Thematik ist von Drang!
Nicht zu handeln ist gar schändlich …
Wartet doch nicht jahrelang!!!

"Ihr da oben! Werdet tätig.
Denn die Erde braucht den Sieg.
Gute Taten sind jetzt nötig
in der Klimapolitik …"



© Bettina Lichtner

Sonntag, 10. November 2013

Qualitätskontrolle

Welch bedauerliche Reise
doch der ein und andre tut.
Denn durchs innere Gehäuse
fließt ein unzufriednes Blut.

Seine Welt passt nicht zusammen
mit dem geistgefassten Bild.
Alles könnte er verdammen!
Und das Herz rast ihm wie wild.

Was er möchte und erträumte,
es gelingt in Wahrheit nicht.
Welche Vorstellung auch keimte -
sie versteckte ihr Gesicht.

Denn sie fürchtete das Freie,
denn das Freie war ihr fremd.
War sie endlich an der Reihe,
zog der Zweifel in ihr Hemd …

Und dem mutlosen Verharren
folgt die Unzufriedenheit.
In sich selber zu erstarren,
bringt dem Leben Bitterkeit.

Eigne Bilder auszuleben,
macht doch erst den Menschen aus.
Statt der Masse nachzustreben,
baut ein eignes buntes Haus!

Jeder Mensch hat Qualitäten,
die die andren staunen lässt.
Lasst sie doch zutage treten!
Sagt Euch selbst: "I am the best!!!"


© Bettina Lichtner

Samstag, 9. November 2013

Verfluchte Nacht

Was vor fünfundsiebzig Jahren
sich im Land ereignet hat,
als die Bösen mächtig waren,
steht auf dem Geschichtsbuchblatt.

Die Pogromnacht trieb Dämonen
an zu einem Massenleid.
(Dass Dämonen sich auch klonen
zeigt ein Blick ins Hier und Heut'…)

Menschen durch die Straßen jagen,
so als sei es nichts als Vieh,
ist gedanklich kaum zu tragen.
Ich verzeih' die Schandtat nie …

Leben die, die jagend waren,
heute etwa mittendrin?
Jene sollten mal erfahren,
wie beschämt ich ihrer bin …

Was die Nacht für Folgen hatte
- der millionenfache Mord -
ist bekannt und ich gestatte
keinerlei Erklärungswort.

Ich vermag nicht zu ermessen
alles Leiden jener Nacht.
Niemals darf man je vergessen,
was die Menschen durchgemacht …


© Bettina Lichtner

Freitag, 8. November 2013

Nach vorn

Die Liebe, die Liebe - ein komisches Ding.
Wie oft sich schon mancher im Trugbild verfing -
im Säuseln, Versprechen und lieblichen Wort.
Das Auge geöffnet …. und alles ist fort.

Ein Luftschloss. Ein Wölkchen - ganz rosa und nett.
Der Himmel voll Geigen. Ein himmlisches Bett.
Und alles umhüllt nur von Traum und von Schaum.
Das Auge geöffnet …. und leer liegt der Raum.

Man gab sich Vertrauen und Wunschdenken hin.
Und hinterher schreit man: "Wie dumm ich doch bin …".
Da ließ man sich täuschen und merkte es nicht.
Das Auge geöffnet ….. und alles zerbricht.

Man hüllte die Stunde ins Süßliche ein.
Und steht doch am Ende verbittert allein.
Hinfort die Gefühle, die wärmend und nah.
Das Auge geöffnet ….. und nichts ist mehr da.

Geprügelte Seele, versteinertes Herz.
Das Ende der Liebe ….. ein beißender Schmerz.
Die Treue verlogen! Welch stechender Dorn.
Das offene Auge blickt mutig nach vorn.



© Bettina Lichtner

Donnerstag, 7. November 2013

Gestundet

Diese Stunde, diese eine
ist ja einmal nur die deine.
Darum heiße sie willkommen,
denn schon wird sie dir genommen …

Sie will atmen, sie will leben,
und ihr Allerbestes geben.
Pro Minute, pro Sekunde -
so zergehe sie im Munde ...

Darfst sie einmal nur genießen.
Nur ein einzig Mal begrüßen.
Und schon naht ihr rasches Ende.
Und sie fließt durch deine Hände …

Einmal nur wird sie sich zeigen.
Und dann hüllt sie sich in Schweigen.
Doch wo ist sie nur geblieben?
Hast du sie ins Herz geschrieben?

Oder ließest du sie fliegen
ohne ihrer zu genügen?
Hast du jene gar missachtet?
Ihre Herrschaft gar entmachtet?

Ach, du Tor, so nimm die Neue,
dass dich jene auch erfreue.
Aber dieses Mal sei weise,
denn zu wertvoll ist die Reise …


© Bettina Lichtner

Umfrage

Ein Befragen hat ergeben,
dass die Glücklichsten wohl leben
hier im Norden! Kann das sein?
Warum schau'n sie finster drein?

Ach, ich kann sie nicht entdecken.
Wo sie sich denn nur verstecken?
Tarnt die glückliche Natur
sich mit mürrischer Statur?

Keiner lacht der Zeit entgegen.
Lauter Egos auf den Wegen.
Und die Ellenbogen raus.
Sieht das Glück nicht anders aus?

Ihre Worte laut und herrisch.
Und der Wille mehr als störrisch.
Wie ein sturer Ochs im Feld …
Ob das Glück sich nur verstellt???

Und die Nächstenliebe schwindet.
Und der Neid wird neu begründet,
und der Geiz und auch die Gier
schließen jedem Glück die Tür.

"An die Glücklichen im Lande:
Vielleicht seid Ihr ja imstande,
mal zu zeigen, wo Ihr seid.
Denn ich wüsste gern Bescheid …"



© Bettina Lichtner 

Mittwoch, 6. November 2013

Vergiss Äußerlichkeiten

Augen auf und durch! Nur Mut!
Ist doch nur dein Spiegelbild ….
Schwitzt du Wasser gar und Blut,
weil es nicht sein Soll erfüllt?

Bist du nicht der, der du willst?
Schaut dich gar ein Fremder an?
Wenn du 's mit dem Tuch verhüllst,
klebt es trotzdem an dir dran.

Schlage doch den Spiegel nicht!
Er gibt nur ein Antlitz preis.
Still zeigt er ein Angesicht,
dessen Namen er nicht weiß.

Nase, Augen, Ohren, Mund.
Aber was dahinter liegt,
das zu zeigen, fehlt der Grund.
Sage mir, was schwerer wiegt.

Gar die äußre Maskenfratz'?
Oder doch das Innendrin?
"Spieglein, Spieglein, sei ein Schatz -
zeige ja nie, wer ich bin …"


© Bettina Lichtner


Dienstag, 5. November 2013

Spendenaufruf

Wenn du ein Lächeln dein eigenes nennst,
und aber doch seine Wirkung nicht kennst,
rate ich dringend, es auszuprobieren.
Wunder, oh Wunder, es öffnen sich Türen …

Sieh, wie dein Lächeln sich lächelnd vermehrt.
Wie es die anderen Herzen betört.
Wahrlich, es kann wohl nichts Schöneres geben,
als in der Welt voller Lächeln zu leben.

Gleich treten Frieden und Freude zutag'.
Was doch ein Lächeln zu ändern vermag.
Würden sie alle die Wirkung beherzen,
gäbe es weniger innere Schmerzen.

Schön ist der Traum von der lächelnden Zeit.
Wären die Menschen zum Lächeln bereit,
sich zu umarmen und Wärme zu spenden,
würden Kapitel und Seiten sich wenden.

Setze dein Lächeln gleich um in die Tat.
Halte es immer und immer parat.
Scheue dich nicht, es den andren zu schenken.
So sollten alle einander bedenken …



© Bettina Lichtner

Auf in den Kampf

Ein einsames Leben in dunkler Spelunke
kippt Schnaps hinter Schnaps auf sein inneres Leid.
Und taucht seine Sorgen ganz tief in den Trunke.
und hofft nebenher auf die bessere Zeit …

So schwimmen Probleme vergangener Tage
in Fässern voll Schnaps, doch ertrinken sie nicht.
Das ist ja das Dumme an jedweder Plage,
besäufst du sie stumpf, lockt 's sie dennoch ans Licht.

Sie treiben ganz oben und bist du dann nüchtern,
dann klopfen sie wieder ans trübe Gemüt.
Sie graben sich Furchen auf jenen Gesichtern,
die 's immerzu hin zu Besorgnissen zieht.

Du wirst sie nicht los, nicht mit hohen Prozenten.
Sie treiben dich geradewegs tief in die Sucht.
Nimm Abstand von diesen so bittren Momenten,
und jage die Sorgen mit Mut in die Flucht.

So stell dich dem Leben mit Höhen und Tiefen
gleich aufrecht und nüchtern entgegen und sieh,
welch Kräfte, welch Stärken im Inneren schliefen.
Wirst sehen, es lohnt sich die kämpfende Müh' …


© Bettina Lichtner

Montag, 4. November 2013

Flackernde Träume

Der November hat begonnen
und wie meistens ist er grau.
Und der Regen fällt aus Tonnen,
und der Sturm bläst gar so rau.

Also Zeit für Kerzenlichter,
Zeit für Wärme innendrin.
Und die mürrischen Gesichter
schmelzen nach und nach dahin.

Wie sie lächeln, sich ergötzen
an dem Schein, der flackernd hell.
Wie sich alle Sorgen setzen
unterm stressgeplagten Fell.

Eine Kerze lockt die Träume
ins novembertrübe Licht.
Stellt mehr Kerzen in die Räume,
weil es Traumreisen verspricht.

Wo geträumt wird, spielt die Sehnsucht
eine warme Melodie.
Und die Menschen suchen Zuflucht
in der Kerzenharmonie.

Erst die dunklen Jahreszeiten
schärfen Sinne und Verstand.
Welchen Reichtum sie bereiten.
Ach, wie schön ist ihr Gewand …


© Bettina Lichtner

Sonntag, 3. November 2013

Infektiöse Zeiten

Stürmische Zeiten im jungen November!
Tiefdruckgebiete im wechselnden Spiel.
Bald noch die Kälte im Monat Dezember -
folgende Wochen sind eisig und kühl.

Wie sie schon husten, die kränkelnden Leute.
Höchste Hygiene steht jetzt auf dem Plan.
Such' vor der Grippe recht zügig das Weite.
Hab' es im Vorigen auch so getan …

Wehe, es niest wer in meine Visage.
Wehe, die Viren belästigen mich.
Brauch' unter Menschen jetzt starke Courage.
Spür', wie die Angst in mein Seelenkleid schlich.

Desinfiziere die Hände gar stündlich.
Jag' die Bakterien alle hinaus.
Reinige, putze und wasche mich gründlich -
jedwede Ansteckung ist mir ein Graus.

Meide die Massen und suche die Ruhe,
dort wo kein Mensch meine Fluchtwege quert.
Aber ich fürchte, egal, was ich tue,
dass die Erkältung mich trotzdem beehrt.


© Bettina Lichtner

Samstag, 2. November 2013

Wüterich

Lade deine Wuteinheiten
nicht auf meinen Schultern ab!
Dafür sei mit Nettigkeiten
nicht so geizig und so knapp.

Achte auf die Satzbauweise,
es ist zu viel Zorn darin.
Schrei nicht so! Erzähle leise,
weil ich sonst nicht hörend bin …

Zügel' deine Aggressionen,
balle nicht die Hand zur Faust.
Einseitige Diskussionen
machen, dass du Mauern baust …

Was du an den Kopf mir schmetterst,
steht auf wackeligem Grund.
Wenn du weiterhin so wetterst,
wird es dir gar ungesund.

Merkst du nicht den Blutdruck steigen?
Schlägt dein Herz nicht im Akkord?
Kannst du nicht mal stilleschweigen? 
Schimpfst und schimpfst in einem fort …

Ach, ich hab' die Faxen dicke.
Lieber geh' ich an den Strand,
wo ich mir Erholung pflücke,
für den leidenden Verstand …



© Bettina Lichtner

Freitag, 1. November 2013

Hai-Alarm

Merkt Ihr nicht, wie satt Ihr seid?
Wahrlich, es wird höchste Zeit,
dass die Gier beendet sei.
Nieder mit der Völlerei ….

Werft das Geld nicht ohne Grund
Werbe-Riesen in den Schlund.
Dreht gleich tausendmal den Cent,
eh Ihr Euch die Hand verbrennt,

an dem Feuer dieser Macht,
die Euch gar so höhnisch lacht.
Der Konsum verdreht den Sinn.
Und der Hai schwimmt im Gewinn …

Diese Haie allerorten
sind verführerisch mit Worten,
und sie säuseln und becircen,
und garnieren noch und würzen

die Produkte mit Geschwafel.
Ihre reich gedeckte Tafel,
spült das Wasser in die Münder.
Und die Gier macht blind und blinder.

Seht doch lieber übern Teller,
spielt nicht ständig Rockefeller.
Hinterm Teller hungern Bäuche.
Ach, wie taub stellt sich der Reiche ….


© Bettina Lichtner