Sonntag, 27. Juli 2014

Ich spüre was

Kein schöner Land in dieser Zeit?
Nun ja, das unsre weit und breit
ist - rein von der Natur betrachtet -
ein Land, des Schönheit kaum beachtet.

Naturschönheiten hin und her -
die Menschheit tut sich doppelt schwer,
die Innenwerte wohl zu pflegen
und wie das Äußere zu hegen.

Die Rose gibt ein schönres Bild,
als wenn ein Damenmund sich hüllt
in Lippenstifte aller Farben.
Auch jegliche Getreidegarben,

die so gebündelt golden stehn,
sind zigmal schöner anzusehn,
als irgendwelche Haarfrisuren
in allen möglichen Strukturen.

Im Blatt des Baumes les' ich mehr
als in dem Buch von dem und der.
Sogar der Wind kann mehr erzählen,
als Menschenwörter (die mich quälen …).

Der Frühtau lockt mich mehr hinaus
als manches ehrenwerte Haus
und seinem Imponiergetue.
Nein! Die Natur lässt mich in Ruhe.

Sie fleht nicht um Bewunderung.
Sie reckt an jedem Tage jung,
ja geradezu wie neu geboren,
sich auf zu höheren Emporen.

Derweil der Mensch zum Spiegel schaut
und an den Außenwänden baut
mit Mittelchen und List und Tücke.
Die Uhr, die lacht: "Hör zu! Ich ticke …"

Fürwahr, fürwahr. Und weit und breit
zeigt die Natur ihr schönstes Kleid.
Kein schöner Land als nur das ihre,
wo ich den Atem Gottes spüre …



© Bettina Lichtner
Halleluja


Samstag, 26. Juli 2014

Das falsche Pferd

Der Baum spannt seinen Sonnenschirm,
doch ist das menschliche Gewürm
im Schweiße seines Angesichts
ein Anbeter des Sonnenlichts.

Die Bräune - möglichst ohne Naht -
ist dennoch eine Missetat,
denn übertriebnes Sonnenbad
führt schnell zum Brand, der 's in sich hat …

Dann wird, was knusprig braun gedacht,
zur feuerroten Körperpracht,
die schnurstracks hin zum Doktor führt,
auf dass er ein Rezept diktiert.

Worauf 's zur Apotheke geht,
weil schwarz auf weiß geschrieben steht,
dass diese Haut gesalbt gehört,
damit sie Linderung erfährt.

Das AU erblüht zum Wort der Stund'.
Gesicht und Arme - alles wund.
Wer Glut und Hitze unterschätzt,
der hat aufs falsche Pferd gesetzt.

Und die Genesung lässt sich Zeit.
Was lernen wir aus diesem Leid?
Es ist der Schattenplatz im Wald
ein sinnvollerer Aufenthalt.



© Bettina Lichtner
Halleluja

Freitag, 25. Juli 2014

Auf zur sündigen Meile



Den Knaben lockt die Sündenmeile.
Doch auch das Mädchen ist entzückt.
Sie sind ja beide so beglückt
beim Anblick all der süßen Teile.

Erotisch ohne Rotlichtflimmern,
so wirkt der Gang durchs Sündenland.
Es läuft der Speichel. Und die Hand
muss sich ums Glück des Wohles kümmern.

Behutsam tastet nun die Rechte
begierig das Objekt der Wahl.
Der Kopf indessen leidet Qual,
weil er es nicht entscheiden möchte.

Es reiht sich Sünd- an Sündenhülle.
Die eine schöner noch als die.
Es fällt die Seele auf die Knie
beim Anblick dieser Lust und Fülle.

Ein Knistern bricht durch Stimmgewirre.
Die Zunge lechzt, das Herz entbrennt.
Wer jetzt kein Ja und Amen kennt,
der ist eventuell ja irre …

"Nun, junge Dame? Was gefunden?
Und, junger Mann? Ist nichts dabei?
Vielleicht ein Überraschungs-Ei?
Ein Gummibär für trübe Stunden?"

Die Frau da hinterm Kundentresen
weiß um den Reiz des Sündengangs,
weiß um den Schatz des süßen Fangs
(sie ist ja selbst mal dort gewesen).

Sie kennt die vielen süßen Sünden,
die alle Welt von Herzen liebt.
Wie schön, dass es das Süße gibt,
um uns das Salz des Seins zu binden.

Ein Schokotraum von mild bis bitter,
dazu Bonbons in rot und blau.
Es weiß der Herrgott ganz genau:
die süße Macht vertreibt Gewitter ….




© Bettina Lichtner

Donnerstag, 24. Juli 2014

Nieder mit den Unmenschen

Lieber Gott, es ist beschwerlich
auf der Welt. Du siehst es ja.
Bomben fliegen unaufhörlich,
in der Ferne und auch nah.

Irgendwas läuft voll daneben.
Irgendetwas läuft verkehrt.
Ein von dir geschöpftes Leben
ist ja keinen Cent mehr wert.

Nicht nur, dass sich Menschen morden,
auch das Tier wird bös' gequält.
Diese Welt ist fremd geworden,
seit die Würde nichts mehr zählt.

Nur der Mensch, der Mensch alleine
trägt am Unheilvollen Schuld.
Ach, du weißt ja, was ich meine.
Reizt es dir nicht die Geduld?

Deine Erde geht zugrunde,
wenn der Mensch so weitermacht.
Jede einzelne Sekunde
schändet er die schöne Pracht.

Seinesgleichen lässt er hungern.
Seinesgleichen tötet er.
Arme Menschen gehen lungern
für ein Stückchen Brot und mehr.

Kinder werden ausgebeutet,
alle Tiere leiden Not.
Wo der Hass zu Tate schreitet,
folgt nicht selten auch der Tod.

Oh, ich schäme mich der bösen,
unmenschlichen Kreatur.
Kannst du, HERR, uns nicht erlösen?
Lass die guten Menschen nur ….

Wenn ich auf das Ende sehe,
wächst in mir die Traurigkeit.
Denn die Welt, durch die ich gehe,
wird beherrscht von Blut und Leid.



© Bettina Lichtner
Halleluja

Mittwoch, 23. Juli 2014

Zum Teufel

Der Teufel reißt wohl nach und nach
die Weltherrschaft an sich.
Die Liebe ruft "Gemach, Gemach!
Du Teufel, schere dich …"

Der Teufel aber hört nicht hin
und zündet Krieg um Krieg.
"Weil ich ja gar so mächtig bin,
gebührt auch mir der Sieg!!

Ich niste mich in Herzen ein
mit Hass und Wut und Zorn.
Und will ein Kampf zu Ende sein,
beginne ich von vorn.

Der Mensch ist für die Schlacht gemacht.
Ich schärfe ihm das Schwert.
Und wehe dem, der da gedacht,
der Mensch sei liebenswert.

Es dürstet ihn nach Tod und Blut
seit Anbeginn der Zeit.
Der Mensch ist böse und nicht gut.
Er trägt des Teufels Kleid.

Ein Frieden ist nur Illusion,
und hält nicht ewig an.
Drum habe ich nur Spott und Hohn
für jeden Friedensplan.

Ich bin der Teufel. Herr der Welt!
Vernichtung ist mein Ziel.
Und wer sich in den Weg mir stellt,
den achte ich nicht viel …"



© Bettina Lichtner
Halleluja



Dienstag, 22. Juli 2014

Gib Senf dazu

Morgens um zehn bei fantastischem Wetter
sitzen die Menschen im Freien beim Tee.
Jene vom Lande besuchen die Städter
auf einen Plausch in dem Marktplatz-Café.

Welch ein Geschwätz über gestern und morgen.
Altes wird nochmals nach oben gekehrt.
Neues wird gerne verbunden mit Sorgen.
Einzig dem Jetzt bleibt Beachtung verwehrt.

Selten, zu selten, sind Informationen,
die da bei Tisch um die Mäuler geschmiert,
solche von Wert, die zu hören sich lohnen.
Oft hat der Unsinn den Taktstock geführt.

Mancherlei Wort wird schon baldigst vergessen.
Manches geht unter und taucht nicht mehr auf.
Kaum wer genießt mit Bewusstheit sein Essen.
Aber der Senf, der kommt überall drauf …

Und dann beim Abschied: "Wie schön ist 's gewesen!
Nett war 's und lustig. Bis hoffentlich bald."
Könnte man jetzt doch Gedanken nur lesen
von der so schmeichelnden Frühstücksgestalt.


© Bettina Lichtner
Halleluja

Montag, 21. Juli 2014

Erst denken, dann reden



"Ach, Schatz, du bist die Welt für mich.",
so flüstert lieb der Manne
der Frau ins Ohr. Die wundert sich,
und spricht zu ihm: "Ich bitte dich.
Ein Wort von großer Spanne!!

Bin ich die Welt, so sage mir:
Warum um Güter scheren?
Ein Auto da, ein Häuschen hier,
und Urlaubsreisen, doch wofür?
Wofür Konsum vermehren?

Bin ich als Welt dir nicht genug?
Bist du von Gier besessen?
Ich glaube gar mit Recht und Fug,
dein großes Wort ist nichts als Spuk
und drum nicht angemessen.

Ein gut gemeintes Kompliment,
doch ohne festen Boden.
Wer will, dass meine Lust entbrennt,
und dass mein Herz zu seinem rennt,
braucht bessere Methoden.

Geh achtsam um mit deinem Wort,
erst recht, wenn du verliebt bist.
Wie schnell fliegt uns die Liebe fort.
Und ach, die Welt verkommt zum Ort,
der ewiglich betrübt ist …

Sei einfach still und küsse mich.
Lass uns die Welt vergessen.
Sag einfach nur "Ich liebe dich."
Und lass mich spüren, du und ich
sind augenblicksbesessen …"



© Bettina Lichtner

Sonntag, 20. Juli 2014

Auferstanden aus der Tiefe

Ich schlenderte des nachts beschwingt
durch meines Städtchens Straßen.
Als plötzlich leis' ein Ton erklingt,
den alle längst vergaßen.

Sogleich durchsucht mein müder Blick
die Winkel und die Gosse.
Ich rufe rein, es ruft zurück:
"Na, hier bin ich, Genosse!

"Hier unten unterm Straßenteer,
noch tiefer als die Tiefe."
Ich glaubte, mich veräppelt wer
und wünschte, dass ich schliefe.

Das Wort liegt nun bei mir: "Hallo?
Wer bist du denn? So sage!
Du klingst nicht gerade lebensfroh.
Warum die schwere Klage?"

Die Antwort folgt: "Es hat die Welt
mich fortgekehrt wie Stäube.
Ich bin der Anstand, einst ein Held.
Nun such' ich eine Bleibe.

Die Menschheit braucht mich mehr denn je.
Doch trampeln sie mich nieder.
Ihr Wort, ihr Tun - au weh, au weh,
drum kehrte ich gern wieder.

Dass Schluss ist mit der Unmoral,
dem Fehltritt im Benehmen.
Das Volk muss sich in großer Zahl
fürs letztere arg schämen …"

Ich nahm ihn mit, den Anstand, und
versprach ihm, ihn zu ehren.
Nun macht er mir das Leben bunt.
Und du? Kannst du ihn hören?


© Bettina Lichtner
Halleluja

Samstag, 19. Juli 2014

Wo kein Feind, da keine Schlacht

Schweißdurchtränkte Kleider kleben
fest an trägen Sommerleibern,
die zur Hitzschlacht sich begeben.
Fest an Männern, fest an Weibern.

Eine Schlacht? Wo sind die Waffen?
Wo die Front? Wo die Geschütze?
Welcher Feind macht uns zu schaffen?
Etwa diese Sommerhitze?

Aber ach, das würd' bedeuten,
dass die Sonne uns bedrohte.
Aber ihre Gradeinheiten 
sind des Sommers froher Bote.

Die verwöhnten Wohlstandsleute
stöhnen ob der heißen Stunden.
Jene aber, die es freute,
haben ihren Spaß gefunden.

Dieses Erste-Welt-Gejammer -
ach, ich kann es nicht mehr hören.
In der gut gekühlten Kammer
sitzen sie, sich zum empören.

Zwischendrin ganz selbstverständlich
klares Wasser, frisch und kühlend
aus dem Hahn - und zwar unendlich
(wer ist noch des Reichtums fühlend?).

Schattenplätze ohne Ende,
Eis an jeder Straßenecke.
Überall Getränkestände.
"Sag', Genosse, bist du jecke???

Stöhnst da übers Sommerwetter
vor dem Ventilator-Surren?
Du erzürnst die großen Götter
nur mit deinem Hitzemurren.

Keine Schlacht gilt es zu schlagen.
Keinen Feind gilt es zu morden.
Ist das Glück von Sommertagen
dir denn schon so fremd geworden?"


© Bettina Lichtner
Halleluja

Freitag, 18. Juli 2014

Der alte Schwur

Er und Sie im Blickkontakt.
Keiner kann Gedanken lesen.
Und das Herz ist voll versackt,
denn es ward vom Blitz gepackt,
wie es lange nicht gewesen.

Und ein Lächeln huscht herbei,
erst verlegen, dann verwegen.
Zarte Neugier kämpft sich frei,
das Gewissen denkt: "Auwei,
dieses Spiel kommt ungelegen."

Welch ein Knistern hin und her.
Plötzlich lodern heiße Flammen.
Jemand ruft die rote Wehr,
doch der Löschzug tut sich schwer,
denn das Feuer schweißt zusammen.

Ein Verschmelzen aller Lust.
Wildes Tanzen der Gefühle.
Das Gewissen hat gewusst:
"Und am Ende tobt der Frust.
Und dem Heißen folgt die Kühle."

Der Moment zerstört das Glück,
das zuhause sitzt und wartet.
Dieser blinde Augenblick,
dieses dumme Missgeschick -
hat den Unglückslauf gestartet.

Zweien hat die Gier genügt,
aber viere geh'n zugrunde.
Denn, wenn einer wen betrügt,
darauf folgend auch noch lügt,
schlägt dem Liebesaus die Stunde.

Ein Verlust von hohem Rang
für ein paar Minuten Freude.
Wer ist Schuld? Der Samenstrang?
Gar der Dame Lockgesang?
Schuld sind immer alle beide.

Und der alte Treueschwur?
Einst vor Gott, dem HERRN, gegeben,
doch, herrje, wo ist er nur?
Weit und breit nicht eine Spur!
Ach, verstehe wer das Leben ….




© Bettina Lichtner
Halleluja

Donnerstag, 17. Juli 2014

Liebestöter

Eifersucht, du kalte Schöne.
Dass ich deiner heut' erwähne,
sei dir nicht zur Lob und Ehre,
sondern allenfalls zur Lehre.

Ja, du bist ein Liebestöter!
Erst versteckst du dich, doch später
lässt du deine Muskeln spielen
und verrennst dich in Gefühlen.

Und du schnüffelst im geheimen,
um die Lüge dir zu reimen.
Steckst die Nase tief in Sachen,
die dich scheinbar sicher machen.

Aber die Verdachtsmomente
sind ja nichts als eine Ente.
Doch du stürzt dich wie besessen
auf das ausgedachte Fressen.

Du zerpflückst im Wahn penibel
jedes Wort und mir wird übel.
Du verwürzt dir häppchenweise
deine süße Liebesspeise.

Was dir fehlt, das ist Vertrauen.
Und aus Schutt ein Haus zu bauen,
ist nicht leicht, und alte Schäden
sieht man auch durch Fensterläden …



© Bettina Lichtner
Halleluja

Mittwoch, 16. Juli 2014

Seitenspringer

Ein Mensch macht einen Seitensprung,
schon ist er ein Betrüger.
Dem klammheimlichen Liebesschwung
folgt bald die Schlacht der Krieger.

Denn wie es ist mit Lug und Trug -
es kommt gewiss zutage.
Das führt im selben Atemzug
zumeist zur Scheidungsklage.

Beschuldigungen da und hier
und fliegende Geschirre
sind tödlich für das traute WIR
und leiten in die Irre.

Das Wort WARUM steht still im Raum.
Die Antwort gibt sich störrisch.
Die Liebe flüstert: "Aus der Traum …".
Der Hass bleibt laut und herrisch.

Ein Kampf entbrennt. Die Lust ist Schuld.
Die Lust auf neues Feuer.
Der lange Atem braucht Geduld.
Und Scheidungen sind teuer …

Die Scherben schneiden ach so tief
ins Herz, grad wie ein Messer.
Der allerletzte Tropfen lief
in randgefüllte Fässer.

Vorbei, vorbei. Ein hoher Preis
fürs heimliche Getue.
Der Single lacht und sagt: "Ich weiß
um meine Seelenruhe …"



© Bettina Lichtner
Halleluja

Dienstag, 15. Juli 2014

Zerrissene Welten

Wirf Mitgefühl vom Himmel, HERR.
Die Menschen haben 's nötig.
Sie machen es einander schwer,
und Fetzen fliegen stetig.

Sie sind so roh in Wort und Tat,
da wird mir gar so bange.
Unendlich scheint der Hassvorrat.
Wie lange noch? Wie lange?

Das Herz kommt einem Eisberg gleich.
Der Blick gefriert beim Schauen.
Oh, HERR, mach ihre Seelen weich.
Befreie sie vom Grauen.

Befreie sie von aller Wut.
Nimm fort des Teufels Hände.
Es täte unsrer Welt so gut,
hätt' die Gewalt ein Ende.

Ein Monster steckt in manchem Leib,
und treibt ein Spiel des Bösen.
So dass ich, HERR, dir flehend schreib',
sie baldigst zu erlösen.

Erlöse sie, die Kalten dort,
die nichts von Wärme wissen.
Die Welt wär' so ein schöner Ort,
wär' sie nicht so zerrissen.



© Bettina Lichtner
Halleluja

Montag, 14. Juli 2014

Der Ball ist im Tor

Der Ball ist im Tor und der Alltag kehrt ein.
Das Leben geht weiter wie immer.
Der Sieg lässt das Land in Glückseligkeit sein.
Zufriedenheit zieht durch die Zimmer.

Der Rausch wird verfliegen. Der Zauber verblasst.
Vorüber sind Bangen und Zittern.
Wir waren im Haus aller Träume zu Gast,
und durften den Hoffnungsduft wittern.

Wir durften erleben: Wer kämpft, kommt ans Ziel.
Es lohnt sich, an Wunder zu glauben.
Das Leben bleibt ewig ein spannendes Spiel.
Wer will uns der Spannung berauben?

Der Ehrgeiz, der Ehrgeiz - ein wichtiger Mann.
Er trägt uns zu höheren Stufen.
Er hält uns zum Durchhalten, Aufstehen an.
Und kommt unsrer Zeit wie gerufen.

Der Teamgeist, so wie ihn der Fussball uns zeigt,
der könnte sich noch mehr verbreiten.
Wenn untereinander der Unfrieden schweigt,
wer hätte noch Lust, sich zu streiten?

Wir feiern die Helden mitsamt ihrem Sieg.
Und treten die andren mit Füßen???
Der Fussball macht 's vor, drum vermeidet den Krieg.
Lasst Liebe und Mitgefühl sprießen …



© Bettina Lichtner
Halleluja

Sonntag, 13. Juli 2014

Die Kluft



Großstadtbesuch. Und die Kluft ist so groß.
Neben Mondänen hausieren die Armen.
Zogen die einen das riesige Los,
kriegen die andren nicht Trost noch Erbarmen.

Sprudelt beim einen Champagner im Glas,
suchen die andren in Eimern nach Flaschen,
Dieser verplempert Moneten zum Spaß,
jener trägt einzig sein Habgut in Taschen.

Uhren aus Gold und Brillanten am Ring,
teure Klamotten und alles vom Besten.
Während ein andrer am Hungerstab ging,
und sich ernährt von gesammelten Resten.

Nase nach oben, den Stolz im Genick.
Niemals den Blick in das Armuts-Tal lenken.
"Mir doch egal! ICH genieße mein Glück.
Hab keine Lust an das Elend zu denken …"

Müll für die einen, den andren das Gold.
Unter den Brücken ein einsames Leben.
Über den Brücken (und gerne gewollt)
einzig ein Nehmen und selten ein Geben.

Großstadtbesuch. Doch wie traurig, wie trist,
liegt da die Welt in vergessenen Ecken.
Dass man die Armen verdrängt und vergisst,
zeigt, dass zu viele im Egokleid stecken …


© Bettina Lichtner

Mittwoch, 9. Juli 2014

Heute kein Gedicht, denn ….





Danke Gott für fünfzig geschenkte Jahre !!!


© Bettina Lichtner
Halleluja


Dienstag, 8. Juli 2014

Wenn ich euch richten könnte ...

Wir sind eins! Wir Wesen alle.
Ob Mensch, ob Tier, ob Baum, ob Gras.
Alle in der Wartehalle!
Zwischen Ernst und zwischen Spaß.

Wir sind eins! Die Atemzüge
sind allesamt von Gott geschenkt.
Warum also Hass und Kriege?
Wo ist der, der friedlich denkt?

Wir sind eins! Vereint im Bunde.
Doch der Mensch? Ein Egoist …
Und das WIR geht vor die Hunde,
wenn du ichbezogen bist.

Wir sind eins! Ist 's schon vergessen?
"Mensch! Du bist die größte Not!
Du bist geld- und machtbesessen.
Dir allein gebührt der Tod."

Wir sind eins! Doch welch Verbrechen
richtest, Mensch, du täglich an?
Bald wird Gott sich an dir rächen,
weil er 's nicht ertragen kann ….

Wir sind eins! Sind nicht Getrennte.
Das Tier will leben so wie du!!!
Wenn ich deiner richten könnte,
schnürt' ich dir die Kehle zu.

Wir sind eins! Kaum zu ertragen
all das Leid durch Menschenhand.
Das Tier- und auch das Umweltklagen
schallt und schreit durchs ganze Land …



© Bettina Lichtner
Halleluja

Montag, 7. Juli 2014

Jährliche Schande

Die Familie - reisefertig -
freut sich auf ihr Urlaubsziel.
Doch der Vater, groß und bärtig, 
ändert kurzerhand das Spiel.

Eines stört ihn ganz gewaltig:
dass der Hund im Wege ist.
Und er hat schon mannigfaltig
ausgedacht sich manche List.

Denn er will am Urlaubsorte
keinen Hund als Zeitaufwand.
Meine Wut kennt keine Worte
für des Mannes grobe Hand.

Er entsorgt den treuen Kleinen
irgendwo am Rasthofplatz.
Gott allein nur hört ihn weinen,
diesen süßen armen Schatz.

Und er wartet ganz ergeben,
dass sein Herrchen wiederkehrt.
Ist sein eines Hundeleben
der Familie nichts mehr wert?

Vater aber denkt nicht weiter
über seine Untat nach.
Er genießt recht froh und heiter
seinen Urlaub. Welche Schmach.

Wenn die Kinder traurig fragen,
was mit ihrem Hündchen sei,
hört man ihren Vater sagen,
dass sei alles einerlei.

Doch die Strafe wird er kriegen,
dieser gottverdammte Mann.
Die Gerechtigkeit wird siegen.
Wenn nicht gleich, doch irgendwann.

Und der Hund? Nun, eine Dame
fand den armen kleinen Wicht.
Neues Frauchen, neuer Name
und die Hoffnung im Gesicht …



© Bettina Lichtner
Halleluja

Sonntag, 6. Juli 2014

Du bist Schuld

Hörst du denn nicht dieses bittere Brüllen?
Stellst du dich taub, weil es einfacher ist?
DU hast im Kopf, deinen Hunger zu stillen,
während du all diese Nutztiere isst.

Stehst da im Laden vor all diesen Leichen,
gierig und sabbernd und denkst nicht daran,
Würstchen und Fleisch aus Gedanken zu streichen.
Schließlich ist Sommer. Die Grillzeit steht an.

"Ach, diese Kuh wär' ja trotzdem gestorben,
auch wenn ich nun Vegetarier wär'….."
Hat dir mein Wort gar die Stimmung verdorben?
Holst da so wacklige Ausreden her …

Würd' ich dir jetzt so ein Rindvieh besorgen,
dass zu es schlachtest zum eigenen Nutz,
möchte ich wetten, von heute auf morgen
nähmest du jedwedes Leben in Schutz.

Fiele dein Blick in die Augen des Schweines,
dessen Filet du so glühend begehrst,
wäre in dir nicht ein winziges kleines
Mitleidsgefühl, dessen Licht zu erfährst?

Schau dir das Lamm an, es braucht seine Mutter.
Gleich wie das Kalb und das Ferkel ja auch.
Du aber brätst es in Öl und in Butter,
kaust es zu Brei und es füllt dir den Bauch.

Anderswo aber verhungern in Scharen
Kinder, weil Mais für die Viehhaltung ist.
All diese wehrlosen Tiere zu garen,
ist eine Schande, die 's Herz mir zerfrisst.




© Bettina Lichtner
Halleluja

Samstag, 5. Juli 2014

Schwankende Stimmung

Der Freitag wird bejubelt und der Freitag wird ersehnt.
Der Montag ist beleidigt, denn der Montag wird verpönt.
Man singt ihm böse Lieder und verbringt ihn schlecht als recht.
Und fast die ganze Erde fühlt sich montags einfach schlecht.

Das Wochenende läutet und die Menschheit ist vergnügt.
Der Ärger aller Tage scheint mit einem Mal besiegt.
Der Freitag hebt die Stimmung und der Montag zieht sie down.
Der Samstag zieht ein buntes Kleid und fühlt sich wie ein Clown.

Am Samstag wird gefeiert, wird getanzt und wird gelacht.
Doch spätestens am Sonntag, meistens abends so um acht,
da kippt die ganze Kiste, und die Menschen packt der Frust.
Sie haben auf den Montag schon am Sonntag keine Lust.

Von Dienstag hin zum Donnerstag, da steigt die Kurve an.
Die Laune fühlt sich besser und gibt alles, was sie kann.
Der Freitag hin zum Sonntag wird detailgenau geplant.
Die Freizeit, die ist knapp, das hat der Mensch schon früh geahnt.

Mal kommen freitags Gäste und mal geht man ins Lokal.
Vielleicht auch mal ins Kino. Wer das Geld hat, hat die Wahl.
Am Samstag geht man shoppen oder essen oder ruht.
Derweil man mit dem Montag ach so schwer, so schwer sich tut.

Ein jeder Tag des Lebens ist geschenkt und sei geehrt.
Ein jeder Tag des Lebens ist von unschätzbarem Wert.
Ein jeder Tag des Lebens will geliebt sein. Wer will 's nicht?
Ein jeder Tag des Lebens hat ein freundliches Gesicht ….


© Bettina Lichtner
Halleluja

Freitag, 4. Juli 2014

Flusszähmer

Schweigeminute. Für wen und warum?
Einfach für dich, dass der Stress dir verschwindet.
Raus aus dem Lärm. Halte ein. Bleibe stumm.
Dass deine Seele den Ruhepol findet.

Atemkontrolle. Zu schnell, viel zu schnell.
Setze dich hin und genieße die Züge.
Jede Sekunde ein friedlicher Quell.
Lege dein Herz in die lautlose Wiege.

Blutdruckbesprechung. Du merkst es wohl auch:
brodelnde Adern, pulsierende Venen.
Schmerzen im Rücken und Krämpfe im Bauch.
Nerven, die dringend die Auszeit ersehnen.

Alles in Aufruhr. Das Rad dreht sich fort.
Weiter und weiter in rasender Eile.
Montags bis sonntags ein Sein im Akkord.
Gott aber schenkt keine weitere Meile …

Ende in Sicht. Und der Tod steht bereit.
Sieh nur, das Grab hast du selber gegraben.
Wenn du nicht bändigst die fliehende Zeit,
wirst du von selbiger nicht mehr viel haben.

Lerne zu schweigen und schone die Kraft.
Zähme den Fluss. Und das Wasser wird seichter.
Nimmt dich die Hektik auch ständig in Haft,
lass' sie links liegen und fühle dich leichter.



© Bettina Lichtner
Halleluja

Donnerstag, 3. Juli 2014

Liebe ist ein Duett


Die Liebe ist komisch; ich werde nicht schlau.
Mal gibt sie sich stürmisch, ein andermal rau;
mal schmeckt sie wie Zucker und plötzlich wie Salz.
Mal bricht sie das Herz und mal schnürt sie den Hals.

Mal liebt sie das Solo und mal das Duett.
Sprüht Gift erst und Galle und dann ist sie nett.
Und eben noch wallend, und eben noch heiß.
Dann dreht sich der Wind und die Stimmung trägt Eis.

Der Dorn an den Rosen ist anfangs nicht spitz.
Aus Wolken, die rosa, kommt niemals ein Blitz.
Kein Wort von der Zunge ist böse und schlecht.
Ein schlummerndes Feld vor dem großen Gefecht.

Der Himmel so blau, blauer geht es ja nicht.
Doch wenn dann die Liebe so farblos zerbricht,
dann mischen sich blau, rosa, rot und was bleibt?
Ein pechschwarzes Loch, das sein Unwesen treibt.

Es zieht dich hinunter, so oft es nur will.
Die lieblichen Zeiger stehn allesamt still.
Die Uhr geht nicht weiter im säuselnden Takt.
Sie wurde vom Virus des Hasses gepackt.

Zerbrochene Seelen. Die Herzen entzweit.
Ist Liebe denn immer dem Tode geweiht?
Aus rosa wird schließlich ein sternhagelblau.
Die Liebe ist komisch. Ich werde nicht schlau …


© Bettina Lichtner

Mittwoch, 2. Juli 2014

Ein treuer Geselle

Ein Hoch allen Taschen! Sie tragen mit Fleiß
und ohne darunter zu stöhnen,
uns Dinge von minder- und höherem Preis,
drum will ich sie dankbar erwähnen.

Denn, ach, ihre Dienste sind Lobhymnen wert.
Doch Liebe erfahren sie selten.
Und ohne sie wäre das Leben erschwert.
Erstaunlich, was Taschen uns gelten.

Da gibt es die schlichten aus einfachem Stoff,
und teure mit wichtigen Namen.
Die Plastikmodelle (ich sage es schroff)
sind kaum was für feinere Damen.

Mal sind gehäkelt und manchmal geknüpft,
gesponnen, geflochten, gewoben.
Doch wichtig ist nur, dass kein Inhalt entschlüpft,
nicht unten, nicht seitlich, nicht oben.

Wir halten sie fest in der kräftigen Hand.
Sie folgt uns, wohin wir auch gehen.
Sie hängt nach der Arbeit so stumm an der Wand,
und keiner bleibt dankerfüllt stehen.

Ein treuer Geselle, die Tasche, doch wir,
wir wissen ihr Werk nicht zu schätzen.
Drum wollt' ich auf diesem Computerpapier
poetisch ein Denkmal ihr setzen.



© Bettina Lichtner
Halleluja

Dienstag, 1. Juli 2014

Es liegt bei dir

"Warte nur, warte, ich werde dich packen",
rief voller Eifer der tierische Ernst.
Aber der Schalk saß gelassen im Nacken:
"Lass mich doch hier, dass du Heiterkeit lernst."

Zwischen den beiden entbrannte ein Feuer.
Ernst gegen Schalk, also grau gegen bunt.
Ist doch dem Ernst seine Garstigkeit teuer,
läuft bei dem Schalk eine Lustigkeit rund.

Mürrische Phrasen entwischen dem einen,
lachend die Antwort der anderen Seit'.
Kindergerede, so möchte man meinen.
Einer ist böse und einer erfreut.

Keiner gibt nach. Eine heiße Debatte.
Pro-Argument lockt das Contra heraus.
Niemand legt Herz und Gefühle in Watte.
Hart wird gekämpft. Der Verstand schaltet aus.

"Ernst ist das Leben! Kein Zweifel am Wahren!",
setzte der Ernst seine Angriffe fort.
Aber der Schalk hat Geschütze gefahren,
dass es dem Ernst gar so bang war ums Wort.

Beiden ist schließlich die Luft ausgegangen.
Du aber, Mensch, ja nur du ganz allein,
musst dich entscheiden in allen Belangen:
willst du nun froh oder muffelig sein???



© Bettina Lichtner
Halleluja