Samstag, 27. Dezember 2014

Nur nach vorn



Viele Träume bleiben liegen
auf der Reise durch die Zeit.
Sind sie erstmal umgestiegen
in den Zug der Ewigkeit,
gibt es keine Wiederkehr -
niemals je und nimmermehr.

Ja, die Zeit kennt kein Erbarmen.
Wer die große Chance verpasst,
seine Träume zu umarmen,
wird ein griesgrämiger Gast,
der in steter Trauer ist,
und den Sinn des Seins vergisst.

Dieser kleine Miesepeter
hängt den Träumen ewig nach.
Seine Worte "später, später ....",
die er alle Jahre sprach,
sind der Tod für jeden Traum.
"Später" .... das erfüllt sich kaum.

Und so wird nach vorn geschoben.
Weiter, weiter, nur nach vorn.
Aus dem tiefsten Herz gehoben,
wie ein kleines Saatenkorn,
doch der Traum, weil nicht gehegt,
hat sich schnell aufs Eis gelegt.

Bin ja selbst ein Traum-Verschieber.
Morgen, morgen, nur nicht heut'.
Ach, ich Feigling, warte lieber
auf die Richtigkeit der Zeit.
Was ich träume? Vielleicht dies:
sorgenfrei ins Paradies.

Kleiner Scherz. Nein, nein, das rechte
könnte eine Kutschfahrt sein.
Ja, das ist mein Traum! Ich möchte
über Stock und über Stein
mit 'ner Kutsche, rot wie Blut,
fahren wie 's ein König tut.

Und mein Auto dürft' pausieren,
denn es fährt mich für und für
und auf allen Gummi-Vieren
unentwegt von Tür zu Tür.
Käme eine Kutsche her,
bräuchte ich kein Auto mehr ...

Und so träum' ich alle Jahre
von der Kutschfahrt um die Welt.
Träum' davon bis hin zur Bahre.
Andres wird nach vorn gestellt,
andres, was den Traum verdrängt ...
Bis die Ewigkeit ihn fängt.



(c) Bettina Lichtner
Halleluja


Mittwoch, 24. Dezember 2014

Das Mädchen ....





special guest



Heute fängt die Liebe Herzen,
heute unterm Tannenbaum.
Zartes Knistern liegt im Raum -
(oder sind 's die Weihnachtskerzen?).

Nach dem Stress der letzten Stunden,
(ach, was sag' ich: Wochen gar),
wirkt es etwas sonderbar,
dieses liebliche Bekunden.

Kann die Stimmung so schnell schwenken?
Eben ohne Rast und Ruh',
plötzlich ein verliebtes "Du"
nach dem Austausch von Geschenken?

Heucheln etwa manche Lippen?
Süßlich tun, doch sauer sein?
Lug und Trug im Weihnachtsschein?
Bloß nicht Freud' noch Stimmung kippen?

Ist die Liebe, die da schmeichelt,
wirklich echt? Aus tiefster Brust?
Oh, ich hätt' so gern gewusst,
wer gedanklich hasst und meuchelt ...

Friede, Freude, Eierkuchen -
klappt das nur zum Weihnachtsfest?
Liebe nur ein "special guest"?
Morgen wieder Frust & Fluchen?

Nur gekaufte Glücksmomente?
Eingepackt in Glanzpapier?
Weihnachtsmann, ich sage dir:
"Nur das Geld setzt die Akzente."

Und das Herz, das liebevolle,
eigentliche Glücksorgan,
steht verloren in der Bahn,
hadert gar mit seiner Rolle.

Ach, das ganze materielle
Fest ist ihm ein Dorn im Aug'.
"Weiß nicht mehr, wozu ich taug'.
Geld regiert an meiner Stelle."

Und so denkt es an die Zeiten,
als die Weihnacht lieblich war.
Geld und Liebe sind ein Paar,
die einander Frust bereiten ...



(c) Bettina Lichtner
Halleluja



Donnerstag, 18. Dezember 2014

Der eilige Abend



Wochenlanges Vorbereiten
für das Fest der Herrlichkeiten.
Endlich sitzt man vor dem Teller.
Kindchen fragt: "Geht es nicht schneller???"
Mutter sagt: "Mein Kind, bedenke:
nur wer lieb ist, kriegt Geschenke!"

Kindchen aber hat es eilig.
Mutter sagt: "Das Fest ist heilig.
Halte ein, mein Kind, und bete."
Kindchen aber holt die Flöte,
spielt - obgleich die andren essen -
Weihnachtslieder (angemessen).

Vater duldet keine Klänge,
wenn er isst, und auch Gesänge
sind bei Tische nicht gestattet.
Vaters' Machtwort überschattet
kurzerhand die Weihnachtsfreude,
und sie steht auf Messers Schneide.

Kindchen ist zwar mäuschenstille,
doch der unbändige Wille,
endlich zum Geschenk zu laufen,
bringt den Vater jetzt zum Schnaufen:
"Wenn der Weihnachtsmann das wüsste,
striche er dich von der Liste!!!"

Ei der Daus. Das hat gesessen!
Kindchen sitzt jetzt brav beim Essen.
Mutter lobt nun sein Betragen.
Kindchen hat den Mund voll' Fragen,
lässt das Fragen aber bleiben
(will 's ja auch nicht übertreiben).

Bald sind alle voll bis oben.
"Lasst uns noch die Mutter loben,
die so fürstlich für uns kochte.
Hand hoch, wer die Speise mochte."
Doch die Mutter - ganz bescheiden -
mag sich nicht mit Ruhm bekleiden.

Kindchen nimmt das Recht zur Störung:
"Ist dann endlich mal Bescherung?
Da wir nun gegessen haben,
will ich jetzt auch meine Gaben!"
Vater - blau von roten Reben -
hat ihm grünes Licht gegeben.

Binnen weniger Sekunden
ist der Zauber dann verschwunden.
Die Geschenke .... aufgerissen.
Längst verdaute Festtagsbissen.
Weihnachtsbaum wirft Nadeln nieder -
so geht 's alle Jahre wieder.


(c) Bettina Lichtner
Halleluja

Mittwoch, 17. Dezember 2014

Sweet home




Die weite Welt ist mir zu groß.
Der Menschen sind 's zu viele.
Ja, ich verweigre rigoros
die ganzen Reisespiele.

Der liebste Fleck ist "my sweet home"
statt Urlaub in der Masse,
weshalb ich nicht für Prag noch Rom
den trauten Raum verlasse.

Was sollt' ich auch im fernen Land?
Mich am Buffettisch streiten,
wo Gier und Fressneid meine Hand
bei jedem Griff begleiten?

Ich liebe den gewohnten Gang,
ich brauche meine Ruhe,
statt dass ich tage-, wochenlang
nichts sinnerfülltes tue.

Schon An- und Abfahrt sind ein Graus.
Da lob' ich die vier Wände.
Oh, wie so schön ist es zuhaus!
Erholung ohne Ende ....



(c) Bettina Lichtner
Halleluja

Dienstag, 16. Dezember 2014

Diebstahl ist Sekundensache



Männlicher Charme trifft auf weiblichen Reiz.
Schon sind die Herzen gebrochen.
Schon wird sich Liebe versprochen.
Aber die Vorsicht hat andererseits
auch die Enttäuschung gerochen.

Zwischen dem Kuss hin zum nächtlichen Spaß
lagen nur wenige Stunden.
Ist man nun ewig verbunden,
nur weil das Hirn mal das Denken vergaß?
Oh, ich erahne die Wunden ...

Tanz unter Sternen und Traum unterm Mond.
Mitten ins Schwarze getroffen.
Aber das Ende ist offen ...
Haben sich Blindheit und Taumel gelohnt?
War man zu liebesbesoffen?

Bald greift der Alltag das zarte Gefühl.
Zweifeln, Besorgnis und Fragen.
Kälte nach hitzigen Tagen.
War nicht gemeinsames Altern das Ziel?
Amor kann 's gar nicht ertragen ...

Sind seine Pfeile denn allesamt stumpf,
dass sie die Wirkung verfehlen?
Ach, diese bösen Querelen ...
Erst ist die Liebe der größte Triumph,
aber die Hassflammen schwelen ...



(c) Bettina Lichtner
Halleluja

Samstag, 13. Dezember 2014

Brüderlich gegen die Angst



Es steckt die Angst mir in den Knochen.
Sie will die Seele breiig kochen.
Sie greift sogar nach meinem Leben,
doch wer will schon sein Leben geben?

Sie klammert sich an meine Stunden,
und hat es wohl für gut befunden,
mit ihrem Rundum-Bangemachen
mich tags und nächtens zu bewachen.

Sie nimmt mich ständig mit auf Reisen
mit haltlosem Gedankenkreisen
und wirren Phantasiegeschichten,
die allerlei zusammendichten.

Ein Meister gar im finstren Sehen!
Der Atem bleibt mir stockend stehen,
sobald die Angst den Bär' aufbindet
und somit meine Seele schindet.

Dann hat sie ihre helle Freude.
Sie liebt es, wenn ich ängstlich leide.
Wenn sich die Augen bange weiten,
und Glocken zum Alarme läuten.

Sie bringt das Herz zum Galoppieren,
und lässt mich nur zu gerne spüren,
dass mir die eigne Kraft entgleitet
(was ihr Genugtuung bereitet).

"Oh, Ihr Gedanken! Zeigt mir Treue!
Stellt Euch geordnet in die Reihe
und schickt in brüderlicher Weise
die Angst auf ihre letzte Reise.

Seid einig, mutig und beflissen.
Erkämpft das angstfreie Gewissen,
dann kehrt die Seelenruhe wieder.
Drum auf, ringt mir die Ängste nieder!!!"



(c) Bettina Lichtner
Halleluja

Donnerstag, 11. Dezember 2014

Lyrisch gegen Rassismus



Man sieht nur mit dem Herzen gut!?!
Ein altes Wort mit wahrem Kern,
und doch von allem Guten fern,
denn weiterhin sorgt fremdes Blut
für tödlichen Disput.

Es ist das Farbspiel auf der Haut,
das unentwegt Verfolgung bringt.
Bedenklich, dass es nicht gelingt,
dass - ganz egal, wie einer schaut -
man feste Brücken baut.

Es fehlt ein Martin Luther King,
der aufsteht, kämpft und Hoffnung macht.
Wir brauchen keine Straßenschlacht.
Wir brauchen einen Freundschaftsring,
und keinen Widerling.

Rassisten sind hier fehl am Platz.
Es gibt nicht dieses schwarz und weiß.
Es gibt nur einen bunten Kreis
und einen innren großen Schatz.
Der Rest ist für die Katz ...

I have a dream! Dass alle Welt
sich friedlich in den Armen liegt.
Und dass die Nächstenliebe siegt.
Und dass man fest zusammenhält,
und aller Hass zerfällt.

Das Gute mit dem Herzen seh'n.
Ein Blick, der sich erlernen lässt.
Ich glaube daran, steif und fest.
Denn aufeinander zuzugeh'n
macht alles Leben schön.



(c) Bettina Lichtner
Halleluja

Montag, 8. Dezember 2014

Und darüber das Gras ...



Unterm Gras, da liegen Sachen,
die noch von sich reden machen.
Zugewachsen zwar, doch sprechend,
und den Eid des Schweigens brechend.

Sind sie erstmal neu geboren,
sorgen sie für große Ohren,
werden ferner übertrieben,
weil die Zungen sowas lieben.

Scheinbar muss der Mensch was haben,
das, wenn es denn ausgegraben,
an der großen Glocke baumelt
und durch Märchenländer taumelt.

Hätte man 's doch ruhen lassen
bis zum endlichen Verblassen.
Aber nein! Es wird gebuddelt,
ausgehoben und verschmuddelt.

Alter Dreck in frischen Laken.
Hängt die Made erst am Haken,
machen lauter Lästermäuler
aus dem Ein- 'nen Tausendzeiler ...

Und die Made wird zerrissen,
wieder in den Dreck geschmissen,
auch durch den Kakao gezogen
und aus Fingern rausgesogen ...

Überall die bösen Achsen!
War 's auch längst mit Gras bewachsen,
das vergessene Verfluchte -
einer fand es, weil er suchte.



(c) Bettina Lichtner

Sonntag, 7. Dezember 2014

Im Auge des Betrachters



Jener, der sich nicht mehr kümmert,
der verkümmert innendrin.
Ja, des Geistzustand verschlimmert
sich bis hin zum wirren Sinn.

Wer der Arbeit sich verweigert,
der wird mit sich selbst verrückt.
Und die Langeweile steigert
sich, bis sie das Messer zückt.

Welch ein Stechen, welch ein Hauen
um die Zeit, die nicht vergeht.
Ticken, schauen, ticken, schauen -
und es wird und wird nicht spät.

Und die Haut wird faul und träge,
denn sie liegt ja nur herum.
Wenn sie nimmer träge läge,
käme sie vor Arbeit um ...

So und so - wie man 's betrachtet,
alles hat ein Zwiegesicht:
Zeit hat, wer das Tun verachtet.
Wer was tut, kennt 's Ruhen nicht.



(c) Bettina Lichtner
Halleluja

Das Kehlchen



Auf dem Zaun, da sitzt ein Kehlchen.
Roter Latz und wacher Blick.
Scheint mir so ein treues Seelchen.
Wirkt so überreich an Glück.

Ich verhalte mich recht leise,
dass der Schreck es nicht verscheucht.
Meine rücksichtsvolle Weise
wundert den, der hetzend keucht:

"Wegen eines Vogels schleichen?",
fragt der Keuchende konfus.
"Geradezu zum Herzerweichen,
doch es reicht mir nicht zum Blues ..."

Ich hingegen bin beeindruckt
von dem Kehlchen auf dem Zaun.
Ob es wohl in mich hinein guckt,
und 's bemerkt .... mein "up and down"??

Wie es da so sitzt, so schweigend,
zart und zierlich, ganz bei sich,
wirkt es gar so überzeugend:
es ist groß und klein bin ich.

Unser menschliches Getue,
unser Eilen, unsre Wut,
bringen 's nicht aus seiner Ruhe.
Und ich ziehe meinen Hut.

Es vermag mir zu vermitteln,
dass das Leben wertvoll ist.
Ja, es scheint mich wachzurütteln:
"Weißt du selbst noch, wer du bist??"

Und dann flattert es ins Weite.
Doch im Herzen bleibt es nah.
Und es schlug mir eine Seite,
die ich nimmer an mir sah.



(c) Bettina Lichtner

Samstag, 6. Dezember 2014

Voll kalt



Die Stadt erstickt! Der Weihnachtsrummel ...
Die Kundschaft kommt von sonst wo her.
Ein quetschend enger Einkaufsbummel,
dazu der PKW-Verkehr.

Sie bringen Geld - das ist das Gute.
Jedoch das Massenphänomen
treibt mir den Wutschaum vor die Schnute,
und ist das Gegenteil von "schön".

In andren Ländern Not und Elend,
und hier die ganze Völlerei.
Gedanklich ist das ziemlich quälend.
Doch fremdes Leid ist einerlei.

In ungezählten Plastiktüten
steckt ungezählter Überfluss.
Ich möchte den Konsum verbieten,
doch einer sagt: "Was muss, das muss ..."

Man könne auch nur Liebe schenken,
ist meine Antwort auf sein Wort.
Doch weil wir nicht an Liebe denken,
drum kaufen wir in einem fort.

Wir kaufen nutzlos kalte Sachen
zum Fest der Liebe (welch ein Hohn),
um kurzweilige Freud' zu machen.
Und wer denkt noch an Gottes Sohn?????



(c) Bettina Lichtner
Halleluja


Donnerstag, 4. Dezember 2014

Bleibt neugierig

Viel mehr Neugier ist vonnöten,
wenn ein Fremder uns begegnet.
Dass es Vorurteile regnet,
sollte uns vor Scham erröten!

Ohne Menschlein X zu kennen,
reißen wir ihn schon in Stücke.
Unsre List und unsre Tücke
sind als teuflisch zu benennen.

Ernsthaft sich zu interessieren
(statt in Schubladen zu stecken),
gar den Fremden zu entdecken -
wir verschließen diese Türen.

Glauben wir denn, Macht zu haben
mit dem Vorurteil in Händen?
Welche Demut wir empfänden,
würden wir das Herz ausgraben.

Dieses Herz im fremden Leibe
hat gewiss was zu berichten.
Seine schweigenden Geschichten
suchen eine warme Bleibe.

Hört ihm zu, statt bös' zu züngeln.
Seid dem Fremden treu ergeben.
NEUGIER auf das andre Leben,
statt es hassvoll zu umzingeln.

Seid Ihr selbst der fremde Eine,
den sie in der Luft zerpflücken,
ohne in das Herz zu blicken,
dann versteht Ihr, was ich meine ...



(c) Bettina Lichtner
Halleluja

Mittwoch, 3. Dezember 2014

Mehr war da nicht

Das Leben wird uns aufgedrückt,
wir werden nicht gefragt.
Der eine wird darin verrückt,
ein andrer nutzt es recht geschickt,
der nächste ächzt und klagt.

Es braucht in jedem Falle Mut,
Humor vielleicht, und Glück.
Und irgendwann nimmt man den Hut,
und sagt den Lieben "Macht es gut",
und kommt auch nicht zurück.

Vom Anbeginn bis hin zum Schluss
ein Wettlauf mit der Uhr.
Ein Wechsel zwischen Will und Muss.
Man lernt das Minus und das Plus,
den Kuss und die Blessur.

Man füllt den Tag mit gut und schlecht,
und träumt davon bei Nacht.
Mal ist man fair, mal ungerecht,
man redet falsch und redet echt,
man weint und schweigt und lacht.

Man scheffelt Geld, sofern man kann.
Und häuft sich viel Besitz.
Und man besinnt sich irgendwann
vielleicht aufs Ende, tja und dann -
dann trifft 's dich wie der Blitz.

Und plötzlich hat sich 's ausgelebt,
das aufgedrückte Sein.
Da ist man gerade aufgestrebt,
hat gerade noch vor Freud' gebebt,
schon liegt man unterm Stein.

Da liegt man dann und atmet nicht.
Und sieht nichts von der Welt.
Man war doch nur ein kleiner Wicht,
mit einer eingeschränkten Sicht,
versklavt vom schnöden Geld.



(c) Bettina Lichtner
Halleluja

Montag, 1. Dezember 2014

Straßenkampf



Vor mir steht ein Mensch und wettert.
Und mich trifft ein heißer Dampf.
Hab' den Angriff abgeschmettert.
Keine Lust auf Straßenkampf ...

Lauthals aber brüllt die Kehle
dieses Fremden zu mir her.
Und ich bitte meine Seele,
dass sie still bleibt (ziemlich schwer).

Worte aus der Gossenszene
(unterste Kategorie),
die ich besser nicht erwähne,
wecken Antisympathie.

Hab' 's versucht mit sanftem Reden,
doch der andre schreit so laut.
Ordnet mich gleich zu den Blöden
(davon bin ich nicht erbaut).

Werd' in einem fort beleidigt
wegen einer Nichtigkeit.
Hab' mich anfangs noch verteidigt,
doch nun kostet 's Nerv und Zeit.

Also dreh ich ihm den Rücken,
diesem, der mich wohl nicht mag.
Hier zerfallen alle Brücken,
ganz egal, was ich auch sag.

Gibt den Weg nicht hin zum Frieden.
Denn der andere blockiert.
Weil mich Kämpfe so ermüden,
und mein Herz an Kraft verliert,

zieh' ich also klugerweise
mich zurück von Blut und Schwert.
Was ich hiermit allen preise:
Streit hat weder Sinn noch Wert ...



(c) Bettina Lichtner