Mittwoch, 19. Juli 2017

fortissimo


In der Früh' kriecht stimmungsschwankend
zwischen Schlaf und Wachheit wankend
irgendwo ein irgendwer
aus dem Bett, die Lider schwer.

"Hat die Uhr schon sechs geschlagen?",
hört man jenen mürrisch fragen.
Taumelnd geht der erste Schritt,
und die Müdigkeit geht mit.

Leises Fluchen. Lautes Gähnen.
Sich ans helle Licht gewöhnen.
Kaffee, Zeitung, Käsebrot.
Halbwegs scheint die Welt im Lot.

Langsam kehrt das Leben wieder
in die trägen Körperglieder.
Draußen sucht der Sonnenschein
irgendwen zum Stelldichein.

Circa eine Stunde später
lächelt unser Miesepeter.
Keine Spur von Gries und Gram.
Er ist umgänglich und zahm.

Und den eben ach so Müden
sieht man plötzlich Pläne schmieden
für den lieben langen Tag,
der ihm nun zu Füßen lag.

Wie nur all die Zeit vertreiben?
In die Ferne? Oder bleiben?
Fahrt ins Blaue? Stadt? Land? Fluss?
Auto? Flugzeug? Zugfahrt? Bus?

Ach, die vielen Möglichkeiten
wollen Kopfschmerzen bereiten.
Und er sehnt fortissimo
sich zurück in sein Büro.

Wie geregelt war sein Leben!
Jeder Schritt war vorgegeben.
Auf die Uhrzeit war Verlass.
Alles super und jetzt das ...

Plötzlich muss er Tage, Jahre
füllen, planen bis zur Bahre.
Denn er ist jetzt Pensionär,
unser müder Irgendwer ...


(c) Bettina Lichtner

Samstag, 15. Juli 2017

Hautunverträglichkeit


Mein schwarzer Teint ist dir ein Dorn.
Du sprichst zu mir in wildem Zorn
und gibst dich überlegen.
Dein Wort prescht aggressiv nach vorn.
Und mächtig bläst die Wut das Horn,
mich aus der Welt zu fegen ...

Du fühlst dich stark, denn du bist weiß.
Das Gestrige dreht sich im Kreis
mit schändlichen Parolen.
Du drängst mich auf das Abstellgleis.
Ich zahle einen hohen Preis:
mir wird das Herz gestohlen.

Was ist in dieser Welt passiert?
Das Fremde wird diskriminiert
und nirgendwo geduldet.
Das Feuer wird mit Hass geschürt,
bis es zu Flächenbränden führt,
und sich haushoch verschuldet.

Die Freiheit, die mir so vertraut,
hat mich misstrauisch angeschaut
und treibt mich in die Enge.
Allein die Farbe meiner Haut
hat mir den Weg zu ihr verbaut,
in Breite wie in Länge.

Verstehe dieses, wer da kann ....
Ich kam auf dieser Erde an
als mündig freies Wesen.
Doch ewig zieht den weißen Mann
das Fremdartige in den Bann -
zuallermeist im Bösen.

Ich tauschte gerne meine Schuh'
mit dir und wäre frei wie du.
Und du? Im Schwarz gefangen!
Dann sähe ich dir gerne zu,
wenn Tag und Nacht und ohne Ruh'
die Feinde nach dir langen.

Vor kurzem sah ich ein Klavier.
Da reihten sich in stiller Zier
die schwarz- und weißen Tasten,
und spielten schönste Weisen mir
mit dem harmonischem Gespür,
die Seele zu entlasten.

Auf dem Piano - kein Problem.
Schwarz-Weiß sind sich nicht unbequem!
Das Lied schweißt sie zusammen.
Dir ist mein Hautbild nicht genehm,
drum wirfst du heut' wie ehedem
auch weiterhin mit Flammen.

"Man sieht nur mit dem Herzen gut!"
Ach, weißer Mann, hab' doch den Mut,
mir deine Hand zu geben!
Es eint uns doch das rote Blut.
Ist es denn nicht das höchste Gut,
friedlich vereint zu leben?


(c) Bettina Lichtner


Freitag, 14. Juli 2017

Jede Stimme zählt



Mein erster Schrei. Die Welt in Trümmern.
Doch davon ahne ich noch nichts.
Ich blühe in zerbombten Zimmer,
wo sie mich hüten und sich kümmern,
und freue mich des Sonnenlichts.

Die düstren Wolken, die sich schieben
vor dieses warme Element,
bemerk' ich nicht. Ich möchte lieben!
Nichts kann mein Kinderglück betrüben,
das Träume nur und Freude kennt.

Kanonen schießen gegen Wände
und reißen Löcher, fenstergroß.
Und mich umschließen Mutterhände.
Und meine Kindheit geht zu Ende
mit Flammen, Angst und Donnerstoß.

Das Herz wird schwer. Wir müssen fliehen.
's gibt keine Antwort aufs Warum.
Wir müssen in die Fremde ziehen.
Es folgen ungeahnte Mühen,
und meine Stimme gibt sich stumm.

Bei Nacht und Nebel und mit Eile
bricht meine kleine Welt entzwei.
Nach einer ellenlangen Weile,
nach Meile, Meile, Meile, Meile,
bin ich gerettet, doch nicht frei.

In meiner Seele spür' ich Ketten,
die schnüren mir das kleine Herz.
Ach, wenn wir doch nur Frieden hätten ...
Nun soll ich meinen Körper betten
im fremden Land. Ich fühle Schmerz.

Mit knapper Not dem Feind entronnen,
doch fern der Heimat ungewollt.
So hat die neue Zeit begonnen.
Von denen, die sich glücklich sonnen,
hat keiner uns Respekt gezollt.

Ich träumte nachts von einer Bühne,
auf der ich stand, im Rampenlicht,
wo ich mit ernster Kindermiene
von Hoffnung sprach und auch von Sühne,
und dass kein Krieg mich je zerbricht.

Die Stimme hat Gehör gefunden.
Man jubelte. Es gab Applaus.
Der salbte meine Seelenwunden.
Nun war ich freudig eingebunden
ins fremde neue Gästehaus.

Doch nach der Nacht? Geplatzte Träume.
Die Stimme tastet heimatlos
durch fremde neue Gästeräume
der kargen, kalten Flüchtlingsheime,
und kämpft mit einem Tränenkloß.

Wie reich, wie reich kann der sich schätzen,
des Stimme eine Heimat hat,
die weit entfernt von Kriegsschauplätzen
erblühen darf mit freien Sätzen!
Ich lebte nie in solcher Stadt ...


(c) Bettina Lichtner


Mittwoch, 12. Juli 2017

Ein kleines Wunder



Drüben an der Haltestelle
sitzt ein Mann mit sich allein.
Da kommt eine Mademoiselle,
lullt ihn mit 'nem Lächeln ein,
dass sein Herz ihm wilde pocht,
und das Blut ihm brodelnd kocht.

Und sie schaut mit süßen Blicken;
schlägt gekonnt ihr Augenlid.
"Warum woll'n se mir entzücken?",
fragt er rasch. Und was geschieht?
Unversehens dreht der Wind,
und sie wird ein Teufelskind.

"Haste wat? Ick und entzücken?
Bild' dir bloß nix ein, mein Freund!"
Und sie buckelt ihren Rücken
wie die Hexe, und es scheint,
dass sie Böses bei sich denkt,
denn der Mann hat sie gekränkt.

Ihre Augen, schmal wie Schlitze,
deuten einen Angriff an.
Wie ein Speer die Zungenspitze ...
Nun verflüchtigt sich der Mann.
Und sie folgt ihm wie im Wahn.
Da verpassen sie die Bahn ...

Und der Mann rennt schnelle Schritte.
Und die Hexe hintendrein.
Und der Mann ruft eine Bitte:
"Lassen Sie das Folgen sein!"
Doch sie denkt ja nicht daran.
Und da fürchtet sich der Mann.

"Hilfe!", ruft er. Immer wieder.
Und die Schaulust gafft und gafft.
Und die Frau wird rüd- und rüder,
bis sie seinen Kniefall schafft.
Und er kniet wie zum Gebet,
während sie daneben steht.

Da passiert ein kleines Wunder,
denn die Hexe kniet wie er.
Amor gibt den Pfeilen Zunder
und verschafft sich rasch Gehör.
"Ick? Entzücken? Janz jenau ...",
haucht die kniebeugende Frau.

Und der Mann drückt auf die Schnelle
einen Kuss auf ihren Mund.
Wieder an der Haltestelle,
fragt er um den Ehebund.
Und noch eh er sich versah,
sprach sie ein entzücktes JA ....



(c) Bettina Lichtner

Dienstag, 11. Juli 2017

Volle Kassen


Im Himmel gibt es lauter Kassen,
da stehen wir dann alle an.
Man wird uns namentlich erfassen,
die Zeit Revue passieren lassen
samt dem erlebten Drum & Dran.

Man listet unsre guten Werke
und nebenan die Schlechtigkeit.
Und an den Rändern sind Vermerke
von jeder Schwäche, jeder Stärke,
von Glück und Unglück, Freud' und Leid.

Das fördert mancherlei zutage,
was wir auf Erden gern verdrängt.
Da liegt dann auf der Gotteswaage
die dunkle Seite. Unsre Plage.
Wir werden in die Knie gezwängt ...

Zwar nahmen wir die Heimlichkeiten
beim Tode mit ins kühle Grab,
doch oben in den Ewigkeiten,
da stochern sie in alten Zeiten
mit ihrem Wünschelrutenstab.

Sie finden die versteckten Sünden!
Im Himmel sind sie längst bekannt.
Auch all die Lügen wird man finden
beim Suchen in den finstren Gründen.
So füllt der Korb sich bis zum Rand ...

Sind wir zum Nächsten hart gewesen?
Hat Stolz das Herz zum Stein gemacht?
In Gottes Büchlein lässt sich 's lesen.
Im Himmel kehrt ein strenger Besen
zusammen, was wir so bewacht.

Die Eifersucht und ihre Szenen,
die Wut, der Hass, in Wort und Tat ...
Die Wahrheit wird uns nicht verwöhnen!
Wir werden jammern, klagen, stöhnen
bei all dem offenen Verrat.

Der Himmel leert uns das Gewissen!
Wir stehen voller Angst und Scham,
weil wir für alles büßen müssen.
Wir fühlen uns vollends besch...
nach allem, was zur Sprache kam.

Wir zahlen Tränen voller Reue,
wenn Gottes Engel abkassiert.
Und wir sind alle an der Reihe!
Bekannt ist ja des Todes Treue.
Wohl dem, des Zeit die Liebe führt.


(c) Bettina Lichtner



Montag, 10. Juli 2017

Eingekreist


Bin eingekreist. Von allen Stunden.
Als schnappte gleich die Falle zu.
Bin in Terminen eingebunden,
und meine Seele ist verschwunden.
Sie sucht vergeblich ihre Ruh' ..

Da sehe ich des Nachbars Köter
sich suhlen in Gelassenheit.
Nicht mal das kindliche Gezeter
beeindruckt diesen Schwerenöter.
Nichts reißt ihn aus der Schläfrigkeit.

Beneidenswertes, reiches Wesen!
Ich wünschte mir, ich wäre Hund.
Ich würd' verschlingend Bücher lesen,
mich aus diversen Ketten lösen,
denn Ketten sind so ungesund.

Ich schau ihm zu, dem allzeit Treuen.
Sein Atem ist so flach, ganz flach.
Da kommt ein Kind, ihn anzuschreien
und Sandkörner ins Ohr zu streuen -
da wird das Tier erschrocken wach.

Des Mutters Schelte hat gesessen!
Der Hund versteht die Sprache nicht.
Das Kind entschuldigt sich indessen
für jenes, was es ausgefressen,
und macht ein schuldiges Gesicht.

Der Hund aber hat sich geschüttelt,
bis dass der Sand zu Boden fiel.
Dann hat er noch ganz unvermittelt
dreimal gebellt, am Korb gerüttelt,
und sich ergötzt am Stöckchenspiel.

Schlussendlich fand der Stressgeplagte
dann wieder zur Gelassenheit,
weshalb er jedes Spiel vertagte,
sogar der Streichelei entsagte
aufgrund enormer Müdigkeit.

Derweil mich selbst die Pflichten jagen!
Wer fragt mich schon nach meiner Kraft?
Wen kümmert schon mein Jammerklagen?
Ach, könnte mir der Hund doch sagen,
wie man sich Ruhezeiten schafft ...


(c) Bettina Lichtner

Freitag, 7. Juli 2017

Explosiv


Wasserwerfer patrouillieren,
sich zur Not zu duellieren
mit vermummten Demonstranten,
und dem lauten, sogenannten
Mob, der die Randale liebt
und sich wenig friedlich gibt.

Steine gegen Ordnungshüter.
Wütend schreiende Gemüter
gehen auf die Barrikaden,
Aggressionen zu entladen.
Flaschen bersten ohne Zahl.
Keine Macht dem Kapital !

Kriegerisch verzerrte Mienen,
die nur Kopfschütteln verdienen.
Explosive Drohgebärden,
die zu Straßenschlachten werden.
Glaubt Ihr, dass es besser wird,
wenn der Flaschenregen klirrt?

Dieser randvoll aufgestaute
und so plötzlich aufgetaute
Hass auf alle Obrigkeiten
unter den Gewaltbereiten
lässt mich schaudern, macht mich still,
weil ich 's nicht begreifen will.

Kann man denn nicht protestieren,
ohne Nerven zu verlieren?
Ihr schreit lauthals gegen Kriege,
und seid selbst die Heeresriege,
die das Schwert in Händen hält,
was euch scheinbar gut gefällt.

Ihr verwüstet und ihr spaltet.
Und am nächsten Morgen waltet
brav der arme Straßenkehrer
seines Amtes, denn ihr Störer
habt nur Müll und Dreck gemacht.
Armselige Straßenschlacht ...


(c) Bettina Lichtner

Mittwoch, 5. Juli 2017

Hereinspaziert ...


Hallo, Fremder. Give me five!
Lass dich in die Arme schließen.
Lass dich freundschaftlich begrüßen,
denn die Zeit ist friedensreif.

Komm, ich zeig dir meine Stadt,
Land und Leute, Tal und Höhen.
Du sollst ungeschminkt besehen,
was mein Kiez zu bieten hat:

Hinterm Bunten auch das Grau.
Rausgeputzte Hausfassaden.
Alltagsmenschen, Maskeraden,
und am Deich den Morgentau.

Waldeslust im Mondschein.
Sonnenaufgang in der Aue.
Arme Schweine, stolze Pfaue.
Ebene und Stolperstein.

Kornblumen am Wegesrand.
Rosenkränze auf den Gräbern.
Tief im Heu nach Nadeln stöbern,
und den Spatzen in der Hand.

Rehe  .... morgens früh um vier.
Reiher, die nach Fischen tauchen.
Lämmer, die die Mutter brauchen.
Rindviecher mit Feingespür.

Menschen und den Kampf der Zeit.
Menschen, die Termine jagen.
Jammernde und all ihr Klagen.
Menschen ohne Menschlichkeit.

Menschen, die glückselig sind.
Menschen, die den Schwachen geben.
Menschen, die für andre leben.
Menschen und ihr innres Kind.

Dies und andres zeig ich dir.
Vorhang auf. Das Spiel beginne!
Heute ist ein Fest der Sinne,
und ein Tag der offnen Tür.

Lieber Fremder! Tritt herein.
Ich begleite deine Schritte.
Unter Freunden, in der Mitte,
sollst du stets willkommen sein.


(c) Bettina Lichtner

Montag, 3. Juli 2017

Vom Fremdeln


Wie ist der Mensch so undankbar!
Da lächelt man ihn freundlich an,
und erntet Schelte. Sonderbar ...
Was gestern gute Sitte war
führt heut' den Argwohn im Gespann.

"Was schaust du so?" Welch rauer Ton!
"Verzeihen Sie die Freundlichkeit ..."
Kaum ist 's gesagt, da wüten schon
der Missmut und der blanke Hohn
und wünschen mich gen Ewigkeit.

Was ist am Lächeln falsch, mein Gott?
Ich hab' es ja nur gut gemeint.
Ein netter Blick im grauen Trott
führt gleich zu bitterbösem Spott
und ist mit Teufels Blut vereint.

Kein Wunder, dass in dieser Welt
der Frieden schwer zu finden ist.
Wenn schon ein Lächeln nicht gefällt,
dann ist das Herz falsch eingestellt:
es steht bei Tag und Nacht auf Zwist.

Der rohe Mensch erträgt es nicht,
wirft ihm ein Mund ein Lächeln zu.
Er macht ein mürrisches Gesicht,
wird misstrauisch und hält Gericht,
und raubt sich selbst die Seelenruh'.

Er fremdelt mit der Freundlichkeit.
Bedauerlich. Sie stünde ihm ....
Ich schenkte meine Herzlichkeit,
er stand Gewehr bei Fuß bereit ....
Wir werden wohl kein gutes Team.


(c) Bettina Lichtner

Sonntag, 2. Juli 2017

Was zeigt die Uhr?



Wie die Tage galoppieren ....
Schneller noch als manches Pferd!
Ganz allmählich lässt sich spüren,
wer den Zug des Lebens fährt ...

Der Gevatter sitzt am Steuer.
Seine Eile schreckt mich auf.
Und es ist mir nicht geheuer
der rasante Stundenlauf.

Kann ja kaum die Träume leben,
die noch alle im Gepäck.
Dabei war es mein Bestreben,
aller Lebenssinn und Zweck,

mir die Wünsche zu erfüllen,
die ich mir zum Ziel gesetzt.
Doch entgegen meinem Willen
rennt mein Atem so gehetzt.

Rennt von Pflichten zu Terminen,
jagt das Geld und sucht das Glück.
Wünsche, die mir wichtig schienen,
schoben sich ins Nichts zurück.

Träume, die sich vorwärts drängten,
platzten, eh ihr Sein begann,
weil mich Nichtigkeiten engten,
und der Stress sich neu ersann.

Kind, wo ist die Zeit geblieben?
Kind, ach Kind, wo bist du nur?
Kind, wer hat die Zeit vertrieben?
Sag mir, Kind, was zeigt die Uhr?

Zeigt die Uhr, was längst vergangen?
Zeigt die Uhr den letzten Rest?
Zeigt sie, was just angefangen
und sich noch verleben lässt?

Trüg' ich wieder Kinderschuhe,
ach, ich hätte so viel Zeit.
Bald schon zieht die letzte Ruhe
mich in alle Ewigkeit.

Und die Stunden galoppieren!
Schneller Ritt zum Ende hin.
Alles werde ich verlieren,
wenn ich angekommen bin ...



(c) Bettina Lichtner

Freitag, 30. Juni 2017

Die faule Rebe



Es spricht der Futter-Egoist:
"Ich teile nicht, was meines ist.
Ich gebe keinem etwas ab,
auch wenn ich mehr als mehr noch hab'!"
Und labt sich schmatzend an Genüssen,
ganz ohne Zweifel im Gewissen.

Ob jemand hungrig rüberschaut
und nur ein Reiskörnlein verdaut,
dem Egoisten ist 's egal.
Sein täglich' Trunk und üppig' Mahl
sind ihm ein tägliches Vergnügen.
Da spricht ihm Gott, sein Tun zu rügen:

"Ich schuf den Mensch' mir selber gleich,
ich schuf ihn arm, ich schuf ihn reich,
ich schuf ihn mit dem Nächstenblick
und nicht allein fürs eigne Glück.
Und wer nur nimmt anstatt zu geben,
der zählt zu meinen faulen Reben!

Wer nur sich selbst inmitten stellt,
und nur sich selbst für wichtig hält,
und vor der Armut sich verschließt,
und nur sich selbst die Zeit versüßt,
wo andre nichts als gar nichts beißen,
kann nimmer Kind des Höchsten heißen!

Vorm vollen Teller sitzt die Gier!
Das Ich erhebt sich übers Wir,
ergötzt sich an der Schlemmerei,
und alles sonst ist einerlei.
Der Geifer läuft ihm aus der Schnauze,
und aufgebläht ist seine Plauze.

Und stünden Hungrige im Raum,
er hielt' sein Mitgefühl im Zaum,
er käme nicht auf die Idee,
mit Bratstück, Süppchen und Soufflee
aus vollem Herzen und mit Freuden
die zu erfreu'n, die Hunger leiden.

Erst, wenn sein eigner Magen klagt,
weil er am Hungertuche nagt,
erst, wenn er selber nichts mehr hat,
wenn es ihm fremd ist, dieses "satt",
und ihn die Schuh des Hungers drücken,
wird es den Blick ins Rechte rücken.

Dann wird ihm plötzlich sonnenklar,
wie egoistisch er doch war,
als er vom Teller hob und hob,
statt dass er ihn zum andren schob.
Wer weiß, vielleicht hat er schon morgen
die jetzt verdrängten Hungersorgen!?"


(c) Bettina Lichtner

Mittwoch, 28. Juni 2017

Des einen Freud ...



Ein dunkler Vorhang. Kein Applaus.
Der Regen strömt in starken Güssen.
Der Wasserscheue rennt ins Haus,
und legt sein Haupt aufs trockne Kissen.

Doch Baum und Strauch und Edelweiß
ersehnten längst die Himmelsfluten,
denn ihnen war es viel zu heiß
in ungewohnten Sommergluten.

Ein jeder Tropfen Leben pur.
Die Wurzeln trinken mit Vergnügen!
Es geht ein Aaah durch die Natur.
Man möchte Lust auf Regen kriegen ...

Stattdessen aber Schimpf aufs Nass,
und ein Gefluche übers Wetter.
Von oben schüttet wer ein Fass,
und unten Hass auf Regengötter.

Das Blümlein da am Straßenrand,
ehrt jeden Tropfen schweigsam lächelnd.
Der Mensch nimmt 's Schuhzeug in die Hand
und sucht die Flucht, nach Atem hechelnd.

Ein Vogel nippt vom Pfützensee,
ein andrer nimmt ein Bad im Freien.
Welch Schatz verbirgt die Himmelshöh'!
Die Flora freut 's. Die Menschen schreien ...


(c) Bettina Lichtner

Dienstag, 27. Juni 2017

beherzt geherzt



Ein Schnecklein - scheinbar sehgeschwächt -
verliebt sich in 'nen Löwenzahn.
Verbindungstechnisch wahrlich schlecht,
doch 's Schnecklein scheint im Liebeswahn.

Das Herz in Flammen, wirr der Sinn,
so nimmt es allen Wagemut
und kriecht bis hoch zur Blüte hin,
getrieben nur vom Siedeblut.

Das Ziel erreicht, wird gleich geküsst,
geherzt, gedrückt und vieles mehr.
Dem Löwenzahn, der schweigend ist,
indes ist dieses Tier zu schwer.

Am liebsten würd' er, wenn er könnt'
sich schütteln, bis das Schnecklein fällt,
das sich betört an ihm verbrennt
und eisern sich am Haupte hält.

Da staunt sogar der Schmetterling,
ob dieses Spiels, das er da sieht:
"Die Liebe ist ein komisch' Ding,
das heute grüßt und morgen flieht ..."

Sprach 's aus, flog fort und lacht sich schlapp.
Das Schnecklein gibt sich unberührt,
und ruft ihm kurz gefasst und knapp
noch nach, dass Neid ins Unglück führt.

Der Löwenzahn, der schweigt und schweigt,
derweil das Schnecklein ihn umschlingt,
und ihn ganz unsittlich besteigt,
und ihn in Wut und Rage bringt.

"Was mach' ich nur? Was mach' ich nur?"
Der Löwenzahn sucht weisen Rat.
Ein kurzer Blick zur Himmelsuhr,
dann schreitet er beherzt zur Tat.

Den Kelch geöffnet, fliegt die Spreu
vom Wind gepustet in die Welt.
Vom Schnecklein hört man einen Schrei,
eh es auf harten Boden fällt.

Es kriecht davon, die Nase voll
vom Wind und Spreu und sowieso.
Das kommt davon! Zu liebestoll!
Der Löwenzahn schweigt still und froh.


(c) Bettina Lichtner


Donnerstag, 2. März 2017

Lupengroß



Mein Spiegelbild, das lügt mich an!
Es zeigt mir graue Haare!!
Und alles, was ich sehen kann,
sind fortgeschritt'ne Jahre!
Doch aber ach, das kann nicht sein!
Es schleichen sich Bedenken ein.

"Mein Spieglein, sag', was machst du nur?
Du breitest Angst und Schrecken!
Du drehst so eilig an der Uhr,
das will mir gar nicht schmecken!
Die Jugendzeit, die stiehlst du mir
und gibst das Alter mir dafür?!?!

Ein schlechter Tausch! Gib mir zurück,
was eben noch das meine:
die straffe Haut, den wachen Blick,
die bohnenschlanken Beine!
Wen zeigst du mir? Das bin ich nicht.
Was wirfst du plötzlich für ein Licht?

Warum bist du so schonungslos?
Ich möchte dich zerschlagen!
Auf einmal seh' ich lupengroß
- und kann es kaum ertragen -,
die Spuren einer neuen Zeit,
und misse die Vergangenheit.

Umspielen Falten meinen Mund?
Wen spiegelst du mir wider?
Du tust mir eine Lüge kund.
Ich risse dich gern nieder.
Ich hadere, derweil du schweigst
und mir ein fremdes Abbild zeigst.

Wo ist es hin, das kleine Kind,
das ich noch g'rad' gewesen?
Wie schnell die Zeit an Fahrt gewinnt ...
Sie kehrt mit ihrem Besen
die Kindertage gründlich fort.
Ganz leise, ohne Abschiedswort.

Mein Spieglein, ach, du tust mir leid.
Musst nun mein Fluchen hören!
Mit heiliger Gelassenheit
und ohne dich zu wehren,
erduldest du den Alterszwist.
Bewundernswert, wie still du bist.

Verzeih' die Schelte in Vers ein,
da ich dich Lügner nannte.
Du bist so gut und unsereins,
der sich in Wut verrannte,
wünscht sich zurück, was längst vorbei,
und bricht sich selbst das Herz entzwei.

Du zeigst mich grau. Du zeigst mich alt,
und faltig und so weiter.
Und bist, auch wenn es böse schallt,
doch treuester Begleiter.
So ehrlich ist doch nur ein Freund,
der 's wirklich gut mit einem meint."


(c) Bettina Lichtner

Sonntag, 19. Februar 2017

Ein Gnadenfall


Der Wind hat leise nur gehaucht,
da fiel das Blatt im Schwebeflug
hinab und ist hineingetaucht
mit wehmütigem Atemzug
ins welke Meer
und ward nicht mehr ...

Im Frühling, ach, da sah ich 's nicht.
Und auch im Sommer blieb 's mir fremd.
Erst jetzt .... erst im Septemberlicht,
als es die Zeit vom Zweige kämmt,
bemerke ich,
was still entwich ...

Kein zweites Blatt, das jenem gleicht.
Was eben noch so rauschend klang,
hat aller Leben Ziel erreicht.
Ich folg' dem Fall sekundenlang.
Wie still es sinkt ...
Als ob es winkt.

Von rechts nach links, ganz sacht, ganz sacht.
Ein leiser Abschied von der Welt.
Es scheint, als gäb' der Herrgott Acht,
dass es recht sanft zu Boden fällt.
Kein harter Prall.
Ein Gnadenfall ...

Der Zweig indes schaut trauernd hin.
"Adieu, Adieu, geliebtes Blatt.
Du ahnst, dass ich bekümmert bin,
weil es mit uns ein Ende hat.
Es tut so weh.
Adieu, Adieu ..."

Sogar der starke Baum wurd' schwach
bei jedem Blatt, das er verlor.
"Ich wollt' euch halten, aber .... ach,
ich komme mir so hilflos vor!
Denn Gott bestimmt,
wen er mir nimmt ..."

Den Menschen, die so eilend sind,
ist dieses Herbstschauspiel egal.
Fürs Blätterwirbeln sind sie blind.
Und steht der Baum erst einmal kahl,
fliegt bald ihr Sinn
zur Weihnacht hin.

Nun liegt das Blatt im Freundeskreis,
und schaut dem Wolkentreiben zu.
"Ich bin wahrhaftiger Beweis
der unvermeidlich letzten Ruh'!
Was lebt, verdirbt.
Was atmet, stirbt."

Ich nehm' das Blatt in meine Hand
und trage es ins Haus hinein,
wo es gepresst im Bücherband
nun ewig soll behütet sein,
und hab' gedacht:
"Mir scheint, es lacht ..."


(c) Bettina Lichtner

Samstag, 18. Februar 2017

Dienstag, 14. Februar 2017

Ein gutes Geschäft


Erde zu Erde und Plastik zu Plastik.
Selbst auf dem Friedhof wird gründlich getrennt.
Halbvolle Kerzen verschwinden recht hastig,
eh noch ihr Docht bis zur Neige verbrennt.

Galt einst die Flamme dem Liebsten zum Gruße,
liegt die Umhüllung bald selber im Grab;
folgte dem Leichnam mit eilendem Fuße,
kaum dass sie schweigend ihr Stelldichein gab.

Flackernd in hellen und finsteren Stunden,
diente die Flamme zum Trost in der Not.
Trug doch so tapfer die Tränen und Wunden;
trotzte so wärmend dem eisigen Tod.

Konnte die Seele von oben wohl sehen,
dass diese Flamme ihr Grabwächter war?
Reichte der Schein in die himmlischen Höhen?
Nahmen die Sterne den Flammentanz wahr?

Während die Toten und Lebenden schlafen,
reckt sich die Flamme mit kämpfender Kraft.
Weil aber Regen und Sturmwind sie trafen,
ist sie bald selber zu Tode erschlafft.

Nichts will mehr helfen. Der Docht ist hinüber.
Ohne ein Dank fliegt die Kerze zum Müll.
Lauter Erloschene, drunter und drüber,
liegen vergessen und traurig und still.

Welch ein Konsum neben ewiger Ruhe.
Wahrlich, der Tod ist gutes Geschäft.
Ach wie so sinnlos ist dieses Getue,
welches nur blüht, weil es jedermann äfft.


(c) Bettina Lichtner

Sonntag, 29. Januar 2017

Fahr zur Hölle!


Der Rehbock und der Jägersmann,
die sind sich nimmer grün.
Der Jäger legt die Flinte an,
der Rehbock rennt, so schnell er kann,
dem Tode zu entflieh'n.

Gewaltsam seiner Zeit beraubt,
liegt bald der Bock im Rohr.
Der gestern noch sein scheues Haupt
mir zugewandt, hat nicht geglaubt,
er stünd' vorm Himmelstor.

Ach gestern, ja, da war sein Sinn
rein paarorientiert.
Das Sterben ward ihm kein Gewinn,
und seine Zukunft schwand dahin,
als er exekutiert ...

Die Zukunft, blühend ausgemalt,
ward jäh im Keim erstickt.
Der Jägersmann hat laut geprahlt
und sich in seinem Glück geaalt,
als er den Bock gespickt.

Nun zieht der Bock als Duft durchs Haus,
und draußen weint ein Reh,
das ihn geliebt. Doch alles aus ....
Ihr Böcklein, nun ein Gaumenschmaus,
weiß nichts von ihrem Weh.

Schon bald gebiert das Reh ein Kitz
von eben jenem Bock.
Der Jäger sieht 's vom hohen Sitz,
und putzt genüsslich sein Geschütz,
dem Tierfreund wohl zum Schock ...

Der nächste Schuss - wann wird er sein?
"Doch, Jäger, warte nur!
Auch dich holt der Gevatter ein,
und schickt dich ganz und gar allein
auf deine Höllentour!!!"


(c) Bettina Lichtner

Dienstag, 24. Januar 2017

Irgendwann ...


Unterm strengen Frost hält brav
der Frühling seinen Winterschlaf,
und träumt vom letzten Jahreskreis,
da alles bunt, nachdem es weiß.

Tief in seinem Schlummerland
ist eine Sehnsucht ihm entbrannt
nach Farben, Düften und Gebrumm,
und schlug ins Ruhelose um.

Ungeduld kroch ins Gemüt
dem Dieb gleich, der ums Häuschen zieht.
Die Winterruh', die so beschützt,
hat sich die Ungeduld stibitzt.

O, da war der Teufel los
und gab dem Frühling einen Stoß,
der ihn aus allen Träumen riss
und jene übern Haufen schmiss.

"Du verdammter Winter! Geh!!!",
Was bringst du schon als Ach und Weh.
Die Menschen frieren, und ihr Herz
zieht 's allenthalben frühlingwärts."

Meister Lenz war außer sich.
Er wünschte so, die Kälte wich,
und machte ihm die Wege frei.
Doch lange dauert 's noch bis Mai.

Noch regieren Schnee und Eis.
Und irgendwann, ganz still und leis',
sind alle Knospen aufgetan.
Dann fängt das schöne Frühjahr an ....


(c) Bettina Lichtner

Donnerstag, 19. Januar 2017

süß & bitter


Haltet ein, ihr so Gehetzten!
Ist das Leben euch nicht lieb?
All ihr fern und nah Vernetzten -
warum schaut ihr denn so trüb?

Rennend, rasend, schnell und weiter -
das ist euer Tageslauf.
Mit der Hektik als Begleiter
nehmt ihr allerlei in Kauf:

Euer Herz muss kräftig schlagen,
um dem Tempo Herr zu sein.
Doch ihr hört nicht auf sein Klagen,
gerade so, als sei 's aus Stein.

Die Gedanken ---- durcheinander.
Eben hier und plötzlich dort.
Für ein nettes Miteinander
fehlt der Zunge oft das Wort.

Eure Beine haben Mühe
euch zu tragen in der Hast.
Eure Lunge schreit: "ICH GLÜHE !!"
Denn zu groß ist ihre Last.

Ihr jedoch denkt nicht ans Zügeln
eurer Kraft und eurer Zeit.
Aber hinter eitlen Spiegeln
wartet schon die Ewigkeit.

Sagt mir doch: Was ist gewonnen,
wenn die Uhr sich schneller dreht?
Was im Mutterleib begonnen
ist doch allzu schnell verweht ...

Liebt das Leben! Dieses eine,
dieses süße, bittre Ding,
dies' vergängliche und kleine,
das euch stets im Nacken hing ...


(c) Bettina Lichtner


Dienstag, 17. Januar 2017

Meilenweit


Der Kohl ist reif! Reißt ihn vom Strunk!
Der Bollerwagen steht am Start
mit viel Musik und klarem Trunk!
Es lebe unsre Grünkohlfahrt.

Ein Schnäpschen hier, ein Spielchen dort.
Wir wandern fröhlich meilenweit,
und singen lustig immerfort
vom großen Glück der Grünkohlzeit.

Der Hunger steigt. Der Magen knurrt.
Der Weg zum Gasthaus macht sich lang
und breit dazu. Und weh', wer murrt -
den nimmt der Missmut in Empfang!

Zu viel indes an Schritt und Tritt
schließt schnell die Tür der Kräfte zu.
Drum wandert auch die Pause mit,
und gönnt den Beinen eine Ruh'.

Dem Eierbecher vor der Brust
wird eingefüllt der kühle Korn!
Der mildert gleich den Wanderfrust,
und lenkt den Fuß gestärkt nach vorn.

Noch eh die Zunge lallend spricht,
steht man schon vor des Gasthofs Tür.
Wie duftet doch das Kohlgericht ....
Wie wohl schmeckt doch das kalte Bier.

Schon biegt der Tisch sich unterm Mahl.
Ein dreifach Hoch dem Winterkraut!
Ein "aah" und "mmh" klingt durch den Saal,
derweil der Leib den Kohl verdaut.

Und plötzlich Majestätenglanz!
"Hipp Hipp Hurra" dem Königspaar!
Es lädt sogleich zum frohen Tanz,
und denkt vielleicht ans nächste Jahr,

wenn sich der Kreis aufs Neue dreht,
und neuer Kohl im Topfe gart,
für den man wieder Meilen geht
bei altbewährter Grünkohlfahrt.


(c) Bettina Lichtner

Sonntag, 15. Januar 2017

Vergiss den Hirten nicht


Es läuft das Schaf dem Hirten fort,
sich ohne ihn zu finden.
Das hochheilige Bibelwort
will 's nimmer an sich binden.

So geht das Schaf nun querfeldein,
gewillt, sein Glück zu schmieden.
Es kann ja nicht so schwierig sein.
Wer braucht schon Gottes Frieden?

Der Mut ist froh. Gestärkt die Kraft.
Das Herz gefüllt mit Träumen.
Das Heimweh hat es bald geschafft,
sich aus dem Weg zu räumen.

Die Ferne ruft. Das Schäflein zieht
durch alle Herrenländer.
Dass es derweil sich selbst entflieht,
entgeht dem kleinen Blender.

Auf einmal - völlig ungeahnt,
inmitten aller Freude,
hat sich der Trübsinn angebahnt.
Schon blitzt des Messers Schneide.

Soeben tanzte noch die Lust
am puren prallen Leben
auf jener Schneide, doch die Brust
hat still Alarm gegeben.

Die Träume waren aufgebraucht,
der Mut ganz tief gesunken,
die Kraft auf einmal ausgehaucht.
Das hat dem Schaf gestunken ...

Jetzt hat sich noch die Wut gesellt,
und Neid auf Frohgesinnte.
Auch Argwohn hat sich eingestellt.
War das des Teufels Finte??

"Oh, lieber Gott, was tat ich nur?
Nun brauch ich einen Hirten!!
Mein Inneres kommt aus der Spur
und will den Gram bewirten."

Der Hilferuf kam droben an,
und Gott ließ Gnade walten.
Noch eh das Schäflein sich besann,
ward es vom Herrn gehalten.

Der Herr mit Namen Jesus Christ
war nun sein Weggefährte,
dem 's Schaf brav aus den Händen frisst,
weil 's ja zu Ihm gehörte.

Welch schöne Reise war es jetzt
mit Jesus an der Seite!
Das Ego vor die Tür gesetzt,
und Platz der Gottesweite!

(c) Bettina Lichtner